CAMPBELL COLLEOTiON

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CAMPBELL COLLECTION

ADAM VON BREMEN,

HAMBURGISCHE KIRCHENGESCHICHTE.

DRITTE AUFLAGE

HERAUSGEGEBEN VON

BERNHARD SCHMEIDLER.

HANNOYER UND LEIPZIG

HAHNSGHE BUGHHANDLUNG.

1917.

INHALTS VER ZEICHNIS.

Seite

Einleitung VII—LXVIII

§ 1. Die Handschriften und ihr Stammbaum . VII— XXXIV § 2. Textgeschiehte und Bestandteile des Werkes.

JEinige Ausschreiber XXXIV— XL V

§ 3. Die bisherigen Ausgaben und die Grttfid-

sdtze der neuen XLV—LII

§ 4. Adams Leben LII LVII

§ 5. Die Quellen und die Entstehungszeit des

WerJces LVII-LXVII

Verzeichnis wiederholt wnd abgekiirzt angefulir- ter Quellen und Bucher L XVII I

Adams Gesta Hammaburgensis ecdesiae pontificum . . 1 283

Anhang: Insulae Britannicae 284 286

Berichtigungen, Nachtrdge 287. 288. 353

Namenregister . 289 323

Wort- und SacJiregister 324 353

MAR 8 im^

CAMPBELL COLLECTION

EINLEITUNG.

Fur die Neubearbeitung der Gesta Hammaburgensis ec- clesiae pontifictim des Adam von Bremen bot gro^e Schwierig- keiten die Klassifizierung der Handschriften, der en Lesarten 6 einerseits eine deutliche, klassenmd/Sige Konstanz zeigen, an- dererseits wieder in auffallender Weise wechseln und dem Klassencharakter widersprechen. Als Losung der Schwierig- keiten ergaben sich Ansichten, die auf die Entstehung und Entwicklung des Werkes helles Licht werfen, die Herkunft und

10 den Ursprung der einzelnen Bestandteile meist mit Sicher- Jieit aufkldren und audi fiir die sachliche Auffassung vieler Stellen von Wert sein konnen und unter Umstdnden ent- scheidendes Gewicht beanspruchen dilrfen. Im folgenden wird daher als Grundlage alles ubrigen zundchst eine genaue

15 Beschreibung der Handschriften nach ihren du/^eren, graphi- schen, und inneren, textlichen, Eigenschajten dargeboten.

§ 1. Die Handschriften und ihr StaTnfribaum.

Drei Klassen der Handschriften lassen sich unterschei- den. A, B und G. Alle Handschriften A haben 1) im Texte

20 eine erhebliche Anzahl von Sdtzen und Abschnitten weniger'^ als alle anderen Handschriften, dafilr eine geringere Anzahl Sdtze und Worte, die den anderen Texten fehlen^; 2) sie bieten in den Teilen, die sie mit BG gemeinsam haben, einen vielfach anderen Text als jene; 3) die Wiener Hand-

25 schrift (Al), die wichtigste der Klasse, hat kein einziges Scholion, wdhrend A 2 und A 3 geraeinsam mit BG der en eine ganze Anzahl bringen. Die sachliche Erkldrung dieser grundlegenden Erscheinungen wird weiterhin in § 2 nach der Beschreibung der Handschriften zu entwickeln sein.

30 1) Die in A fehlenden Teile sind in dieser Ausgdbe ebenso wie

bereits in den vorigen von Lafpenberg in eckige Klammern [ ] ein- geschlossen. 2) Das Fehlen dieser Bestandteile von A in BC ist,

wenn sie gro^eren Umfang oder besondere Bedeutung haben, in der Aus- gdbe durch Sternnoten gekennzeichnet.

VIII M. ADAM BREMENSIS

A 1 (Lappenberg n. 1) ist die Handschrift n, 521 der Wiener Hofbibliothek'^. Sie ist um die Wende des 12. und IS. J ahrhunderts geschrieben, fast durchweg von einer Hand^. Besondere graphische Eigentilmlichkeiten^ der Handschrift sind, dafi sie oft die Endsilbe nr fortld/St * oder mit us ver- & wechselt^, und mehrmals Wortbildungen mit ex schreibt^, wo tra oder trans zu erwarten ware bzw. von den anderen Handschriften geboten wird'^. Hduflg ist ferner die Ver^ wechselung von a und o^, nicht selten die von a und u*, die Abkilrzung m filr modi oder modum i^, Schreibungen wie lo f ecer filr f ecerit ^^, Verdoppelung des s im Inner en von Wor-

1) Tabulae codicum ... in bibliotheca Palatina Vindobonensi as- servatorum 7, 8. 88. Beschreibungen der Handschrift und des Textes gaben Pertz, Archiv III, 650—667; Lappenberg, Archiv VI, 836—839. Zur GeschicMe der Handschrift vgl. Kohlmann S. 52—55. Ein Faksimile 15 der Haupthand in SS. VII, Tafel zu S. 76. 2) Neben der Haupt-

hand ist wM Sicherheit zundchst eine zweite Hand zu unterscheiden, die I, 60 (62), S, 58, Z. 7: vestigia bis I, 62 (64), 8. 59, Z. 25: aegritudine geschrieben hat; einer dritten gehoren II, 3, 8. 62, Z. 10: Otto bis 8. 63, Z.2: compressit an. Ferner von 11,22 (19), 8. 79, Z. 20: tribus bis 8. 80, 20 Z. 12: Greciae, ebenda von Sicut bis II, 24 (21), 8. 82, Z. 6: Francorum sind andere 8chriftcharaktere bemerkbar, die aber zum Teil einander sehr dhnlich und schwer voneinander zu unterscheiden sind, fast ineinander uberzugehen scheinen. 8. 82, Z. 6 mit regibus setzt wieder deutlich die Haupthand ein, die das Werh dann zu Ende gefiihrthat. 3) Beindufier- 25 liche Orthographica sind unten§3,8. XLIX zusaminengestellt. 4) I, 2, 8. 5, N. q; 39 (41), 8. 42, N. s. ///, 20 (19), 8. 163, N. x; 26 (25), 8. 168, N. h; 45 (44), 8. 188, N. q; 62 (61), 8. 208, N. n. IV, 18, 8. 245, N. g. 5) II, 1, /S. 61, N.-p; 52 (50), aS. 113, N. g. ///, 37

(36), S. 180, iV. p; 55 (54), 8. 199, iV. c; 61 (60), 8. 206, i\^. d; ?;.gZ. awc/^ 30 ///, 38 (37), 8. 181, N. f. /F, 23, 8. 254, iV. b; 32 (31), 8. 265, .V. k. 6) ///, 64 (63), 8. 211, Z. 3 mi7 iV. d; 68 (67), 8. 215, Z. 6 mit N. h. /F, 23, 8. 254, Z. 11 mit N. t. /7^ 7F, 8, /S. 236, Z. 5 mif iV^ * schreibt A 1 peregit, wo A 2. BC exegit haben; II, 79 (75), >S^. 137, N. t: recepit ^ 1, excepit BG. Vgl. auch III, 12 (11), 8. 153, N. 1. 7) i)a/? ^ 1 35 ofter ^ a^i falscher 8telle schreibt, teilt es mit vielen Handschriften des Mittel- alters, besonders auch der Wende des 12. und 13. Jahrhunderts: vgl. I, 24 (26), 8. 30, N.i; 49 (51), 8. 49, N. k. //, 6 (5), 8. 65, iV^. e ; 21 (18), 8. 77, iV. m; 22 (19), 8. 80, Z. 35, .V. c; 69 (67), 8. 131, N.i; 82 (78), /S. 139, N.c',8. 140, i\^. s; 141, N. w. ///, 46 (45), 8. 189, .V. y : 50 (49), 8. 193, 40 i\^ b; 51 (50), 8. 195, iV^. m; 59 (58), 8. 205, i\^. q; 68 (67), 8. 215, N. e. /F, 32 (31), 8. 265, iV^. r. 8) /, 14 (15), 8. 19, N. n. //, 2 aS. 62, N. b; 11 (9), ^.68,i\r.g; 17 (15), ^.73, iV.d; 21 (18), /S^. 78, iV^. 1; 22 (19), /S*. 79, iV^. r ; 61 (59), 8. 120, iV. r ; 70 (68), 8. 132, N. m. ///, 37 (36), 8. 180, i\^. t ; 56 (55), 8. 202, iV^. e. 9) 7, 39 (41), 8. 42, iV^. 1; 61 (63), 8. 59, N. c. 45

///, 47 (46), 8. 190, i\^. i; 56 (55), 8. 201, Z. 39, iV^. e; 66 (65), 8. 213, iV. f. i. Vgl. dazu III, 62 (61), 8. 208, i^^. f. /F, 1, 8. 227, i\^. t. 10) 1, 2, 8. 5, N. g. II, 58 (56), 8. 118, N. n. ///, 2, aS. 144, i\^. k ; 49 (48), 8. 191, i\^. e; 63 (62), 8. 209, i\^. d. 11) ///, 27 (26), 8. 170, Z. 39, iV^. a; 63 (62), 8. 209, xA^. m; 69 (68), 8. 215, N. c. /F, 21, aS. 252, N. p. 50

EINLEITUNG § 1. IX

ten wie transsitus statt transitus^. Durchgehend ist die Schreibung nqnam, ncupare filr nunquam, nuncupare^, ferner die Neigung, t filr c zu schreiben^, z. B. Bethemi statt Bechemi, cetus filr cecus, lutus filr lucus, amiticia*

5 undAlinliches mehr. NicJit selten finden sich Korrekturen und tiberschreibiingen in der Handschrift, deren Ursprung oft schwer zu bestimmen ist, Manche rilhren sicher vom Schreiber der Handschrift her^, der Ursprung anderer mufi z. T. aus sogleich zu erwdhnenden Griinden unbestirnmt bleiben^,

10 eine dritte Reihe"' kann entschieden anderen, ganz oder fast ganz gleichzeitigen Hdnden zugewiesen werden, ohne dafi dabei die Hand^ eines einheitlichen, bestinimt nach der Vorlage arbeitenden Korrektors ^ sicher erkannt werden konnte. Viele Vber schreibung en si7id nachtrdglicJi bei anderer Handstel-

15 lung mit spitzer Feder zwischen die Zeilen so eingefilgt wor- den, dap sich ilber dieGleichheit oder Verschiedenheit der Hand mit der des Haupischreibers d^i/Serst schwer urteilen IdfSt, darunter finden sich manche von sachlicher Bedeutung oder Wichtigkeit filr den Stammbaum der Handschriften^/

io Al ist die einzige Handschrift der A-Klasse, die das

ganze Werk bietet, die einzige, die keinerlei Scholien und

1) /, 64 (56), 8. 65, N. d. 77, 10 (9), S. 67, N. d. 777, 58 (57), S. 204, Z. 38, N. a. IV, 1, S. 227, Z. 41, N. d. 2) 7, 18 (20),

S. 25, N. vfi 33 (35), S. 37, N. d. 77, 2, 8. Q2, N. i; 82 (78),

25 8. 141, N. n. Ill, 5, 8. 147, N. 1 usw. 3) 7, 12 (13), 8. 15, N. a;

60 (62), 8. 58, N. v. 77, 1, 8. 61, N. d; 22 (19), 8. 81, N. g. 777, 41 (40), 8. 184, N. d/ 4) 77, 49 (47), 8. 110, N. x; 56 (54), 8. 117,

N. e; 75 (73), 8. 135, N. d. 777, 11 (10), 8. 151, N. e; 18 (17), 8. 161, N. p; 29 (28), 8. 172, N. f ; 41 (40), >S'. 184, N. g; 42 (41), 8. 185, N. f.

30 5) 7, 25 (27), 8. 31, N. *; 50 (52), 8. 51, N. b. 77, 21 (18), 8. 77, N. *. **; 8. 78, N. *; 31 (29), 8. 92, N. *; 93, N. *. 777, 15 (14), 8. 156, iV^. x; 46 (45), 8. 189, Z. 37, N. g; 58 (57), 8. 204, Z. 39/40, N. e. IV, 19, 8. 248, N. m; 21, 8. 252, Z. 26, N. s^; Z. 39, iV^. d; 23, /S. 254, iV. t. 6) 7, 11 (12), >S. 12, N.o; 12 (13), ;S. 14, N.i; 21 (23),

-35 8. 27, iV. e; 22 (24), 8. 28, iV. x; 47 (49), 8. 48, iV. *; 63 (55), 8. 54, iV^. h. 77, 3, 8. 63, iV^. e; 26 (24), 8. 86, iV^. 1; 30 (28), 8. 91, i^. h; 53 (51), 8. 113, N. 1; 61 (59), ^. 121, N. *. 777, 13 (12), 8. 154, .V. b; 28 (27), 8. 172, i\^. c; 56 (55), 8. 202, N. 1; 62 (61), aS. 207, N. p; 68 (67), 8. 215, iV. h. 77, 16, 8. 244, A^ m; 18, 8. 246, i\r. h; 37 (36),

40 8. 274, iV^. b ; 39 (38), /S. 275, N. c ; Epilog V. 21, /S. 281, N. t. 7) 7, 12

(13), 8. 14, iV^. i ; 57 (59), 8. 56, N. d. 77, 64 (62), 8. 124, iV. i ; 78 (74), 8. 136, iV^. V. 777, 12 (11), 8. 153, N. 1; 17 (16), 8. 169, iV^. w; 39 (38), 8. 182, _Z. 37, N. a; 52 (51), /S. 196, N, n. 8) Jwr eine groj^ere

Tdtigkeit eines solchen ist schon darum kein Baum, weil der 8chreiher

45 selber meist sehr exakt und korrekt gearbeitet hat. 9) 7, 47 (49),

8. 48, N. *. II, 53 (61), 8. 113, N. 1; 61 (69), 8. 121, N. *. 777, 13 (12), 8. 154, i\^. b; 28 (27), 8. 172, A', c.

X M. ADAJM BREMENSIS

Tceinen cler die BC-Hss. charaJcterisierenden Sdize'^ im Text hat. DaB dieses Weniger gegeniiher BC nicM auf Aus- lassung aus FliicMiglceit berulit und nicht ein Mangel ist, ergibt sich daraus. da/] der A-Text uberall in sicli geschlossen, ilberalP verstdndlich und einwandfrei ist. Andererseits sind t die in A 1 oder A 1 3 ilber BC liinaus uberscTiussigen Sdtze an manchen Stellen deutlich erkennbar nachtrdgliche Einschaltungen ^. Dieser A-Text ist an vielen Stellen eckiger, ungeschickter, grammatisch weniger korrekt als die Texte BC, aber er entspricht fast stets^ dem Wortlaut der von Adam lo benutzten Quellen^ besser als BC und er zeigt uberall den in sick konstanten, leicht erfa/^baren Sprachgebrauch einer schriftsteUerischen Individualitdt^. Zahlreich sind die Stellen, an denen BC in solcher Weise von A abweichen'^, da/] ein Mi/Sverstdndnis^ des ursp7'iinglichen Textes oder ein Fehler 15 durch Verhoren^ oder Verlesen^^ ganz offenbar ist oder eine bewuf^te Anderung auf Grund eines Mipverstdndnisses oder einer Verlesung anzunehmen ist^'^. Fehlt es andererseits nicht an Fdllen, wo in A 1 Worte und Satzteile des Textes durch offenbares Versehen in sinnstorender Weise ausgelassen^^ oder 20 entstellt ^^ sind, die durch BC ergdnzt oder berichtigt werden,

1) Von denen einige in A 2.3 auftauchen; vgl. unten S. XIII, Z. 14 mit N. 3. 2) Vielleicht die einzige Ausnahme der Auslassung eines jiir den Zusammenhung notwendigen Satzes ist unten III, 37 (36), S. 180, N. f behandelt.^ 3) Vgl. Ill, 8, S. 149, N. *. ** mit N. 9. IV, 3, S. 231, 25 N. *. ** m.it N. 4. Sachliche Bereicherungen des Textes in A, die sich aber gut einfilgen, vgl. z. B. Ill, 7, S. 148, N. 1; 33 (32), S. 175, N. q.

4) tjber einige bedeutungslose Ausnahmen vgl. unten S. XXIX, N. 2.

5) Vgl. I, 6, S. l,N.d; 13 (15), S. 18, N. i; 41 (43), S. 44, N. h. II, 19 (16), S. 75, N. i. 6) Einige Bemerkungen ilber Adams Sprach- 30 gebrauch vgl. unten S. XXXVIII, mit N. 6. 7. 7) In manchen der in den folgenden vier Anmerkungen aufgezdhlten Fdlle wird man vielleicht zivei- feln konnen, ob ein Fehler durch sachliches Mijiverstdndnis oder durch Verhoren oder Verlesen oder durch bewufite Anderung vorliegt. Ich glaubte doch zweckmd,6ig diese Gruppen bilden und die Fdlle mit iiberiviegender 35- Wahrscheinlichkeit auf sie verteilen zu konnen. 8) /, 12 (13), S. 14, N. d; 39 (41), S. 42, N. u. w. II, 9 (8), S. 67, N. f ; 26 (23), S. 85, N. k. Ill, 18 (17), S. 162, N. b; 40 (39), S. 183, N. k. 9) /, 1,

S. 6, N. a. //, 36 (34), S. 97, N. 1; 37 (35), S. 98, iV. b; 48 (46), S. 108. N. h; 57 (55), S. 117, N. z; 62 (60), S. 122, N. g; 73 (71), S. 134, 40 N. t. ///, 43 (42), S. 186, Z. 35, N. d. 10) //, 50 (48), S. Ill,

'N. X. ///, 49 (48), S. 192, N.h; 51 (50), S. 194, N. r; 64 (63), S. 210, N. t. IV, 19, S. 247, N. h. Vgl. I, 21 (23), S. 27, N. i. k. 11) //, 61

(59), S. 121, N. 1. m. Ill, 2, S. 145, N. d. g; 52 (51), S. 196, N. k und N.5. Vgl. II, 21 (18), iS'. 76, N.u. 12) Praejatio S.\, N.e;ib

I, 7 (8), S. 9, N. a. c; 27 (29), S. 32, N.h; 29 (31), S. 35, ^. c; 47 (49), S. 47, N. b usiv. 13) Praefatio S. 2, N. f. m; 7, 1, /S. 4, iV^. a. d;

4, S.l, N. q; 7, S. 8, N. k; 10 (11), S. 11, N. q usw.

EINLEITUNG § 1. XI

SO ist da das geringe Alter unserer Handschrift von etwa 1200 zu berilcksichtigen ; auf dem Wege bis zii ihr und bei ihrer Entstehung konnte der Text wolil Entstellungen er- leiden. Nicht in alien Fallen hann man mit Sicherheit ent- 5 scheiden, ob Worte, die in A 1 (bzw. audi A 2, 3) stehen^ in BG fehlen, wirklich in den Text gelioreji oder aber spdtere Zusdtze in A sind ^; oder audi umgekeJirt^ ob nidit Worte, die in A 1 (bzw. audi A 2. 3) fehlen, in BC dagegen stehen^ fehlerhafte Auslassungen in A sind^. Ferner hat A 1 (im

10 vierten Budie mit A 2. 3) eine Anzahl ganze, in sich ab- geschlossene Sdtze, die in BC fehlen ^ oder am Rande stehen *► Endlich finden sich in A 1 Worte ilber der Zeile, Uber- schreibungen^ verschiedenster Art: 1) solche, die in BC im Texte wiederkehren ^ ; 2) andere (z. T. gemeinsam mit A 2),

^^ die in BC sich nicht im Text finden'^; 3) solche, die in einzelnen Handschriften von BC ebenfalls Interlinearglossen sind, in anderen im Texte stehen, in iveiteren fehlen^; 4) solche, die in einigen Handschriften BC im Texte wieder- kehren, in anderen nicht, aber nirgends sonst Interlinear-

20 glossen sind^.

1 ) Das kann bei erster Erivdgung der Textverlidltnisse als moglich er- scheinen, mit versckiedenen Graden von WaJirscheinlichkeit, z. B. bei /, 12 (13), S. 17, N. *; 51 (53), S. 52, N. a; 53 (55), S. 55, N. a. //, 3, S. 64, N. k; 28 (26), S. 87, N. b; 36 (34), S. 97, N. *. ///, 20 (19), S. 163,

25 N.y; 34 (33), S. 176, N. t. Ich bin in fast alien Fallen ndherer Unter- suchung zu dem Ergebnis gelangt, da/S der A-Text in A 1 jilr vollauf zuverldssig anzusehen und jedenfalls die Annahme gro/^erer Interpola- tionen von sachlicher Bedeutung auszuschliefien ist. Kleine Worte ohne Bedeutung sind wohl hier und da in A 1 fehlerhaft hinzugefiigt worden,

30 vgl. II, 21 (18), S. 76, N.i; III, 3, S. 145, N.h; 24: (23), S. 167, N. f. 2) Das ware aufier in den oben S.'K, Z. 20, mit N.\2 erwdhnten sicheren Fallen mit verschieden groj^er Wahrscheinlichkeit noch moglich z. B. bei I, 22 (24), S. 29, i\^. a. c; 51 (53), S. 52, N. e; 52 (54), S. 52, N. e. //, 42 (40), S. 103, N.a; 57 (55), S. 118, N.i; 68 (66), S. 129, N. k;

35 74 (72), S. 134, N.h; 79 (75), S. 137, N. o; 82 (78), S. 140, N. k. ///, 17 (16), S. 159, N.k; 37 (36), S. 179, N.d; S. 180, i^. 1; 41 (40), S. 184, N. c; 4:1 (46), S. 189, N. * mit N.I; 68 (07), 8. 214, N. e. IV, 18, S. 245, N, a. f ; 20, S. 248, N. c. g; S. 249, N. s; 30 (35), S. 272, N. V. b. 3) ///, 8, S. 149, N. **, vgl. N. *. IV, 3, S. 231, N. *, vgl.

40 N. **; 10, S. 238, N. *; 25, S. 257, N. *; 31 (30), S. 263, N. **; S. 264, N. *. 4) ///, 67 (66), S. 214, N. g. IV, 19, S. 248, iV. e; 30 (29), S. 263, N. *; 32 (31), S. 266, N. *. 5) Oben S. IX, Z. 5ff. mit N. 5-7 sind sie vollzahlig nach der verscMedenen graphischen Herkunft ohne Rilcksicht auf die inhaltliche Bedeutung zusammengesiellt. 6) I, 50

45 (52), S. 51, N.h; vgl. I, 47 (49), 8. 48, N. *. //, 53 (51), 8. 113, N. 1; 61 (59), 8. 121, N. *. 7) 7, 25 (27), 8. 31, N. *. II, 21 (18),

8. 11, N. *. **; 8. 78, N. *; 31 (29), 8. 92, N. *; 93, N. *. 8) ///,

13 (12), 8. 154, N. b; vgl IV, 20, 8. 249, A\ f. h. 9) III, 15 (14),

8. 150, iS^. x; 28 (27), 8. 172, iV^. b. c; 58 (57), 8. 204, Z. 39, iV. e.

XII M. ADAM BREMENSIS

Die wichtigsten der Jiier heschriebenen Eigenschaften, ndmlich der iyi sich glatte ZusammenJiang des stoffdrmeren Textes, die Einheit und der Charakter der Sprache, hegrun- den den von Pertz und Lappenberg mit Recht aufgestellten Satz, dap A 1 eine dltere, erste Fassung des Adamschen 5 Werkes enfhdlt, wdhrend die Handschriften BC eine jiingere Form bieten. A 1 ist daher noch genauer als bisher der neuen Ausgabe zugrunde gelegt worden^.

A 1 ^ (Lappenberg n. IbJ ist der codex Vaticanus n. 2010, i7n Jahre 1451 geschrieben. Bereits Pertz^ erkannte 10 ihn als eine Abschrift der Wiener Handschrift, die Photo - graphien einiger Seiten, die ich im J. 1910 aus Rom zur Nachprilfung erhielt^, bestdtigten lediglich sein Urteil.

A 2 (Lappenberg n. 6) ist die Handschrift der Uni- versitdtsbibliothek zu Leiden Codex Vossianus Latinus, 4^, 15 n. 123, einsi in der Bibliothek des Isaak Voss n. 206. A 2 ist um 1100 geschrieben^, zdhlt 10 Blatter und besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil enthdlt Buch II, Kap. 16 (14) bis 22 (19) und steht auf Blatt 1 2^, der zweite Teil auf Blatt 3 10 enthdlt das vierte Buch. Beide Teile sind von 20 verschiedenen Schreibern geschrieben^, die jetzt durch Be- schneiden auf gleiches Format gebrachten Bldtter^ waren ursprilnglich nicht gleich gro^; denn im zweiten Teil sind die Scholien am Rande zum Teil durch Beschneiden zer- stort^, im ersten sind sie bei gleichem Schnitt unversehrt 25

1) Ich durfte die Handschrift in den Jahren 1909—1910 lange Zeit in Leipzig henutzen. Eine wesentliche Ergdnzung mid Hilfe waren mir au/^erdem die alien Kollationen von Pertz ^ die in der vorigen Aiis- gabe nicht voUauf verwertet waren, dann Auskiinfte auf einzelne spdtere Anfragen durch die Verwaltung der Wiener Bibliothek und Herrn Pro- 30 fessor HirscJi. 2) Archiv V, 153 155. Vgl. Codices Vaticani

latini vol. Ill, codd. 1461—2059, recens. B. Nogara (Pom 1912^, S. 405. 3) Teilc des Textes wurden mir avf diese Weise zugdnglich, sie umfassen unten S. 4, Z. 18 bis S. 6, Z. 10 ; S. 13, Z. 14 bis S. 14, Z. 22 ; S. 31, Z. 22 his S. 35, Z.5; S. 47, Z. 10 bis S. 49, Z.d; S. 68, Z. 3 bis S. 69, Z. 17; 35 S. 78, Z. 10 bis S. 80, Z. 1 ; S. 275, Z. 1 bis S. 277, Z. 7. Einige Les- arten von A \^ sind in diesen Teilen angejiihrt. 4) Ein Faksimile

siehe SS. VII, Tafel zu S. 76. 6) So urteilte auch Lappenberg,

Archiv VI, 848. Blatt 1^ und 1^ haben je 41 Zeilen, Blatt 2r [nicht voll- geschrieben) hat 17 Zeilen auf einem mit spitzem, farblosem Griff el ge- 40 zogenen Linienschema ; Blatt 3 10 haben je 36 Zeilen auf einem mit Bleigriffel gezogenen Linienscheyna. 6) Die jetzige Grofie alter Bldtter

ist 15^ X 23 cm. Die Zeilenld7ige betrdgt 12^4 cm, der Abstand von der obersten bis zur untersten Linie der Schrift 19 cm, dies beides auf alien Bldttern gleichmd/jig. 7) Die Scholien sind fast alle von roten Linien 45

umrdndert, die die verschiedensten symmetrischen Figuren bildcn. Aus den erhaltenen Half ten oder Teilen kann man auf den Umfang der weggeschnitte-

EINLEITUNG § 1. XIII

geblieben. Dennoch dilrften beide Telle ursprilnglich zu- sammengehoren, audi wird die Handschrift niemals mehr enthalten haben. Denn beide Telle slnd glelchen Alters und ganz dhnllcher Ausfilhrung; unter dem ilber dem ersten Tell 5 stehenden Tltel: Excerptum de Gestis pontificum Hama- burgensis sive Bremensis ecclesiae bleten sle die vorwlegend geographlscJien Telle von Adams Werk. Es wlrd also derselbe Mann, der slch filr dlese Telle Interesslerte, sle von ver- schledenen Schrelbern fiir slch haben abschrelben lassen,

10 Dap A 2 zur A-Klasse gehort, zelgen vlele Stellen Ini

Text J besonders die durch Sternnoten gekennzelchneten Sdtze ^ des vlerten Buches, die nur In A 1 3 stehen, In BG fehlen. Mlt BG gegen A 1 hat A 2 aber gemelnsam 1) elne grope Anzahl Schollen^; 2) zwel Absdtze und elnen Satz Im Text ^;

15 3) elne Anzahl Lesarten Im Text^, Au/Ser den Schollen,

die slch auch In BG flnden, hat A 2 ^) elnlge Schollen ^,

die gemelnsam hler und In A 3 und endllch 5) elne nlcht

unerhebllche Anzahl solcher, die nur hler uberllefert slnd ^.

A^ slnd drel eng verwandie Uberlleferungen des vlerten

20 Buches (Lappenberg n.l. 7 b. 7cJ.

JL3 ^ (Lappenberg n. 7 c)'^ 1st die Handschrift Kopen- hagen, Alte kgl. Sa,mmlung 718, aus dem 15. Jahrhundert. Auf die Uberschrlft Descriptio usw. folgt von junger Hand: ex Adami Bremensis Lib. II. ( ?), und von elner Hand des

25 19. Jahrhunderts: exarat. ca. 1434. Die Handschrift (Pa-

nen Telle schlie/^en, diese Raumverhaltnisse sind bei der Ergdnzung der zerstorten Scholien also stets zu herucksicktigen und unten beriicksichtigt. Nicht rot umrdndert sind die Nummern 100. 117. 152. 154, sie kenn- zeichnen sich schon dadurch und meist auch aus anderen Grilnden als

30 neuey nicht der Vorlage entnommene Zusdtze in der Handschrift A 2.

1) IV, 3, S. 231, N. *. **; 10, S. 238, N. *; 19 S. 248, N. e; 25,

S. 257, N. *; 30(29), S. 263, N. *; 31 (30), S. 263, N. **; 32 (31), S. 266,

N. *. 2) Nach meiner Zdhlung die Nummern 11 14. 16. 17. 96. 118.

121-123. 125-127. 129-148. 150. 155. 156. 158. 159. 3) IV, 36 (35),

35 S. 273, iV^. i; 39 (38), 8. 275, 2^. i; 42 (40), S. 279. Diese Bestandteile kehren auch in A 3 wieder, 4) Vgl. ti. a. II, 16 (14), S. 71, Z. 19 mit N. *; 19 (16), S. 75, N. b. d. m; 21 (18), S. 76, N. i. IV, 4, S. 232, N.o. v; 8, /S. 236, N.*; 18, ^.245, N.n; 20, ^.249, N. t h; 25, S. 257, N. b; 27, S. 260, N. Si; 31 (30), 8. 263, N.d; 32 (31), 8. 265,

*o iV^. e. k; 8. 266, N. *. **; 33 (32), 8. 267, iV^. q; 36 (35), 8. 272, Z. 37, N.h; 8. 274, N. *. **; 37 (36), 8. 274, N. c; 40 (39), 8. 276, N. b^ 41 (40), 8. 278, N.T. n; 43 (41), 8. 279, N. h. 5) Nach meiner Zdh- lung die Nummern 108. 110. 111. (117). 120. 157. Uber 8choL 117 vgl unten ^. XLII, N. 1. 6) Nr. 15. 18. 19. 100. 102-104. 107.

*^ 113-115. 119. 149. 152-154. 7) Vgl Waitz in Archiv VII, 455. Der Apparat von Lappenberg in der zweiten Oktavausgabe ist in der 8cheidung dieser drei tjberlieferungen durchaus nicht zuverldssig.

XIV M. ADAM BREMENSIS

pier) ist 21 X 29,8 cm gro/S und besteht aus 8 Bldttern, von denen das letzte nur auf der V order seite halb beschrieben ist. Der Text ist hier unter Zerstorung der ursprilnglichen Ka- piteleinteilung in 10 grojie Kapitel^ eingeteilt, der en Anfdnge durch neue Zeile und rote Initiate kenntlich gemacht sind. 5 Einige Korrekturen in Mennig scheinen von anderer^ aber gleichzeitiger Hand, von einem Korrektor nack der Vorlage ausgefilhrt zu sein.

A^^' (Lappenberg n. 1) ist die Handschrift der Stadt- bibliothek Hamburg, Cod. ms. hist. 22 fol. chart, saec. XVI. lo miscellan., sie enthdlt auf Blatt 1 18 die Descriptio insu- larum aquilonariiim und ist von Heinrich Lindenbrog, dem spdteren Holstein-Gottorper Bibliothekar, dem Sohne Erpolds und Bruder Friedrichs Lindenbrog, geschrieben^.

A^^ (Lappenberg n. 7 h) ist eine Kollation, die gleich- i5 falls Heinrich Lindenbrog von einer nicht genannten Hand- schrift in das jetzt unter der Signatur JOS folio auf der Hamburger Stadtbibliothek befindliche Exemplar der Adam- ausgabe seines Vaters eingetragen und die Staphorst, Ham- bur gische Kirchengeschichte I, 363 370 gedruckt hat^. 20

Zum ndheren Verhdltyiis der drei tjberlieferungen A 3 zueinander Id/^t sich das eine mit Bestimmtheit sag en, dafS A 3^' aus A 3^ abgeschrieben ist. A 3^' hat eine grofSe An- zahl Stellen, an denen es sich graphisch so nahe mit A 3^ beriihrt *, d^as letzteres als Vorlage filr A 3^' dadurch erwiesen 25 ivird. Wenn andere Stellen nicht fehlen, wo A 3^' von A 3^ abweicht ^, so ist zu berilcksichtigen, daf^ der Text Adams bereits gedruckt vorlag, als Heinrich Lindenbrog seine Ab- schrift nahm, da/3 Willkur und Mi fiver stdndnisse des Ab-

1) Bei Kap. 1. 4. 7. 10. 21. 26. 31. 33. 35. 36. 2) So nach 30

freundlicher genauer Auskunft der Stadtbibliothek Hamburg. Die An- gaben von Weiland. Deutsche Chroniken II, 612 sind danach zu be- richtigen. 3) Auf meine Bitte erhielt ich von der Hamburger Stadt-

bibliothek das Exemplar zugesandt und habe nach den Originalnotizen den mehrfach nicht zuverldssigen Druck Slaphorsts vervollstdndigt und 35 herichtigt. 4) Vgl vor allem Schol. 120, S. 240, N.h; Kap. 22,

S. 252, N. b; Schol 138, >Sf. 257, N. b; Kap. 28, S. 261, N. m. Ferner Kap. I, S. 229, N. d; 6, S. 233, N. k; 10, S. 239, N.\; II, S. 240, N. o (wo gerad,e die Form der Buchstaben in A 3* die Verlesung in A 3^' er- Jcldrt); 15, S. 242, N. d; 16, S. 243, N. q; 31 (30), S. 264, Z. 40, iV^. 1; 40 32 (31), S. 265, N. f ; 35 (34), S. 271, iV'. b; 39 (38), S. 276, N. i. *. n; 40 (39), S. 277, iV^. n; .Sf. 278, N. e. 5) Vgl Kap. 1, S. 226, N.c.i; S. 228, N.k; 2, S. 230, N.h; 11, S. 240, N. d; 12, S. 241, N. q; 26, ^.257, N.h; Schol 139, S.25S, N.c; Kap. 31 {30), S.2Q3, N.i; 32(31), S. 267, N.e; 35 (34), S. 270, N.t; 36 (35), S. 272, N. s. Diese Ab- 45 weichimgen erweisen sich fast alle auf den ersten Blick als bedeutungslos.

EINLEITUNG § 1. XV

schreibers nicht auszuschlie/Sen sind. Die Kollation ^3^ ruhft ebenso wie die Abschrift A 3^' von Heinrich Linden- brog her; es ist an sich wenig wahrscheinlich, da^ dieser aus derselben Handschrift A 3^ eine Kollation und eine Ab- 5 schrift genommen habe'^, schon diese Erw'dgung spricht da- filr, nicht A 3^ als Vorlage filr A 3^ anzunehmen. A 3^ hat zwar einige Stellen von solcher Beschaffenheit, dap man gleichivohl paldographisch auf A 3^ als die Vorlage schlie/3en mochte oder mufSte^, da ist aber die Annahme moglich, dap

10 A 3^ schriftmdpig seiner heute nicht behannten Vorlage sehr dhnlich war und A 3^ darum an diesen Stellen durch A 3^ so gut erkldrbar ist. Denn andere Stellen sprechen sehr stark und fast zivingend^ gegen einen Ur sprung von ^3^ aus A 3^ J nicht zum mindesten die Tatsache, da^ H. Linden-

15 brog, der alle Zusdtze der von ihin benutzten Handschriften zu dem damals gedruckten Text gewissenhaft vernierkt hat, den in A 3^-^' vMrlieferten in Kap. 39 (38), S, 276, N, * in A 3^ nicht verzeichnet; also wird ihn seine Vorlage nicht gehabt haben, die von H. Lindenbrog filr A 3^ benutzte Hand-

20 schrift wird nicht A 3^, sondern eher dessen Vorlage ge- wesen sein.

Dap die Uberlieferungen A 3 zur A-Klasse gehoren, erweisen sehr viele Lesarten *, sie haben aber daneben viele Eigenheiten. Mit BG und A 2 teilen sie gewisse ^ und nur

25 mit A 2 andere^ Scholien. Mit A 2 haben sie die oben S. XIII, N. 3 genannten, in A 1 fehlenden, in BG vorhandenen Absdtze und fast alle mit BG iibereinstimmenden, von A 1 abweichenden Lesarten gemeinsam, A 3 geht also auf eine gleiche Vorlage mit A 2 zuriick^ die von der in A 1 benutzten

30 verschieden war. Auperdem hat A 3 filnf Beruhrungen'^

1) DenJcbar ware wohl immerhin, da/3 H. L. erst die Kollation ge- fertigt UTid dann erst sich zu voller Abschrift entschlossen hdtte. Nach allgemeiner Wahrscheinlichkeit wird man andere Moglichlceiten voran- stellen. 2) Vgl. Kap. 1, S. 227, N. b; 11, S. 240, N. d; 13, S. 241,

35 N. 1; 25, S. 256, N. g; Schol. 139, S. 258, N. c; Kap. 36 (35), S. 272, N,w. 3) Vgl. vor allem Schol. US, S.257, N.h; Kap. 31 (30),

S. 264, iV. a; 32 (31), aS^. 265, N.r; S. 266, N. n; 33 (32), S. 267, N. s; 41 (40), S. 278, N. w. Ferner folgende, nicht jede im einzelnen, aber alle zusammcn in ihrer grofien Zahl sehr zu beachtenden Stellen: Kap. 3,

40 S.231, N.i; 16, ^.242, N.i; 18, S. 24.5, N. g; ^.245, Z. 39, N.g; 24, S. 255, N. c; 25, S. 257, N. f ; 26, S. 258, N. k; 27, S. 259, N. c; 28, S. 260, N.t; S. 261, N. a; 33 (32), S. 267, N.v; 39 (38), S. 21 o, N. b ; S. 276, N. i. 4) Vgl. oben S. XIII, Z. lOff. milN. 1. 5) Nr. 134. 138. 139. 141. 150. 158. 159. 6) Vgl. oben S. XIII, N. 5. 7) Kap. 3,

45 S. 231, N. h; 13, S. 241, N. h; 18, S. 245, Z. 39, N. e; 20, S. 249, N. t ; 28, /Sf. 261, N.3..

XVI M. ADAM BREMENSIS

wAt BC, die A 2 nicht hat, vier'^ mit C\ die sicker hedeutungs- los und zufdllig sind, eine Anzahl Uhereinstimmuyigen mit B, entweder mit allen^ Handschriften B oder besonders^ mit B S^^~^; diese sind ehenso wie die Gleichheiten mit BC nirgends sehr bedeutend und' am ersten vielleicht daraus zu 5 erJddren, da/S A 3 ebenso wie alle Uberlieferungen B, be- sonders audi B S (das vierte Buck der Border Handschrift) , eine ddnische Uberlieferung und sein Text hier von B be- einfluf^t ist. Weiter haben die Texte A 3 einige Zusdtze*, die sich nirgendwo anders finden, von denen der nur in 10 A 3 *• ^' uberlieferte in Kap. 39 friihestens aus dem Anfang des 14. Jahrhunderts herrHhrt ^. Endlich ist die Fo^ssung in A 3 in der Art bearbeitet, da/S alle oder die meisten Bezug- nahmen auf die Personlichkeit Adams und auf seine Zeit getilgt sind ^, ivorin also die Hand eines spdten Bearbeiters 15 zu erkennen ist. Ob diesem selben auch die wenigen Zusdtze zuzuschreiben sind, ist nicht auszumachen.

A 1, A 2 und A 3 gehen gemeinsam auf eine Hand- schrift zurilck, die eine Abschrift von Schreibershand war, wie einige sinnentstellende, ihnen, soweit sie jeweils vor- 20 liegen, gemeinsame, in BC nicht vorkom.mende'^ Fehler^ er- weisen. Nennt man diese Handschrift a und die notwendig vorauszusetzende, in § 2 noch ndher zu bestimmende Vor-

25

30

35

1) Kap. 10, S. 238, N. h; S. 239, A^. c. e; 16, S. 244, N. b 32 (31), S.266, N.-p. 2) Kap. 1, S. 227, N. r; S. 230, N. h

5, S. 233, N. f ; 21, S. 252, Z. 40, N. f ; 31 (30), 8. 264, A^. n; 32 (31) S. 266, N. c. Vgl. 40 (39), S. 277, Z. 33, N. g. 3) Kap. 1, S. 228

N.i; 6, 8. 233, N. e; 18, 8. 244, N. c; 22, 8. 253, N. a; 25, 8. 257 A^. r. Vgl. Kap. 1, 8. 227, A. p; 44 (42), 8. 280, A. e. 4) Kap. 19

8. 247, A. *; 34 (33), 8. 268, A. *; 39 (38), 8. 276, A. * 5) Vgl

8. 276, A. 6. 6) Vgl. Kap. 2, 8. 230, A. f. k; 8. 231, A. d

3, 8. 231, A. b. i; 8, 8. 235, A. a; 10, ;S'. 238, A^. a. b; 11, 8. 240, A. c 20, 8. 248, A. b. d; >8'. 249, A. i; 21, 8. 250, A. e. 1; 23, 8. 254, A^ i 24, ^.255, A.i; 25, 8.251, N.i; 28, .S'. 260, A. b. d; 29 (28), /S. 261, A. b 30 (29), 8. 261, A. b; 34 (33), 8. 269, A. c; 35 (34), 8. 270, A^ a; 8. 271 A. e; 36 (35), 8.213, A.i; 37 (36), /S. 274, A. m; 38 (37), aS. 275 A. m; 39 (38), 8. 275, A. b; 8. 276, A. d; 43 (41), 8. 279, A. c. Vgl auch Kap. I, 8.226, A. g; 26, 8. 25S, A. o; 31 (30), 8.264:, A. h Z. 38, A. f ; 44 (42), 8. 280, A. 11. 7) Einige der in der folgenden

Note gesammelten Fehler tauchen auch in einzelnen Handschriften B 40 Oder C (aher keiner in BC) auf, vgl. 8. 80, A. y; 8. 252, A. e; 8. 278, A. b. Da handelt es sich um Fehler, die im Zusammenharuje naheliegen, sich spontan einstellen konnten und also filr das Verhdlinis der Hand- schriften zueinander nichts heweisen. 8) //, 17 (15), 8.13, A. k; 18 (15b), 8. 73, A. **; 22 (19), 8. 80, A. y; 8. 81, A^ f. IV, 1, 8. 227, 45 A. t; 13, 8. 241, A. s; 8. 242, A. n; 18, 8. 244, A. e; 8. 246, A. i; 22, 8. 252, A. e; 40 (39), 8, 277, A. o; 8. 278, A. b.

EINLEITUNG § 1. XVII

lage A, so ist der Stammbaum der A - Handschriften also folgender:

A

a

Al a

Al^ A2 a"

/\ AS'-AS^

JBC sind alle Handschriften^ welche die in der Aus- gabe in eckige Klammern [ ] eingeschlossenen Sdtze ilber

5 A hinaus bieten, in denen der ihnen mit A gemeinsame Text eine vielfach andere Fassung hat"^, die endlich fast alle eine gro/Se Anzahl Scholien enthalten, nicht alle dieselben^ die einen diese, die anderen jene, aber ein gro/Ser GrundstocJc ist docli gemeinsam. Diese Umsta/nde beweisen, da/^ die

10 Handschriften BC gemeinsam auf eine Handschrift (X) zurilckgehen^ in der diese Zusdtze zu dem A-Texte gemacht waren und die eine andere Fassung des Werkes als A bot. Von dieser gemeinsamen Grundlage aus aber heben sich weiterhin die Handschriften B und G als deutlich geschiedene

15 Klasse7i der Uberlieferung ab.

JB sind alle Handschriften, die einen wesentlich ver- dnderten Text gegen AG bieten, unter anderm in II, 28 (26), S.SS, Z. 16—23; 82 (78), >S'. 140, iV. *. IV, 16, aS'. 243, Z. 1—5, Z. 14; 40 (39), S. 276, Z. 13—17; 44 (42), S. 280,

20 N. *, und die allein die Scholien 43 (45), 45 (46) und 46 (47), S. 124: f. haben, um nur die wichtigsten Stellen zu nennen; daneben stimmen sie sehr oft an vielen, weniger wichtigen Stellen'^ miteinander gegen AG ilber ein.

J^l sind zwei nahverwandte Handschriften, die unter

25 1) Eine Anzahl textlich wichtiger Ahweichungen der Handschriften

BC von A 1 hzw. A 1—3, die iiber die Beschaffenheit von X ndhere Aufschliisse gehen, ist ohen S. X, Z. 13 18 mit N. 8—11 zusammen- gestellt. Weitere Lesarten von BC finden sich auf jeder Seite der Aus- gahe. 2) Die Namensformen sind in B stets voll latinisiert; Sueno

30 steht statt Suein, Fiunia statt Fune, Iiidlandia, Selandia statt lutland, Seland und dergleichen mehr.

Adam Bremensis. II

XVm M. ADAM BREMENSIS

anderm einen gemeinsamen Index'^ und eine gemeinsame Kapiteleinteilung des ganzen Werkes kaben und vide gleiche Fehler und kleinere Auslassungen oder Zusdtze^ im Text aufweisen.

^1^ (Lappeiiberg n. 2) ist die Handschrift Wolf en- b battel ^, Codex Gudianus n. 83. Darin stehen auf Blatt 1 bis 274 sehr verschiedene StilcTce. Blatt 275 281 sind leer^ Blatt 282 320 enthalten den Text des Adam von Bremen, der dort mitten im Sats in IV, 25 verstilmmelt abbricht^. Das Format der Handschrift ist 28,5 x 20,5 cm (bzw. des Dop- lo pelblattes 28,5 x 41 cm), die an manchen Stellen erkenn- bare Beschneidung Idj^t als urspriingliche Gro/Se des Papiers 29 X 41 cm vermuten. Dieses Format, das Wasserzeichen, das denen bei Briquet^ 7^.12 995 und 12 996 sehr dhnlich, aber mit keinem von beiden identisch ist, weist das Papier i^ in die Mitte, etiva in die vierziger Jahre^ des 15. Jahrhunderts, und dazu stimmt die Schrift durchaus. B 1^ ist wahrschein- lich in Ddnemark, jedenfalls aber nach ddnischer Vorlage geschrieben, worauf eine Anzahl Randbemerkungen'^ schlie- /Sen lassen ^. Am oberen Rande bemerkt man fast durch 20 sdmtliche Blatter der Adamhandschrift durchgehend die Ein- wirkung von Feuchtigkeit; gegen den Schlu/], besonders von

1) Verdffentlicht SS. VII, 280—283 nach B la, wo aber der Index weniger vollstdndig ist als in B l^, das offenbar eine bessere Form bietet. Da er ganz wertlos ist, hate ich ihn hier nickt wieder mit- 25 geteilt. 2) Vgl. die gro/^en Umstellungen in B 1 in III, 50/51

(49/50), S. 193, iV. n; S. 194, N. n. o. Ferner kleinere Auslassungen undZusdtze I, 15 (17), 8. 21. Z. 37, N. 1. IL 22 (19), 8. 80, Z. 25, N. k; 28(26), >S. 89, N.h; 41(39), ^.101, N.h; 43(41), ^.103, N.*. Ill, 52 (51), 8. 196, N. * und vieles anderes mehr. 3) Vgl: Die 30

Handschriften der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbiittel. Vierte Ab- teilung: Die Gudischen Handschriften. Die lateinischen Handschriften bearbeitet von Oberbibliothekar Gustav Milchsack (WolfenbHUel 1913; des ganzen Werkes IX. Band), 8. 130/. Vgl. auch Lappenberg, Archiv VI, 839—841, ivo aber manche unrichtige Angaben gemacht werden. 35 4) Es fehlen sechs Blatter, siehe unten IV, 25, 8. 256, N. 1. 5) C. M. Briquet, Les Filigranes. Dictionnaire historique de marques de papier. 1282 1600. Tom. 1—4. Paris 1907. 6) Einige 8tucke der ersten

Abteilung des Bandes sfammen aus den Jahren 1435 und 1439. 7) /, 15

(17), 8. 20, A^. t; ^. 21 A', t; 25 (27), 8. 31, A. i; 28 (30), 8. 34, A^. s; 40 29 (31), 8. 35, A. b; 38 (40), 8. 41, A. a; 47 (49), 8. 47, A. d. //, 3, 8. 63, A. h. w; 29 (27), 8. 91, A. h; 30 (28), 8. 90, A. 1; 38 (36), 8. 98, A^. d; 40 (38), 8. 100, A. q; 51 (49), 8. 112, A. b. 8) Alle Hand-

schriften B stammen aus Ddnemark, der B-Text kann, obwohl auch A (A 3) und anscheinend C (vgl. unten 8. XXXI, A. 1^ im Lande nicht 46 unbekannt waren, geradezu als die ddnische Fassung des Adamtextes bezeichnet werden.

EINLEITUNG § 1. XIX

Blatt 324 an, steigert sich das zu einer an Umfang immer zunehmenden Zerstorung des Papiers, der grd/3ere Telle von Scholien auf dem oberen Eande der letzten beiden Blatter zum Opfer gefallen sind, nirgends aber eigentlicher Text. 5 jBI^ (Lappenberg n.2si) isi die Handschrift Kopen-

hagen'^, Alte Tcgl. Sammlung n. 1175, Papier, 29 X 40 cm, WasserzeicJien Briquet n. 11 365, bei Briquet filr eine Hand- schrift von 1557 belegt. In diese Zeit weist audi unseren Band die Schrift. In dem Text von erster Hand zeigen sich

10 sehr viele Korrehturen von zweiter Hand und mehreren an- deren Hdnden; oft stehen zwei, drei Lesarten iibereinander und nebeneinander und an den Rdndern, oft sind leergelassene Stellen (nach der Vorlage) von anderer Hand ausgefilllt. Alles das ist unten in der Ausgabe in den seltensten Fallen

15 verzeichnet und nur mitgeteilt, wo es filr die Herstellung des Textes oder die Bestimmung des V erhdltnisses der Hand- schrifien einen Wert hat. Da/S B 1^ nicht direht aus B 1^ abgeschrieben ist, zeigen viele Lesarten, von denen nur einige der schlagendsten unten im Apparat enthalten sind, wie III, 2,

20 8. 145, N. t'^; 34 (33), S. 176, N.m\ Da/3 die Handschrift auch nicht indireht durch ein Mitielglied auf Bl^ zurilckgeht, vielmehraufdessenVorlage, beweist schon der einleitende Index, der in Bl^ viel besser und vollstdndiger ist als in Bl^, dessen Schreiber a,n dieser (von ihm mit Recht als uberflUssig er-

25 achteten) Miihe bald erlahmt ist, zeigen unter den einzelnen

1) Vgl. Waitz, Archiv VII, 451—453. Der Satz aus der Vorrede von B 2, der Ausgabe des Vedel, der unten S. XXI, N. 2 mitgeteilt ist, in Verbindung mit Adam, Praefatio S. 1, N. c, konnte die Vermutung nahe- legen, BV^ sei das Exemplar des von Vedel genannten M. Bartholomaeus

30 Cyprdus Sleswicensis. Dock mu/^te Vedel in seiner Bemerkung dann irrtilmlich Annonius statt Aimundus eingesetzt haben. Einen Bartholo- maeus Cypraeus in Schleswig im 16. Jahrhundert flnde ich nicht bei Bricka, JDansk biograflsk Lexikon, nur den bekannten Jurisien und Historiker Paul Cypraeus daselbst, 1536—1609. Nach Vedels Aus-

35 drucksweise ^post se reliquitj war jener Bartholomaeus C. 1579 bereits verstorben, vielleicht ein Bruder des Vaters von Paul C. In B 1^ steht nach freundlicher Mitteilung des Herrn Sekretdrs C. Behrend von der kgl. Bibliothek in Kopenhagen 'unten an der letzten Seite ein Name, welcher, soweit ich sehen kann, nur als P. Cyprinus D. (nicht wohl Cy-

40 praeus) gelesen werden kann. Vgl. ilber Paul Cypraeus und seine Familie H. F. Rordam bei Bricka a. a. 0. IV ("1890;, 121 123. 2) Hdtte

der Schreiber von B 1^ hier die fast ausgeschriebene Form von B \^ vor sich gehabt, so hdtte er kaum so gekurzt wie geschehen, was ihm selbst und seiner Zeit (wie die Bemerkung von zweiter Hand und die Schreib-

45 gewohnheit der ganzen Handschrift beweist) unverstdndlich war. 3) An

dieser Stelle hatte der Schreiber das sei hier nachgetragen leeren Raum gelassen, weil er seine Vorlage (mit aor^ nicht verstand.

II*

XX M. ADAM BREMENSIS

Sfellen am schlagendsten etwa II, 35 (33), aS. 96, iV. b; ///, 7, S. 148, N. f, daneben viele andere^.

Die gemeinsame Vorlage filr B 1^ und B 1^ (y) hatte hursive Schrifizilge, in denen vielfach ir filr u, u filr ir ge- lesen werden konnte oder schon geschrieben war^, ferner h s filr li^, ni filr in oder m*, undAhnliches. Die Handschrift war danacli wohl in Schrift etwa des spdteren 14. oder be- ginnenden 15. Jahrhunderts ^ geschrieben.

J3 2 (Lappenberg n. S) ist die Erstausgahe des Adam V. J. 1579, besorgt durch den Jcgl. ddnischen Historiographen lo und Kanoniker in Ribe A. S. Vedel (Velleus) ^. Dieser hatte eine Handschrift des ddnischen Zisterzienserklosters Soro auf Seeland, die dann nach Kopenhagen in die Uni- versitdtsbibliothek kam'^ und dort bei dem gro/Sen Brande von 1728 zugrunde gegangen ist. Uber Vedels Verfahren 15

1 ) Ndmlich alle diejenigen, an denen Bl^ die vielen singular en Fehler von B 1* nicht mitmacht, sondern den urspriinglichen, richtigen Text be- wahrt hat. 2) /, 15 (17), S.22, N.n: bute statt birce jB 1; 45 (47),

S. 46, N. u: curandi statt circandi B 1^. 77, 82 (78), S. 140, N. m: scun- heki B l\ Skunbek B lb statt Scimbeki. 777, 51 (50), S. 194, N. w : britue 20 5 la statt Butue. 3) 7, 30 (32), S. 36, N. c: hudgard B 1 statt

liudgard; 35 (37), ^.38, N.\: hyberto B 1 statt liuberto; 46 (48), S. 47, N. d: liudroldo B l^, Hudraldo 5 1b statt Sundroldo (Lindroldo B 2. C). II, 21 (18), S. 77, N. e: Warnalii B lb statt Warnahi B 1* 2. C. Ill, 1, S. 142, N. x: Uemare B la, Vemare 5 1b, Jcorr. Limare, statt 25 Liemare. 4) 7, 15 (17), S. 20, N. u: Regnifridus B 1 statt Reginfridus ; 54 (56), S. 55, N.c: Regniwardus B 1* statt Reginwardus; 61(63), S. 59, N. u: pagani sinum B l^, paganissimum B 1^ statt paganismum. 5) Vgl. noch Verlesungen und Nachmalungen wie Praefatio S. 3, N. e: chchei statt didici B 1*. 7, 13 (14), S. 17, N. e: seuexii B la statt se- 30 nex et. 7, 16 (18), iSf. 23, N. r: Turolem 5 lb stets statt Turolz. 77, 6 (5), S. 66, iV. e : lecti B la statt ledi ; ebenda N. f : exponem 51^ sto^^ erponem. 77, 37 (35), S. 98, N. I; ^c/io/. 91 (92), S. 212, i\^. f : depravatitur B la .stoif^ depravantur. 6) Vgl. C. F. Wegener, Historiske Efterretninger

om Anders Sorensen Vedel. Kopenhagen 1846 (wieder 1847J. AbgedrucM 35 in Vedels Saxoiibersetzung in der neuen Ausgabe Kopenhagen 1851, als Zugabe zu der tJbersetzung: Deii dansTce Kronilce af Saxo Orammaticus. Vgl. ferner H. Rordam in Kirkehistoriske Samlinger 3. Raekke, IV. Bd. iiber Vedel. Ich verdayike diese Angaben dem freundlichen Nachweis von M. CI. Gertz in Kopenhagen. 7) Sie sta^id dort in der Capsa 40

Ambrosii Pars II, Ordo primus, Nr. 3. In dem Druck bei Fritz Burg, Die Capsa Ambrosii der frilheren Kopenhagener Universitdtsbibliothek (Hamburg 1911J, S. 48^., wird sie in dem Haupttext nach der Hand- schrift 77 der Hamburger Stadtbibliothek zitiert als: Capsa I, Ordo 1, Nr. 2. Die Nummern 2 und 3 dieser Reihe sind in der Hamburger Hand- 45 schrift vollig durcheiyiandergebracht, besser ist da die Kataloghs. Kopen- hagen, Universitdtsbibliothek, Cod. Rostg. 21, 4^. Ungenauigkeiten im Zitieren der Handschriften dieser Capsa sind durchgdngig, siehe Burg S. 8 mit N. 1.

EINLEITUNG § 1. XXI

bei der Ausgabe und deren Zuverldssigkeit erhalten ivir von verschiedenen Seiten ausreicheiide Auskunft. Vedel sagt in der Vorrede, er habe mehrere Handschriften in Hdnden ge- kabt^ und nennt besonders eine des M. Bartholomaeus Cy- 5 praeus Sleswicensis^; auch Lachmann, De codice bibliothecae Academiae Havniensis membranaceo, in quo Adami Bre- mensis opera inscripta fuere, dissertatio critico -liter aria^ Kiliae 1746, S. 8 berichtet ausdriicklich, da/^ Vedel mehrere Handschriften gekannt habe. Daj3 er nun aber etwa seine

10 Ausgabe aus mehreren Handschriften kontaminiert habe, da- fur findet sich nirgends ein Anzeichen, er ist vielmehr allein oder doch fast allein ^ der Border Handschrift gefolgt, iiber die er in der Vorrede ausfiihrlicher berichtet. Uber sein Ver- fahren dabei sagt er selbst, er habe die Handschrift auf seine

15 Bitte von Ivar Bartholinus erhalten und sei an die Arbeit gegangen, nach zweijdhriger Pause habe er sie auf Ermunte- rung des kgl. Geheimen Rates Harold Huitfeld wieder auf- genommen. Quocirca depositum e manibus opus denuo post biennium resumsi, atque addita lima revidi et casti-

20 gavi accuratius. Dann habe der kgl. Kanzler Nicolaus Kaas das Unternehmen seiner Ausgabe gebilligt, modo in locis quibusdam obscuris et parum forte considerate ab antore ad libellam censurae severioris expensis, admoneretur lec- tor sententiae planioris et veritati magis congriiae. Id

25 ego quum me facturum recepissem atque tandem . . . per- f ecissem usw. Vedel hat also den Text stilistisch bearbeitet *

1) Ad autorem quod attinet, nomen certe ipsius in omnibus istis exemplaribus, quae ad manus meas pervenerunt, suppressum extitit, sie enthielten alle nur in der Epistola nuncwpatoria ein A maiuscu-

30 lum. 2) Qua ratione ductus (des Buchstabens A) M. Bartholomaeus

Cj^praeus Slesuicensis reputauit voculam sequenttm (minimus) litte- rae isti capitali agglutinandam, atque ita legendum Annonius, quem- admodum in suo exemplari exaratum post se reliquit. 3) JEs ist

mdglich, dafi Vedel B l'^ gekannt und sich einzelne Lesarten daraus notiert

35 hat; vgl. die vorhergehende Anmerkung soivie S. XIX, N. 1 und an Lesarten etwa Praefatio S. 2, N. k. //, 10 (9), S. 69, N.h; 40 (38), S. 100, N. o; 50 (48), S. Ill, N. t. Doch sind die Fdlle, zumal in ihrer Vereinzelung, nicht sehr heweiskraftig , sie konnen jedenfalls den nach Vedels Vorrede klaren Taibestand nicht erschilttern, da/j er in der Hauptsache einfach

40 die Soroer Handschrift abgedruckt hat. 4) Besonders frei ist Vedel

7nit den Scholien umgegangen, die er vielfach ganz umgestaltet hat; vgl. Schol. 5 (6), aS. 29, N.gi 13 (14), /S. 74, N. g; 14 (15), S. 16, N.f; 16 (17), S. 77, iV^. f ; 23 (24), S. 92, iV. a; 27 (30), S. 102, N. f ; 29 (29), S. 103, i\^. f ; 33 (34), S. 105, N. b; 34 (35), S. 107, N. c; 36 (36),

45 S. Ill, N.c; 41 (42), S. 120, .¥. n; 44 (44), 8. 124, i\^. f ; 45 (46), S. 124, N.d; 47 (48), S. 126, A^ a; 48 (49), S. 127, N.c; 52 (53), /S. 130, N.e; 54 (55), aS'. 132, N.c; 55 (56), S. 133. N.e; 80 (81),

XXII M. ADAM BREMENSIS

und an anderen Sfellen (im national-ddnischen Inter esse^) sachlich gednderf; das erweisen auch fiir den Stil die vielfach alleinstehenden, dem mittelalterlichen Latein fremden Les- arten seiner Ausgabe selbst, fiir die Sache andere Hilfsmittel (B S^)j die unten zu besprechen sind. Weitere Auskunft 5 uber die Soroer Handschrijt gibt Lackmann a. a,0.; er er- ortert die Frage, warum Vedel das vierte Buck nicht mit- gedruckt habe^ und sagt etwa (S. lOj ; Es war in der Border Handschrift hinter dem Epilog ilberliefert, Vedel Jiatte den Autornamen Adam aus Helmold erst erschlossen^ zweifelte lo aber^ ob iJim auch das vierte Buck angehore. Er filrchtete die Kritik der Neider, traurige Familienverhdltnisse be- drilckten ihn. So gab er das Werk oJine das vierte Buck heraus. Daft in der Border Handschrift die Descriptio hinter dem Epilog stand, bezeugen auch die alten Bibliotheks- 15 kataloge der Kopenhagener Bibliothek^ ilber die Capsa Am- brosii in ihrer Aufzdhlung der einzelnen Stiicke der Hand- schrift. Die Tatsache ist in ddnischer tjberlieferung begreif- lich, die Beschreibung von Ddnemark sollte besonders hervor- gehoben und der Aufmerksamkeit des Lesers empfohlen wer- 20 den. Dem gleichenZwecke dienten die Einteilung des vierten Buches in gro/Se Abschnitte^ und die Uberschriften dazUy die aus der Soroer Handschrift in B S^~^ und B 5 ilber- liefert sind. Ob die Einteilung der ersten drei Biicher in deren vier^ in der Handschrift durchgefilhrt war oder eine 25 willkilrliche Ma/Sregel Vedels ist (etwa um das Fehlen des wahren vierten Buches zu verdecken) , Idf^t sich nicht sicher ausmachen; da aber das vierte Buch so durchgreifend in der Soroer Handschrift bearbeitet war, ivenn auch nicht textlich, so doch in der du/]eren Stellung und Einteilung, so liegt 3o

.S. 194, N.h; 82 (83), ^.195, A^. a; 90 (91), ^.211, N.d; 92 (93), 8, 214, A. f.

1) Vor allefn zeigt sich das bei der Umgestaltung der beJcannfen Stelle liber die Mark Sclileswig 11, 56 (54), S. 116, N. p (wo aber uxorem filiam Canuti statt uxorem Canuti zu lesen ist) ; auch B \^ hat hier sach- 35 lich verschdrfend gehilrzt. Auf ddnischen Nationalismus bei Vedel ist viel- leicht auch die Auslassung der Scholien 61 (62), ;S'. 151/., und 63 (64), S. 154, zuruchzufuhren. Protestantischer Eifer gegen Heiligen- und Be- liquienverehrung tritt sicher in der Tilgung des Satzes III, 66 (65), S. 213, Z. 37, N. c, vielleicht auch in der Auslassung der Scholien 24 (25), 40 8. 95/., v.nd 74 (75), 8. 169, zutage. 2) Vgl oben 8. XX, A^ 7. 3) Bei Kap. 1, 8. 226, A. c; 10, 8. 237, A. a; 21, 8. 250, A. a; 31 (30), 8. 263, A. a. Eine dhnliche Einteilung hatte bereits die vom Annalista 8axo benutzte Handschrift, vgl. Kap. 10, 8. 237, A. a. 4) Ein viertes

Buch bei Vedel fdngt im dritten Buch alter anderen tiberlieferungen, unten 45 ///, 43 (42), 8. 185, an.

EINLEITUNG § 1. XXIII

Icaum ein Grund vor zu hezweifeln, da/S auch die ersten drei Biicher eine solche duperlich andere Einteilung daselhst er- fahren haiten, zu behaupten, daf^ Vedel stillschweigend so weit von seiner Handschrift abgewiclien sei.

5 Die Zugehorigkeit dieses Textes zur B-Klasse wird vor

allem durch die oben S. XVII, Z. 17//. gesammelten Stellen erwiesen, weiter ergibt der Apparat, da/S B 2 von den beiden Handschriffen B 1, bzw. ihrer verlorenen Vorlage unabhdngig'^ ist, ohne da/] sich weiter e Mittel- oder Verbindungsglieder 10 nachweisen lassen. Die in der Handschrift auf den Adam- text ehemals folgenden StitcJce tvaren um 1250 und bis 1300 entstanderi^, der vorhergehende Adamtext wird also vor 1250 und vermutlich^ nach 1161/62, der Griindungszeit des Klo- sters Soro, geschrieben gewesen sein.

15 2? 3^ (nichtbei Lappenberg) ist die Handschrift Kopen-

hagen, Alte kgl. Sammlung n. 1115, wohl vom Ende des 17. Jahrhunderts, jedenfalls vor 1728 geschrieben. Sie hat auf fol. 75 die Uberschrift: Scholia quaedam adiecta in margine ad Adamum Bremensem Ms. in membrana in

20 folio in Bibliotheca publica Academiae Hafniensis Cap. Ambros. par. 1 ord. 1 No. 3. Quae Scholia vetustissima manu et eadem, quae ipsum opus exaravit, scripta sunt. Es folgen eine Anzahl Scholien und von Vedel ausgelassene oder verdnderte Sdtze des Textes^. Fol. 78 hat neue Uber-

25 schrift: Scholia antiqua ad libellum vel descriptionem in- sularum aquilonarium und enthdlt die Scholien und Sdtze: Schol. 97 (98). 98 (102), 101. 105 (103). 109 (108). 112 (110). 116 (115). 121 (117)— 127 (122). 132 (127)— 141 (137). /F,30 (29),^.263, iV^.*. iS'c/ioZ. 143 (139). 144 (140). /F, 32

30 (31), S. 266, Z. 6—9. Schol. 145 (141)— 148 (142). 150 (144). 155 (148). 158 (149). 159 (152). B 3* ist ein wert-

1) Bis etwa auf vereinzelte Beruhrungen mit 5 ll>, vgl. pben S. XXI mit N. 3. 2) Ndheres daruber bring e ich kilnftig an anderer Stelle.

3) Im Druck B 2 und in den gleich falls auf die Border Handschrift zu- 35 rilckgehenden Texten B 3 a— f ist ofter R mit K verwechselt, vgl. II 21 (18),

/S. 77, N. a. ///, 20 (19), S. 162, N. g; Schol. 118 (3), S. 239, N. h. Eine Form des K, die dem R sehr dhnlich ist, findet sich hdufig in Hand- schriften des 12. Jahrhunderts und spdterer Zeit, vgl. Watienbach, An- leitung zur lateinischen Paldographie (4:. Aufl.) 8. 53. 57. Z. B. kommt 40 das auch in der Kopenhagener Solinushandschrift vor, aus der unten S. 284 das Stilck iiber die Insulae Britannicae mit herau^gegeben ist.

4) Schol. 24 (25). 39 (40). 40 (41). //, 56 (54), S. 116, Z. 23-117, Z. 3. Schol. 41 (42). 44 (44). 43 (45). 45 (46). 61 (62). 63 (64). 67 (68). 72 (73). ///, 66 (66), S. 213, Z. 26-214, Z. 4.

XXIV M. ADAM BREMENSIS

voiles Hilfsmittel zur Kenntnis der Soroer Handschrift und zur Beurteilung des Druckes B 2.

^3^' (Lappenberg n. 8bJ^ ist die Handschrift Kopen- hagen, Neue kgl. Sammlung 8^, 180 (frilhere Nummer 139, so bei Lappenberg), Papier, wohl aus der ersten Hdlfte des & 18. Jahrhunderts. Sie hat die Uberschrift: Scholia antiqua ad libelliim vel descriptionem insularum aquilonarium, und auf S. V: Sequentia scholia mutuata sunt ex Adamo Bre- mensi MS. in membrana in folio in bibliotheca publica academiae Hafniensis caps. Ambros. par. I, ord. 1, num. 3. lo Quae scholia vetustissima manu et eadem, quae ipsum opus exaravit, scripta sunt; B S^' enthdlt dieselben Scho- lien und Satze wie B S^ im zweiten Teile. Die mit B 3^ identische Uberschrift zeigt die nahe Venvandtschaft, die Lesarten stimmen fast in allem, selbst in geringfilgigen Au/Ser- i5 lichkeiten ilberein; in einigen Fallen, wo B 3^' bessere Les- arten ^ bietet, liegen sicherlich iiberlegte Richtigstellungen vor. Insbesondere identische Randbemerkungen^ zu den Scholien 113. 126. 147 erweisen B 3^' als direkte Abschrift aus B 3^,

Fine Anzahl Uberlieferungen, die sich sehr nahestehen, 20 gehen ferner in verschiedener Verzweigung auf das vierte Buch der Soroer Handschrift^ zurilck.

^3^ (Lappenberg n. S) ist eine Kollation dieses vierten Buches, ^ die der Professor und Archivsekretdr in Kopen- hagen. Ami Magnusson (latinisiert : Arnas Magnaeus^, 25 1663 1730J, in ein Exemplar der Scriptores septentrio- nales von Lindenbrog eingetragen und die Lackmann a. a. 0. S. 33 36 gedruckt hat. Sie enthdlt einige Angaben ilber Lesarten der Soroer Handschrift, von denen manche sich in den Handschriften B 3°~*^ iviederfinden, die da- 30

1) Die Angabe der Varianten aus den Handschriften B 3*' e (Lapp. Nr. 8. S^. 9. 9^) im Apparat bei Lappenberg ist voll von Fehlern und Verwechselungen. 2) Schol. 98, S. 228. N. b; Scliol 106, S. 231,

N. a; Schol. 118, 8. 239, N. b; Schol. 122, S. 245, N. f, im Horazzitat vagas richtig ^3*', vaga falsch B 3*. 3) Die Idngere Bemerlcung 35

zu Schol. 123. 126 ist in der Ausgabe nicht mitgeteilt, vgl. dariiber kunjtig besondere Ausfuhrungen. 4) Fast als eine Handschrift des vierten

Buches kann man eine Cronica Norweye, Dacie et Swecie bezeichnen, die in der Handschrift 149 der Gymnasialbibliothek zu Koblenz, jetzt dort auf dem Staatsarchiv ( Saynmelhandschrift des 15. Jahrhunderts) ent- 40 halten ist. Da der die Lesarten verschiedener Klassen mischende, jeden- falls nicht zur A-Klasse gehorende Text aber hier vielfach frei bearbeitet und zur Hersfellnng des Gesamttextes nicht erforderlich ist, konnte er auj^er Betracht bleiben. o) Vgl. ilber ihn Kr. Kaalund bei Bricka,

Dansk biografisk Lexikon XI, 52 57. 6) Lesarten B 3^^ ^: «

EINLEITUNG § 1. XXV

durch und durcJi andere UmMdnde auf die Soroer Hand- sclirift als auf ihre letzte Quelle zurilckgefithrf werden. Es isi kein Grund zu bezweifeln, da/3 die Kollation nach der alien Handschrift selbst gemacht worden ist. Ihre Angahen 5 sind im Vergleich mil den Handschrijten B 3^~~^ ivertvoll, weil sie zeigen, dap manche Fehler der letzteren bereits in der Border Handschrift begangen worden sind.

^3^ (Lappenberg^ n. 9j. Lachnann a. a, 0. S. 36^. teilt Lesarten einer Handschrift 7nit, die er besa/S. und die^

10 wie er meint, eine Abschrift der Soroer Handschrift ivar, Sie hatte dieselbe tJberschrift und dieselbe Einteilung des vierten Beeches in gro/Se Abschnitte mit den gleichen Titeln wie die Kollation B 3^ und die Handschriften B 3^"~^, dazu aber sehr viele^ der sinnentstellenden, besonder en Fehler^

15 V071 B S^~^, die nicht der Soroer Handschrift zugewiesen werden konnen. Sie ist diesen jilngeren Texten zum 7nin- desten ganz nahe verwandt gewesen oder vielmehr hochst- wahrscheinlich identisch mit der jetzt in Kopenhagen be- findlichen Handschrift^ B 3^. Jedenfalls ivar sie keine

20 direkte Abschrift der Soroer Handschrift.

JB^^ (Lappenberg^ n.9), J5 (Lappenberg n.^h) und ^3* (nicht bei Lappenberg) sind drei einander au/^er- ordentlich nahestehende Abschriften des vierten Buches vom Ende des 17. oder An fang des IS.Jahrhunderts. Sie haben

25 Kap. 1, S. 227, Z. 26, N. h. - B 'S^.d—f., Kap. 5, S. 233, N. h^ 8, S. 236, N. q; 26, S. 258, N. d. - B 3b.d— f. 4: Kap. 1, S. 229, N. e;

34 (33), S. 269, N. h. - B 3b.d-f. 5: Kap. 35, 8. 270, N.m. - B 3b.d— f. 4. 5: Kap. 8, 8. 236, N. x.

1) Lappenberg hat die Mitteilungen bei Lackmann 8. 3Qff. und 30 die Lesarten der Kopenhagener Handschrift B 3^ unter der einen n. 9 als identisch was sie meist auch sind zusammengefafit. 2) Wenn wir viele andere derselben darin nicht nachweisen kcmnen^ so kann das leicht an der Unvollstdndigkeit der Angaben Lackfnanns liegen. 3) Ge- meinsame Fehler von B 3c— f sind Kap. 1, 8. 226, N. k; 227, N. d. 35 f. n. v; 3, 8. 231, N. c; 232, N. a. d; 6, 8. 234, N. b. g; 8, 8. 235, N. c; 236, NA; \l, 8. 240, N. u; 15, 8. 242, N. g; 16, 8. 242, N. c; 18, 8. 244, N. c; 245, Z. 40, N. h; 22, 8. 253, N. e; 24, 8. 256, N. e;

35 (34), 8. 270, i\^. c; 36 (35), 8. 271, N. e. 4) Diese Handschrift hat auf dem Titelblatt die Bemerkung : NB. Apographum hoc est codic.

40 membran. Academ. Hafn. Nach Lappenberg in der Vorrede zu seiner Adamausgabe ware diese Bemerkung von der Hand 8uhms; Herr 8ekretdr C. Behrend von der kgl. Bibliothek in Kopenhagen teilt mir unter Beilegung einer Photographic mit, dafi die Schrift 'Lackmanns Handschrift zu sein oder ihr sehr dhnlich zu sein scheinf. Besonders

45 nahe textliche Beriihrungen zwischen 5 3c und 5 3d siehe IV, 14, 8. 242,. N. e; 21, 8. 250, N. v; 22, 8. 252, iV. d; 35 (34), 8. 270, N. c.

XXVI M. ADAM BREMENSIS

auf den ersten Bldttern (verschieden verteilt) die gemeinsame Uberschrift: Descriptio Eegiomim Septentrional. Daniae Sueciae et IsTorwegiae. Atqne Insularum adiacentinm hausta ex Codicillo Vetustissimo MSSto. In quo Geo- graphica Eegiomim descriptio, Eitus turn Ecclesiastici, & turn Civiles apud has Gentes nsitati vulgo immiscentar. Anno MDCLXXXV in Esgr. Angl. Sehleswig. Also gehen alle drei Handschriften auf eine Abschrift zurilck, die im Jahre 1685 in dent kleinen Dorfe Esgr us in Angeln, Provinz Schleswig-Holstein'^ gemacht ivorden ist oder sich damals lo dort be f and. Diese Esgruser Abschrift Jcann wohl direkt aus der Soroer Handschrift genommen worden sein, wir kennen jedenfalls keine weiteren Mittelglieder, aber sie war voller Fehler, wie die gemeinsamen Lesarten von B 3^~~^ er- weisen^. Unter diesen dreien stelien sich ivieder B 3^ und i5 B 3* ganz nahe, B 3^ etwas mehr filr sich.

jBB^ ist die Handschrift Kopenhagen, Neue hgl. Samm- lung, Papier, 4^, n. 523 U7id enthdlt auf S. 1 37 das vierte Buch; das Umschlagsblatt hat Numerierung von der gleichen Hand und die Zahl 40. 20

jB^^, Hannover, kgl. Bibliothek XXI, 1688 und JB3*, Kopenhagen, Thotts Sammlung 1387, 4^, sind von demselben JSchreiber geschrieben, auf gleichem Papier, mit gleicher Raumverteilung , so dafi sich fast stets die einzelnen Zeilen und Seiten in ihrem Inhalt genau auf Silbe und Buchstaben 25 entsprechen. Das wird erst auf den letzten Seiten anders, wo B 3^ gedrdngter ist als B 3^. B 3^ ist im ganzen weniger sorgfdltig ausgefilhrt, enthdlt mehr Fehler als B 3^, es ist aber nicht Abschrift von diesem, sondern anscheinend spdier genommene Abschrift von derselben Vorlage. so

B 3^~^ stelien also im Grunde nur eine Abschrift des vierten Buches der Border Handschrift dar, ihr Text ist

1) Landkreis Flenshurg. 2) Sie sind in der Ausgabe nur sehr mit Auswahl angefiihrt. Vgl. die ohen 8. XXV, N. 3 gesammelten gemeinsamen Fehler von 5 3o— ^ und dazu Kap. 1, S. 228, N.i. o; Sckol. 97, S. 228, 35 N. b; Kap. 2, S. 230, N.i; 6, S. 233, N.e; 8, S. 235, N.h; S. 236, N. q; 10, S. 239, N. m. p; 11, S. 240, N. k. z; 12, S. 241, N. n; 16, S. 243, N.t; S. 244, N. d; Schol. 122 (118), S. 245, N. 1; Kap. 18, S. 246, N. e; 19, S. 246, N. g; 20,' S. 249, N. h; 23, S. 254, N.k.s^; 25, >S. 257, N.n; 26, /S. 257, A^. b. c; 27, >S'. 260, A^. k; 28, S. 261, 40 A. i; 29 (28), S. 262, N.I; 31 (30), S. 264, A. i; 32 (31), S. 265, A^. c; 33 (32), S.267, A.k; 34 (33), aS. 268, A^. i;.35 (34), ^.271, A. f; 36 (35), /S. 272, A. x; 39 (38), ^.276, A. a; 40 (39), *S. 277, Z. 32, A^. d; 42 (41), S. 279, A^. m.

EINLEITUNG § 1. XXVII

zwar in manclien Beziehungen'^ schdtzenswerty aber dock auch durch viele Fehler entstelU, die sicher nicht auf die Border Handschrift, sondern erst auf die Esgruser Ahschrift von 1685 zuruckgehen. Eine wertvolle Kontrolle bieten da 5 zwei andere alte, ddnische Abschriften des vierten Buches der S order Handschrift,

JB^ (Lappenberg n.lO) ist die Handschrift Kopen- Jiagen, Alte JcgL Sammlung n. 719, Papier, 21% X 31 cm, aus dem 16. Jahrhundert^. Die Handschrift hat einen breiten

10 Rand, ofter sind einige Zeilen untereinander eingeruckt und ist besonderer Eaum gelassen; man sieht, in der Vorlage haben da offenbar Scholien gestanden, sie sind aber in B 4: mit wenigen Ausnahmen^ nicht mit abgeschrieben. Von diesen Scholien ist n. 97 au/Ser in B 4 nur in sicheren Ab-

S5 leitungen aus der Soroer Handschrift enthalten; 141 zwar au/Ser in B 3^-^'. 4 auch in A 2. 3. C 2, aber B 4 geht in den Lesarten mit B 3^-^'. Fiir die Ansicht, daji B 4 aus der Soroer Handschrift stamme, ist ferner eine gro/Se Zahl von Lesarten ^ anzufiihren, die B 4 mit B 3^, B 3 ^^^ oder

20 B 3^~^ bzw, mit diesen Handschriften und B 5 gemeinsam hat; bei Kap. 10. 21. 31 hat B 4 groj^e Absdtze, allerdings die Titel der anderen Handschriften entweder gar nicht oder nur sehr gekilrzt. In manchen Fallen hat B 4 den richiigen Text bewahrt ^, wo alle anderen Abschriften und Ableiiungen

25 der Soroer Handschrift (soweit sie zur einzelnen Stelle je- weils vertreten sind; B 3t>.c.d~f^ 5j gemeinsam eine andere Lesart bieten. Eine Anzahl Sonderilbereinstimmungen^ mit B 6 ist zu beachten. Bei Abwdgung alter Umstdnde kann

1) Durch Hinweise auf den graphischen Zustand der Vorlage, in

30 der Worte iiber der Zeile standen; vgl. unten § 2, S. XXXIX, Z. 8—27 mit N. 2. 2) Vgl. Waitz, Archiv VII, 453. 3) Schol. 97 (98), S. 228 139(135), >Sf. 258; 141 (137), >S'. 260; 142 (138), ^.262; 144 (140) S. 265. 4) Kap. 1, 8. 228, N. v ; 229, N.e;^, 8. 231, N.d;5, 8. 233 N. d; 8, 8. 236, N. p. x; 9, 8. 237, N. c; 11, 8. 240, N. e; 241, N. b

55 13, 8. 241, N.n. u; 16, 8. 244, iV. s; 18, 8. 245, N. x; 246, N.l; 19 8. 248, iV^. p. q; 22, 8. 253, N. h; 28, 8. 260, N. r; 261, N. h; 30, 8. 261 N. c; 262, N. q; 31, 8. 264, Z. 39, N. i; 32, 8. 267, N. 1; 34, 8. 269 N.h; 38, 8. 275, N. k; 43, 8. 280, N. a. 5) Kap. 13, 8. 241, N. g

22, 8. 253, N. e; 23, 8. 254, NA. o; 26, 8. 259, N. f ; 27, 8. 260, N. c

40 29, 8. 261, N. i; 37, 8. 274, N. i; vgl. 34, 8. 269, N. d. 6) Kap. 4 /Sf. 232, N.i', 15, aS. 242, N.g; 17, 8.2U, N.m; 2], /S. 2.52, i\^. o Z. 38, N. b; 22, ^. 2.53, N. 1; 24, aS. 256, N. c; 26, -S. 258, N.j); 28 5f. 260, i^. e. q; 29, 8. 261, i\r. f ; 30, 8. 262, i^. d. e; 31, 8. 264, iV^. i. z 34, ^. 268, N. d; aS. 269, iV^. d. r; 36, 8. 271, N. f ; 272, iV^. p; Z. 37, i\^. c,

45 37, 8. 274, iV. n. tJber den Wert und die Bedeutung dieser Lesarten vgl. unten 8. XXVIII, Z. 14-17 mit N. 2.

XXVIII M. ADMi BREMENSIS

nicht bezweifelt iverden, da/S B 4, vielleicht durch eln MitteU glied, wahrscheinlicher aber direkt sine Abschrift aus dem vierten Buche der S order Handschrijt ist.

Die gleiche SacJilage liegt vor bei S 5 (nicht bei Lappen- berg), Kopenhagen, Thotts Sammlung 1386, 4^, Papier^ & aus dem 16. oder 17. Jahrliundert. Eine sorgfdltig geschrie- bene, gut ausgestattete Handschrift (Goldschnitt) ; alle Namen sind in Kapitale geschrieben. Auf dem Titelblatt findet sich ganz unten, etwas beschnitfen, der Name eines Besitzers, Claudius Christophorus. Der Text ist, zumal im An- la fang, vielfach eine freie Bearbeitung und enthdlt viele Ab- weicliungen, die unten nicht verzeichnet sind. Filr die Be- stimmung der Stellung von B 5 zu berilcksichtigen sind ein- mal die bereits berilhrten'^ Ubereinstimmungen mit B 4, die aber wohl kaum ausreichen, um die Annahme einer filr is- 5 4. 5 gemeinsamen, von der S order Handschrift verschiede- nen Vorlage zu begrilnden^; dann die zahlreichen Gleich- heiten^ mit B 3^^~*. 4, insbesondere in den Titeln der Kap. 10. 21. 31, die deutlich zeigen, da/S B 5 auf die Border Handschrift zuriickgeht. 20

FUr die Bestimmung des Textes des vierten Buches in der Border Handschrift sind also folgende Hilfsmittel von verschiedenem Wert vorhanden: B 3^ (daraus B 3^') direkt aus der S order Handschrift, ebenso B 3^ -, B S^~^ in Ver- ziveigungen daraus, vor allem durch das Mittelglied der 25. Esgruser Abschrift von 1685, die viele Fehler und Sonder- lesarten in den Text gebracht hat; jB 4. 5 hdchstwahrschein- lich direkte Abschriften aus der Border Handschrift, die aber einer seits gewisse gemeinsame Abweichungen von den ande- ren Uberlieferungen haben und andererseits je filr sich mit 30 einiger Freiheit vorgegangen sind,

Danach ist die Verziveigung der Handschriften B die folgende:

1) Vgl. S. XXVII, iV. 6. 2) Sehr viele derselhen hestehen darin, dafi B 4. 5 gemeinsam et statt etiam des Textes haben; da liegt stets gleicher sf Lesefehler der beiden Schreiber vor. 3) Fiir B St" ^. 4. 5 oder

B 3d-f. 4. 5 vgl. oben S. XXVII, N. 4, dazu Kap. 1, S. 227, N. w; 3, S. 231, N. t; 38, S. 275, N. n; ferner Kap. 25, S. 257, N. r; 34, S. 269, N. d. Fiir B 3 d-f. 5 vgl. oben S. XXVII, N. 5.

EINLEITUNG § 1.

XXIX

Z (Soroer HsJ

Bl^ Bl^ B2 B3^ W (4. Buck der Soroer Hs.)

B4: Bo BS^ t (Esgmser Abschrift)

B3^'

tt

B3<^ B3^ B3^ B3^

Alle Handschriften C haben iiber A Jiinaus die gleichen Zusdtze im Text wie B, sie haben ebenso eine gro/Se Anzahl ScJiolien, viele mit B gemeinsam, andere filr sich. Sie unter- scheiden sich von B dadurch, da/S sie die oben S. XVII, Z. 17//.

5 gekennzeichneten Eigenheiten dieser Klasse nicht mitmachen, dafilr haben sie allenthalben eigene Besonderheiten. von denen etwa I, 16 (18), S. 23, X. *; 27 (29), S. 34, N, *; 50 (52), S. 50, N. c; 61 (63), S. 59, N. s. 77, 1, S. 61, N. *; 28 (26), S. 88, Z. 20—22, S, 89, N. d; 44 (42), >S. 105, A^. o; 54 (52),

10 S. 114:, N.t; 80 (76), >S. 138, Z. 22— 25. 7/7, 12 (11), S. 153, xY. g; 24 (23), S. 167, N. *; 63 (62), S. 209, N. s; 67 (66), S, 214, N. g; 77 ("70 Anhamg), S. 224, N. g. IV, 9, S. 237, N. d. k im Text und die Scholien 10 (11), S. 50; 57 (58) und 58 (59), ^S. 139/.; 65 (66), ^.156; 151 (llo-,

15 nur in 0 2 S.210, weil C 1 vorher aufgehort hat) hervorzu- heben sind. C hat an vielen Stellen andere X aniens formen als AB, niederdeutsche an Stelle der oberdeutschen dieser beiden Klassen'^, Diese Abiveichungen haben zum Teil inhaltliche Bedeutung^ und milssen auf die Entstehung der Klasse in

20 1) Vgl. darilher Kdheres unten in § 4, S. LIII, N. 5. 2) C stimmt

mehrfach mit dem Wortlaut der henutzten Quellen gegen AB iiberein, und zwar: 1) mil der Vita Anslcarii I, 15 (17), 8. 22, iV. g; 16 (18), S. 23, N. f. i. r; 25 (27), 8. 31, N. m; 2) mit der Vila Rimberti I, 40 (42), 8. 44, N. c; 45 (47), 8. 47, N. a; 3) mit den Annales Fiildenses

25 /, 15 (17), 8. 20, N.i; 28 (30), 8. 34, N. h. 8oweit diese Gleichheiten sich aber nicht auf Namensformen erstrecken (ivo sie auf der in C in gro/^erem Umfang durchgefiihrten Texidnderung beruhen), sind sie un- bedeutend oder konnen auf zufdlligemZusawmentreffen infolge selbstdndiger

XXX M. ADAM BREMENSIS

sehr alter Zeit zurilclcgehen'^. Davon vermutlich zu scheiden^ ist eine durchgreifende formale Bearbeitung, die der Text hier erfahren hat, in grammatischer und stilistischer ^ Hin- sicht, mil Tilgung sehr vieler personlicher Bezugnahmen* Adams auf sich und seine Zeit ^, also wohl von einem erheb- s lich spdteren, formal vorgehenden Bearbeiter. Besonders hat dieser auch die iiberall vorsichtige Ausdrucksweise Adaw.s fast durchgehend vergrobert, Wendungen wie ferunt, aiunt, ut dicitur usw. an sehr vielen Stellen getilgt und positive Behauptungen an Stelle der vorsichtig eingeschrdnlcten Aus- ic- sag en Adams gesetzt ^. Es ist nicht ausgeschlossen, dafi diese

Anderungen in C beruhen, setzen nicht notivendig eine Neuheranziehung der Quellen daselhst voraus.

1) Vgl. unten § 2, S. XL mit N. 1. 2) Einige sachlich wichtige Bestandleile von G sind heim Annalista Saxo nachzuweisen, die for- i& melle Bearheitung aber nicht. Das beweist zwar nicht, dafi sie nicht vorhanden war; aber sie ist auch ihrem Charakter nach von jenen sach- lichen Zusdtzen so verschieden, da/S man sie leicht einer spdteren Zeit und einem anderen Bearbeiter zuweisen wird. 3) Oft hat dieser Be-

arbeiter durch Umstellung von Worten rhythmischen Satzschluf^ her- 20 gestellt, anderwdrts freilich auch einen im Text enthaltenen durch Um- stellung zerf^tort. Adam selbst beobachtet die Regeln des Satzschlusses nicht, nur hier und da findet sich zujdllig bei ihm ein Kursus. 4) Vgl.

vor anderen Stellen II, 38 (36), 8, 99, N.a.; 71 (69), S. 133, N. f. Ill, 22 (21), 8. 166, N. d. Ferner L 35 (37), 8. 38, N.t; 45 (47), 8. 46, 25 iV. e. f ; 57 (59), ^S'. 57, N.g; 58 (60), 8. 57, N.c, 59 (61), 8. 57, N. b; 61 (63), 8. 59, N. s. v. // 6 (5), 8. 65, N. b; 37 (35), 8. 98, N. i ; 57 (55), 8. 117, N.g; 82 (78), 8. 140, N. c. e. ///, 12 (11), 8. 153, N. m; 15 (14), 8. 155, N.g; 16 (15), 8. 158, N.o; 28 (27), 8. 171, N. f ; 30 (29), >S'. 172, N.t; 46 (45), 8. 189, N. z; 190, N.d', 11 (10 aa Anhang), 8. 225, N. 1. IV, 18, 8. 245, Z. 39, N. f ; 19, 8. 247, N. e. 5) Umgekehrt hat der Bearbeiter an einigen 8tellen personliche Aus- drucksweise eingesetzt, wo der Text sie nicht bietet: II 37 (35), 8. 98, N. g; 55 (53), 8. 116, N. m; 64 (62), 8. 125, N. i; 68 (66), 8. 128, N. s. ///, 15 (14), 8. 156, Z. 37, N. c. Das ist aber wohl nur vereinzelte, 35 vlanlose Willkiir und ld6t jedenfalls keine 8chlusse auf die Person des Bearbeiters zu. 6) Vgl. I, 49 (51), 8. 49, N.e.n; 50 (52), 8. 50, N. k. m; 58 (60), 8. 51, N. m; 59 (61), 8. 51, N. f ; 8. 58, N. c. //, 1, 8. 61, N. h;5,8. 65, iV^. b. e; 11 (9), 8. 68, N. i; 12 (10), 8. 69, i\^. c; 14 (12), ^.71, N.h.d; 20(17), 8.15,N.h; 26(23), 8.86, N.h; 29(27), ^.90, 40 N. fl. i; Z. 32, N.c. d; 33 (31), 8. 94, N.h. i; 35 (33), 8. 95, N.h. c; 8. 96, N.h; 36 (34), 8. 97, iV^. e; 49 (47), 8. 109, N. c. e; 57 (55), 8. 117, N. k. m; 58 (56), 8. 118, .V. g; 62 (60), 8. 122, N.h; 66 (64), 8. 126, N. p; Schol. 55 (56), 8. 133, N. a. II, 11 (74), 8. 136, N.a.e; 78 (74), 8. 136, N. q. Ill, 8, 8. 148, N.h; 12 (11), 8. 152, iV^. h; 13 45 (12), 8. 154, iV^. i; 15 (14), ^. 156, Z. 38, iV^. e; 43 (42), 8. 186, A^ r. w.y; 45 (44), 8. 188, A^. a. h; 47 (46), >8'. 190, N. o. IV, 1, >S. 227, A. a; 8, 8. 236, A. s. u. Aaci^ /F, 21, ivo C 1 aufhort und C nur durch C 2 vertreten ist, findet sich eine gleiche Erscheinung noch Kap. 23, 8. 254, N. U. 50

EINLEITUNG § 1. XXXI

Bearbeitung schon gegen Ende des 12. Jahrhunderts vorhanden gewesen ist ^; ein sicherer Beweis filr die Existenz der Klasse G in dieser Fassung Id/St sich jedoch erst mit der dltesten er- haltenen Handschrift C 1 von etwa 1230 und der Benutzung 5 durch Albert von Stade in den vierziger Jahren des 13. Jahr- hunderts erbringen. Aber von der spdten Bearbeitung ist durchaus zu scheiden eine Urgestalt der Fassung (7, in der sie durch eine sehr gute und alte Adamhandschrift dar- gestellt war,

10 Cl (Lappenberg n. 4,) ist die Handschrift Kopen-

hagen, Alte kgl. Sammlung n. 2296, Pergament, 26, 1 X 29 cm. Sie hat sehr sorgfdltige Schrift aus dem ersten Drittel des 13. Jahrhunderts^ hdufig noch ^, sie umfaf^t 65 Blatter ^ die nicht numeriert sind, der Text bricht in IV, 21 infolge

15 Verstilrnmelung des Bandes unvollendet ab. Er beginnt /oLl^, darilber steht von einer Hand, des 15. /16. Jahr- hunderts:

Hamborch extreme sint et hie coniunctio Breme Et pereat iunctas quisquis diviserit illas.

20 Die Handschrift war im 16. Jahrhundert^ nach Vermerh auf fol. 1^: dit bok horth her Joachim Moller, im Besitz dieses 1558 verstorbenen Hamburger Ratsmannes. Sein Sohn Eber- hard erbte es und verzeichnete darunter: Ex dono patris chariss. possideo Eberhardus Moller. Eberhard M. starb

25 als Hamburger Burgermeister 1588. Danach besa/S wahr- scheinlich das Geschlecht der Scheie in Hamburg die Hand- schrift, dann im J. 1746 der Hamburger Professor Michael Richey, dessen Name gleichfalls auf der ersten Seite steht. Nach seinem Tode ^"1761^ erhielt sie der kgl. ddnische

30 Konferenzrat F. G. Sevel; nach dessen Tode 1781 Icam sie in die kgl. Bibliothek zu Kopenhagen.

G 1 hat in alien Einzelheiten, wo der spate Bearbeiter nicht durchgegriffen hat, einen vorzilglichen^ Text beivahrt,

1) Denn Saxo Grammaticus Buch X (ed. Holder 8. 338^ hat 35 anscheinend das Scholion 20 (21), das nur in C - Handschriften Adams ilberliefert ist, benutzt; vgl. unten S. 83, N. 11. tjber die von Saxo be- nutzte Adamhandschrift Idpt sich bei seiner freien und geradezu entstellen- den Wiedergabe sehr schwer ein Urteil gewinnen, jedenjalls hat er eine Handschrift des reicheren Textes (BC) , nicht der Klasse A gehabt. 40 2) Die folgenden Angaben ilber die Schicksale der Handschrift nach Lappenberg, Archiv VI, 843. Sie sind wichiig filr die Bestimmung des Verhdltnisses von C 2 zu C I. 3) Vorzilglich im Sinne der Ur-

spriinglichkeity d. h. vielfach der Unkorrektheit.

XXXII M. ADAM BREMENSIS

viele BesonderJieiten unci sprachlicJie Unkorrektheiten'^ Adams sind au/Ser in A 1 nur hier erhalten. Dagegen ist die Ka- piteleinteilung gdnzlich zerstort, es sind sehr gro/^e Kapitel und Absdtze ohne Zdhlung gebildet, in die stets viele Kapitel der alien Einteilung aufgegangen sind. 5

C2 ist die Ausgabe des Erpold Lindenbrog^ v. J. 1595 nach einer Handschrift^ des Heinrich Rantzau* bu Breiten- burg. Der Druck stimmt mit C 1 sehr weitgehend ilberein, man kdnnte vermuten, da/] C 1 direkt^ oder eher durch ein Mittelglied^ Vorlage filr C 2 gewesen sei; dafilr kdnnte man 10 einige Stellen'^ in besonderer Weise anfilhren, die alle die Eigentilmlichkeit haben, da/] in C 1 riocli deutlich erkennbar, z. T. von anderen, spdteren Hdndcyi der Text gegen A 1 (bzw. A .1 3). B gedndert worden ist, wo dann der so ge- driderte Text sich ebenso in C 2 findet. C 1 kdnnte dayiacli 15 stellenweise fast als die Urhandschrift des C-Textes erschei- nen. Aber andere, weit ilberwiegende Griinde sprechen gegen eine solche Annalime, der eine ist die Kapiteleinteilung . C 2 hat der en zivei, die eine nach dem Druck B 2 auf den duperen Rdndern, die andere innen nach der Rantzauschen 20 Handschrift. Diese zweite Einteilung stimmt durchaus mit der von B 1 ilberein. von dieser wird damit wahrscheinlich gemachty da/3 sie sich bereits in der gemeinsamen Vorlage von BC (X) fand. Da Rantzau^ ausdrucklich versichert.

1) Vgl z. B. I, 8 (9), 8. 9, Z. 23 mit N. c. ///, 4, S. 146, 25 N.l; 17 (16), S. 159, Z. 36, N.h; 38 (37), S. 181, N. c und an- deres mehr. Manche oder auch alle von diesen Eigenheiten kdnnte die in C 2 benutzte Handschrift auch gehabt haben, man Jcann nicht wissen, wie viele erst durch den Druck, der hdufig durch den dlteren Druck B 2 heeinflu/^t ist, getilgt worden smd. 2) Vgl. uber ihn Krause in der 30

Allgem. Deutschen Biographie XVIII, 691/. 3) E. Lindenbrog sagt

von ihr in seinem Widmungsbrief an Heinrich Rantzau: manuscriptum, quod olim Albert! Crantzii summi illius Historici fuisse existimo. hi der Tat hat Krantz z. B. in seiner Metropolis p. If. manche Lesarten aus C (aber auch abweichende), dazu S. 8, Z. 3 eine Bemerkung, die 35 anscheinend durch Schol. 151 (145) angeregt ist. 4) Vgl. Uber ihn

Handelmann, Allgem. Deutsche Biographie XXVII, 218 f. 5) Dann mil/Ste man annehmen, da/^ C 1 erst nach 1595 verstilmmelt worden sei. Aber diese Handschrift kann darum nicht Vorlage fiir C 2 gewesen sein, weil sie nach ihr en soeben dargelegten Schicksalen sich niemals im 40 Besitze Heinrich Rantzaus befunden hat. 6) Dies meinte Waitz,

Archiv VII, 450/. Dann 7nilfiie die verlorene Handschrift vor der Ver- stUm?nelung von C 1 daraus abgeschrieben worden sein. 7) Vgl. I. 53 <55), S. 54, N. r; Schol. 20 (21), S. 83, Z. 18; Scliol. 21 (22), S. 85, Z. 18. //, 68 (66), S. 128, N. c. ///, 15 (14), S. 157, A^. a; 34 (33), 45 S. 177, A^. d ; 70 (68), 8. 217, N. d. IV, 21, 8. 252, N. y. 8) Er

hat als Besitzer der Handschrift und Mann von eiyener Bildung und

EINLEirUXG § 1. XXXIII

diese Teilung sei iiach seiner Handschrift gedruckt, wahrend Cl dieselbe nicht hat, und da sie audi aus B 2 nicht genommen sein kann, so mu/^ sie tatsdcMich auf die Eantzausche Hand- schrift zuruckjgehen, und diese, bziv. ihr Abdruck C 2 ist als

5 selbstdndige Uberlieferung neben C 1 zu werten. Der zweite Grund dafilr beruht auf einer Anzahl von Stellen'^, an denen C 2 den ursprilnglichen Text = ^4 1 gege^i B.Gl bewahrt hat oder ilberhaupt Ubereinstimmungen mit Handschriften ande7'er Klassen bringt, die G 1 nicht mitmacht, was nicht

10 rndglich ware, wenn G 2 direkt oder indirekt aus G 1 ge- flossen lodre. Es ist vielmehr wahrscheinlich^, da/3 G 2 auf die gleiche Vorlage wie G 1, und zwar unmittelbar auf den Archetyp der G- Handschriften unserer Fassung zuriickgeht. G 2 ist in vielen Au/Serlichkeiten des Stils von B 2 beein-

15 fl,u/3t^, aber im ganzen hat Lindenbrog seine Handschrift mit anerkennensiverter Sorgfali und Genauigkeit wieder- gegeben, wie der Vergleich mit den anderen Uberlieferung en ergibt. Zum Schlu/3 hat er die Scholien seiner Handschrift abgedruckt. 105 an Zalil, dann eiii Variantenverzeichnis

20 heigegeben, in dem er die wichfigeren Abweichungen des Vedelschen Druckes von dem seinen auffuhrt.

0 3 (nicht bei Lappenberg) ist ein erst neuerdings zu- tage getretenes Fragment einer Handschrift, Kopenhagen, Neue kgl, Sammlimg, Folio, 1463, ein Pergamentblatt,

25 vom Anfang des 14:. Jahrhimderts, 21% X 281/2 cm gro^. Der gebotene Text umfa/St I, 57 62, unten S. 57, Z. 3 bis S. 59, Z. 25. Die Handschrift war sehr sorgfdltig und schon geschrieben, mit abwechselnd rot und blau gemalten Kapitel- initialen und ebenso verzierten Satzinitialen. Auf S. 1 am

30 Rande ivird das Blatt in spdter Zdhlung als 47 bezeichnet. G 3 hat Lesarten mit G 1 und andere mit G 2 gemeinsayn, eine genauere Stellung zu beiden Idfit sich dem geringen Reste des Textes nicht anweisen. So sind die drei G -Uber- lieferung en als unabhdngig voneinander anzusehen, und das

35 Stemma dieser Handschriften sieht einfach so aus:

wissenschajtlichen Interessen eine besondere Praefatio zur Ausgahe nach dem Widmungsbrief des Herausgebers Lindenbrog geschrieben.

1) Vgl. I, 7 (8), 8. 9, iV^. e; 27 (29), 8. 33, N. c. //. 25 (22), .Sf. 84, iV. 1; 26 (23), 8. 85, iV. r; 62 (60), 8. 122, N. o. ///, 45 (44), 8. 198, 40 iV. v; 46 (45), 8. 189, N. q; 8chol. 80 (81), 8. 194, N. d. Vgl. ferner II, 22 (19), 8. 80, N. k. ///, 64 (63), 8. 211, N. k. 2) Vgl.

8tellen wie II, 61 (59), 8. 121, N. g. ///, 41 (40), 8. 184, N. m. 3) Beispiele flnden sich fast auf jeder 8eite, offenbar hat ein Exemplar von B 2 als Druckmanuskript filr G 2 gedient.

Adam Bremensia. HI

XXXIV

M. ADAM BREMENSIS

Cl

C

02

C3

Weiterhin ist darzulegen, dafi A, die letzte Vorlage der A-Handschriften, in der Art mit X, der gemeinsamen Vor- lage der Handscliriften BC, identisch ist, dap X die Hand- schrift A selber in einem spdteren Stadium geivesen ist; fiir A 2 und A 3 ist zu erweisen, da/S sie von dem erweiterten Texte 5 (X) her in ihrer Vorlage (a) interpoliert und vermehrt worden sind. Der gesarnte Stammhaum der Handschriften, mit Beriicksichtigung derjenigen des Annalista Saxo, dessen Text fiir die GescJiichte der C-Fassung von Wichtigkeit ist, ist danach folge7ider.'

10

0 fSoroer Es.)

B2 B3^

»,, (4. Buck der J^^^ Soroer Hs.)

7?.Sa' 7?4 /?5 7?3^ t (Esgruier

BS^ J53d B3^ B3^

§ 2. Textgeschiehfe und Sestandteile des Werkes, Minige Ausschreiber,

Jede genauere Durchsicht des Apparates der folgenden Ausgabe beweist, da/3 die bisher gegebene Charakteristik und Klassifizierung der Handschriften nicht ausreicM, ihr Ver- n halten in alien Fallen zu erkldren. Es fehlt viel daran, dafi etwa, wie man erwarten miipte, audi nur in den weseyitlichen und grundlegenden Lesarten stets die B -Handschriften und die C -Handschriften je unter sich und gegen die A-Hand- schriften zusammengehen, vielmehr findet ein sehr hdufiger 20

EINLEITUNG § 1. 2. XXXV

Wechsel der Lesarten und oftmaliges Durchbrechen der Klassen statf^. B 1 geht mit A 1 gegen B 2. C, B 2 mit A 1 gegen B 1. C; B 1^ und B 1^ jeweils fur sich mit A 1 gegen Bl^. 2. C Oder B 1*. 2. C; C 1 und C 2 je fur sich mit A 1 5 gegen B.C2 oder B. Cl. Soviele Moglichheiten des Wechsels man sich denken kann^ beinahe soviele kommen in Wirklichkeit vor. Und das findet nicht etwa hin und wieder ausnahmsweise statt, sondern die Erscheinung durchzieht das ganze Werk. Gleichwohl konnen diese Wider sprilche gegen die obige Ein-

10 teilung die Tatsache des Vorhandenseins der gro/Sen Klassen nicht erschuttern: A sind alle Handschriften des geringeren, bestimmt gefa/Sten Textes; BC alle reicheren Handschriften mit Scholien; C alle reicheren Handschriften der durch- greifenden spdte7i Bearbeitung ; B alle reicheren Handschriften

15 ohne dieselbe^ aber mit anderen, eigenen Merkmalen. Es kann nichts einfacher und sicherer sein als die gro/Sen Linien dieser Einteilung ; wenn diese gleichwohl nirgends zur vollen Erkldncng der Erscheinung en ausreicht, wenn andauernd Lesarten der einen Klasse (A) sich bald hier, bald dort in

20 de7i Handschriften der anderen Klassen finden, so miissen weitere Erkldrungsgriinde filr dies zundchst schwer verstdnd- liche Verhalten gesucht werden.

Der ndchsfliegende Gedanke der Kontamination ist hier ganz undurchfilhrbar. Da an manche^i Stellen B 1, an ande-

25 ren B 2 mit A geht gegen C, so miij^te enttveder sowohl B 1 wie B 2 mit einer A-Handschrift kontaminiert sein oder umgekehrt sowohl B 2 wie B 1 mit einer CHandschrift. Oder wollte man Kontamination nur einer Handschrift an- nehmen, so mii/ote diese doppelt kontaminiert sein, entweder

io B 1 oder B 2 teils mit A, teils mit C. Da an manchen Stellen B Ij an anderen nur B 1^ mit A geht, milj^te in B 1 ziveimal Kontamination mit einer A-Handschrift stattgefunden haben, einmal in j und dann noch einmal in B 1^. Da endlich manchmal C 1, manchmal C 2 mit A geht gegen B,C 2 oder

35 -S. (7 1, milfSten auch in die C -Handschriften A-Lesarten durch Kontamination eingedrungen sein, und wieder wiirde einfache Kontamination zur Erkldrung nicht ausreichen. Die Tatsdchlichkeit der Lesarten ist eine solche, dafi alle

1) Bei alien folgenden Erwdgungen sind nur wirkliche, schwer e. 40 Anomalien und Spaltungen in den Klassen beriicksichtigt, z. B. wenn einzelne Handschriften B mit A, andere mit dem anders gejaf^ten C gehen. Einfache Fehler und willkiirliche Abweichungen in einzelnen Hand- schriften und Klassen sind natiirlich nicht wunderhar.

Ill*

XXXVI M. ADAM BREMENSIS

Wiser e Handschriften meist doppelt Jwntaminiert, vor allem alle mit A-Lesungen kontaminiert sein miipten, um diese Texfe zustande zu bring en. Es mii/Ste ein gauzes System von Kontaminationen angenommen iverden, das so kiinst- lich ware, dap jedenfalls seine Beweisharheit dabei vollig 5 JSchiffbruch leiden wiirde. Und bei Annahme solcher Kon- taminationen war en gleicliwohl die grobsten Fehler, Aus- lassungen und Verderbnisse in den Handschriften nirgends beseitigt worden, wdlirend vollig nichtige und bedeutungslose Dinge, Wortstellung, Grammatikalisches und dergleichen melir 10 in JDutzenden von Fallen durch Kontamination gedndert sein sollten. Da/S A -Handschriften mit einem aus BC stammen- den Text kontaminiert worden sind, wie oben^ fiir A 2. 3 angenommen wurde, um den reicheren Text zu gewinnen, ist sehr wohl zu verstehen. Aber annehmen, daf^ BC mit A Icon- 15 taminiert worden seien, um Nichtigkeiten nach der sach- lichen Bedeutung zu dnd.ern, dafi nicht nur eine Hand- schrift kontamdniert worden sei, sondern ziemlich alle, die wir haben, und alle mehrfach, das heifSt Unmogliches an- nehmen; es mu/S also eine andere Erkldrung fiir diese auf- 20 fallenden Erscheinunge^i und Wider sprilche gefunden werden.

Eine jahrelange Bearbeitung des Apparates der Aus- gabe unter alien sich irgendwie darbietenden Gesichtspunkten hat mich zu Ansichten gefilhrt, die eine restlose Auflosun^ alter Widersprilche gestatten und eine vollstdndige Aufkld- 26 rung iiber die Beschaffenheit und innere Bedeutung der Handschriften A, X und a, iiber den Wert und die Ent- stehung der Klassen B und C liefern und somit zu einer wahren Textgeschichte filhren. Da es unmoglich ist, auf dem hier zur Verfilgung stehenden Eaume die Beweise fiir 30 diese Ansichten ausfiihrlich zu entwickeln, sei es gestattet, nur die Ergebnisse selbst in alter Kilrze mit Hindeutung auf einige Hauptbeweisstellen und Argumente hier darzu- legen, wdhrend die eigentlichen Beiveise da fiir kiln f tig en aus- fiihrUchen Darlegungen vorbehalten bleiben milssen. 35

A bezeichnet die Originalhandschrift Adams, sein Un- reines, es war eine Handschrift, die teils nach Diktat^, teils wohl durch Abschrift nach einzelnen Originalaufzeichnungen^

1) Vgl S. XXXIV, Z. 4-7 und unten S. XXXVII, Z. 26 his XXXVIII, Z. 2. 2) Das beweisen die Fehler in BC, die mit uber- 40

wiegender Wahrscheinlichkeit als H or fehler zu deuten sind; obenS. X, N.9. 3) Das beweisen die Fehler in BC, die wahrscheinlich durch Verlesen einer schriftlichen Vorlage zu erlcldren sind; oben S. X, N. 10.

EINLEITUNG § 2. XXXVII

von ihm ziistande gekommen ivar. Aus A ist a als eine Eeinschrift von Schreibershand^ genommen worden; in a hat Adam die in A begangenen Fehler, soweit sich erkennen Id^t, alle verbessert, er hat wdhrend der Entstehung von a 5 den Text bereits um eine Anzahl von Sdtzefi vermehrt'^, die in A nur teilweise am Rande nachgetragen wurden^, er hat audi Worte ilber der Zeile in a zur Ergdnzung des Textes hinzugefilgt^. a ist die unter Aufsicht und Mitarbeit des Autors von Schreibershand hergestellte Reinschrift des Werkes

10 gewesen, das Widmungsexemplar fiir Erzbischof Liemar, Nach Uberreichung von a behielt Adam A in seiner Hand und hat es unaufhorlich durch iveiteren Stoff vermehrt. Alle Scholien und alle neuen Sdtze im Textj die in B und in C enthalten siiid, sind in A hinzugefilgt worden^, A hat durch

15 diese Stoffvermehrung und durch eine darin vollzogene Be- arbeitung des Textes^ die Gestalt X angenommen, X ist A in einem spdteren Zustande"'. Adam kann, soiveit erkenn- bary bis etwa 1080/81 mit der Hinzufilgung neuen Stoff es in A beschdftigt gewesen sein, er ist vermutlich gleich nach

20 dieser Zeit und spdtestens etwa um 1085 gestorben^. a ist die eiiizige Abschrift des Werkes gewesen, die zu seinen Leb- zeiten und unter seiner Mitwirkung hergestellt worden ist.

A 1 ist die einzige uns erhaltene Handschrift, die den Zustand von a ohne Interpolation neuen Textes und ohne

25 Verdnderung des alten rein bewahrt hat und getreu ivieder- gibt. A 2 und A 3 bieten den A-Text nicht rein, sondern vermehrt^, soivohl um viele der Scholieri von BG und einige von der en Sdtzen im Text, als auch um eigene neue Scholien, dazu haben sie vielfach die Fassung BC gegen A 1. Die

30 aus a geflossene Vorlage von A 2. d ist also von X (BC) her interpoliert loorden. Da die neuen Bestandteile von ^ 2. 3 in der Fassung weder mit B noch mit C ganz ilber einstimmen, sondern viele und darunter sehr gute Eigenheiten auf- weisen, da A 2 schon um 1100 geschrieben und a also noch

35 alter gewesen ist, so ist anzunehmen, dap a von X selber

1) Das bevjeisen die Fehler in A 1. 2. 3, die in BC nicht vorkommen; oben S. XVI, N. 8. 2) Oben S. XI, N. 3. 3) Oben S. XI, N. 4. 4) Oben S. XI, N. 6—9. Die einzelnen dort zusammengestellten Fdlle sind dabei sehr verschieden zu beurteilen, was im einzelnen hier nicht dargelegt wer- 40 den kann. 5) Die genaueren Gesichtspunkte zur Herkunjtsbestimmung der einzelnen T extbesiandteile vgl. unten S. XLI, Z. 2—28. 6) Vber deren Ursprung vgl. unten S. XXXVIII, Z. 20 his 8. XXXIX, Z. 7.

7) Die einzelnen Beweisargumente dafilr siehe unten S. XXXIX, Z. 28—36.

8) Vgl. dariiber eingehender unten § 4. 9) Vgl. die genauere Be- 45 schreibung oben S. XIII filr A 2 und S. XV fiir A 3.

XXXVIII M. ADAM BREMENSIS

her interpoliert und also ivohl in Bremen geschrieben war- den ist.

titer die Herhunft der den Handschriften A 2. 3 allein eigentumlichen, nicht mit BC gemeinsamen neuen Scholien glauhe ich nicht in alien Fallen mit voller Sicherheit urteilen 5 zu Iconnen. Die in A 2 und A 3 vertretenen Scholien Jconnten vielleicht in einzelnen Fallen'^ von Adam herriihren^ wahr- scheinlicher ist meist^ ihre Hinzufugung durch Fremde; die in A 2 allein auftretenden Randbemerkungen sind Adam racist mit Sicherheit abzusprechen ^ und von anderen nach- lo trdglich hinzugefilgt worden.

B und die Urhandschrift C waren zwei Abschriften^ die von Fremden qhne Mitwirkung Adams aus X genommen wor- den sind; die Ubereinstiminung BG kennzeichnet den Zustand von X. Da/S diese Texte ohne Mitivirkung des Autors ge- is schrieben worden sind, beweist der Umstand, da/S sie an einigen Stellen * 7ieue, von Adam herrilhrende Sdtze in verstdndnisloser Weise, ohne den jeweils erforderlichen neuen, sachgemd/3en und sprachlich glatten Zusammenhang herzustellen, in den alien Text einfilgen ^. X unterschied sich von A nicht nur durch 20 die neuen Sdtze. sondern auch durch eine an vielen Stellen andere Fassung des alten Textes. Dabei widerspricht die grammatisch oft korrektere neue Ausdrucksweise^ in BC in vielen Fdllen dem konstante^i Sprachgebrauch Adams'^ und

1) Das ivdre mdglich fur Schol. 110. 111. 117; icli behandle kilnftig 25 diese schwierigen Fragen genauer an anderer Stelle. 2) Besonders bei Schol. 120, vgl. S. 240, N. Q. 3) Es sind darin QiieJlen verwertei,

die Adam sonst nicht henutzt hat (SchoL 18. 19^, Schol. 100 ist eine Wiederholung aus seinem eigenen Text II, 52 (50) ; einige nur in A 2 enthaltene Scholien sind daselhst nicht rot umrdndert, vgl. ohen S. XII, 30 N. 7. 4) //, 39 (37), S. 99, Z. 11-15 mit N. 8. //, 77 (74), S. 136.

Z. 1-5 mit N. I. Ill, 34 (33), S. 176, Z. 21 bis S. 177, Z. 8 mit S. 177, N. 4. Nicht notwendig ebenso zu erkldren ist die Stelle IV, 39 (38), S. 275, Z. 21 bis S. 276, Z. 7, i.yl. S. 275, N. 4. Vgl. aber a^ich II, 79 (75), S. 137, Z. 10—13 in ihrem Verhdltnis zum umgebenden alten Text. 35 5) Von diesen Stellen sticht sehr bemerkenswert ab die Einfiigung des neuen Satzes in IV, 3, S. 231, N. *. **. 6) Adams Sprache isl

oft recht inkorrekt und unlateinisch, vgl. im Wort- und Sachregister u. a. die Artikel alteri, cognotissimus, corrodere, dicere, didiscerim, dignus, iam tunc, loqui, malle, molestus, pertinxerit, quanti, secum, totae, uti. 40 Hier sei besoriders auf die eigefitmnliche Erscheinung aufmerksam gemacht, dafi er ofter selbst allbekannte Worte, deren Sinn er sonst stets sehr wohl kennt, plofzlich in ei^ier Weise verwendet, deren Sinn durchaus unsicher bleiht; vgl. ebenda die Artikel cepit, incepit, famelicus. 7) Beispiele und Belegstellen dafiir sind unter vielen Stichworien i7n Wort- und Sachregister 45 gesammelt; vgl. u. a. die Artikel predicare, sedere, ille, imperiiim, und an den einzelnen Stellen jeweils den A- Text mit den Abweichungen von BC.

EINLEITUNG § 2. XXXIX

zeigt an anderen Stellen'^ groheMipverstdndnisse des ur sprung - lichen Textes, die der Verfasser selbst unmoglich hdtte be- gehen konnen. Die Bearbeitung in BG (X) rilhrt also nur zum Teil (durch die Zusdtze) von Adam, sum Teil 5 sicker nicht von ihm, sondern von anderen (Bremer Dom- herren) her, die (nach seinem Tode) in seiner Originalhand- schrift tdtig gewesen sind.

Im einzelnen ist die neue Fas sung in X durch tlber- schreibung von Worten ilber den Zeilen und Eintragung von

10 anderen an den Rdndern der Handschrift hergestelU worden. Die Abschriften B und C haben aus X teils die neuen, teils die alien, noch erkennbaren Lesarten aufgenommen, sie haben die neu iibergeschriebenen oder an den Rand geschriebenen Worte teils hier, teils dort in den alten Text eingefilgt. Viel-

J5 fach haben auch die Abschriften, B und G, B 1, B 2 und G 1 den Zustand von X mit der doppeUe7i Lesart, eine im. Text U7id eine ilber der Zeile, ilbernommen und getreu wieder- gegeben ^. Das erkldrt die oben besprochenen, in den Klassen auftretenden Spaltungen und Wider spriiche gegen den Stamm-

20 baum, das Aufta^uchen alten A-Textes bald in dieser, bald in jener einzelnen Handschrift; B und G konnten aus X, B 1 und B 2 aus B, B 1^ und B 1^ aus j, G 1 und G 2 aus G bald hier bald dort unfer den von der jeweiligen Vor- lage gebotenen Doppellesungen nach Belieben eine ausiodhlen

25 und sind dadMrch bei allgemeiner Ubereinstimmung des ge- samten Textes doch in zahlreichen Einzelfdllen auseinander- gegangen.

Die Identitdt von X und A folgt aus der Tatsache, dafi X das dritte Buch ursprilnglich auch mit Kap. 71 schloji

30 und den Anhang offenbar auf eingelegten Bldttern enthielt^, dann aus dem Auftreten oder ehemaligen V orhandensein von Uberschreibimgen an gleichen Stellen in Handschriften der Klassen A, B und G, ferner aus vielen Verlesungen und Fehlern bald in dieser, bald in jener Klasse, die stets eine

35 graphisch gleiche Gestalt der Vorlage^ voraussetzen und er- kennen lassen.

1) Vgl oben S. X, N.S. 2) hi A 1 und C 1 sind Vber-

schreibungen noch heute vorhanden, zum Teil an den gleichen Stellen, fur B 1 (y) und B 2 luftt sich an vielen Stellen ihr einstiges Vorhanden-

40 sein mit Sicherheit nachweisen. 3) Das ergibt sich aus der Stellung

des das vierte Bvch einleitenden Verses in den Handschriften, vgl. SchoL 92, S.2U, N. f. ///, 71 (70), S. 219, N.m; es kann im einzelnen hier nicht dargelegt werden. 4) Als ganz wenige Beispiele vgl. etwa

I, 21 (23), S. 27, N. i. k; 55 (57), S. 56, N. d. ///, 2

45 iV. b. c. Ferner sei angefiihrt, dafi C in der Kapitale in A 1 ofter di e

XL M. ADAM BREMENSIS

Von den beiden Abschriften B und C war die Urharid- schrift G die dltere und bessere. Sie ist hdchstwahrscheinlich schon um 1085 1090 von einem dlteren Bremer Domgeist- lichen (oder filr ihn) hergestelU worden, der noch eigene gute Kenntnisse iiber die Zeit ErzbiscJiof Alebrand- Bescelins 5 hatte^ und eine Mitteilung iiber Adam personlich^ dem Werke angefiigt hat. B wird nicht viel spdter, vielleicht um 1100 oder im Anfang des 12. Jahrhunderts ^ entstanden sein, da einige 7ieue, tatsdchliche Mitteilungen * iiber Ereignisse des 11. Jahr- hunderts darin nachgetragen worden sind; diese sind alter- lo dings meist von geringem Werte, einige der wichtigsten Textdnderungen von B gegen AC zeigen deutlich die Hand von Fremden, Spdteren^. B hatte erheblich mehr Doppel- lesungen und Uberschreibungen als G aus X ilbernommen und graphisch getreu wiedergegeben^ durum gehen B 1 und n B 2 und alle B-Handschriften sehr hdufig im einzelnen aus- einander und stimmen bald mit A, bald mit G iiberein. Da alle B-Handschriften heute entweder in Ddnemark sind oder auf ddnische Vorlage zurilckgehen, auch die ddnischen Aus- schreiber fast stets^ B-Text benutzt haben, so ist wohl B 20 selbst entweder filr einen ddnischen Empfdnger hergestelU worden oder aus Bremen frilhseitig nach Ddnemark ge- kommen.

Filr die JBestandteile des Werkes, im Texte und an Scholien, kann nach alledem eine Scheidung nach Gruppen 24 vollzogen und eine Ubersicht gegeben werden, die zugleich

Gestalt [ hat, II, 52 (50), S. 112, N.h. Ill, 15 (14), 8. 155, iV. b; an anderen Stellen ist in Handschriften aller Klassen E filr C geschrie- ben, vgl. I, 48 (50), S. 48, N. h. //, 16 (14), S. 72, N. g. //, 32 (30), >S'. 93, N. 1. ///, 26 (25), aS^. 169, N. h. Vieles Entsprechende fur andere 30 Buchstaben findet sich an anderen Stellen, was ich kiinftig gcsammelt oorlege, um die graphiscke Identitdt von A und X zu beweisen.

1) Von den oben S. XXIX, Z. 7—15 aufgezdhlten Sonderbestandteilen von C vgl. II, 80 (76), S. 138, Z. 22—25 mit N. 9 und die Scholien 10 (11). 57 (58). 58 (59), S, 139/. wid 65 (66), S. 156, die als Belegstellen filr die 35 Folgerungen des Textes dienen. 2) Schol. 151 (145), S. 270, und dazu iinten §4. 3) Die Historia Danorum Roskildensis aus den vierziger

Jahren des 12. Jahrhunderts bietef, soweit bei der freien Wiedergabe erkennbar, im wesentlichen einen B-Text. 4) Vgl. II, 82 (78),

S. 140, N. * und die Scholien 43 (45). 45 (46). 46 (47), S. 124/. Von 40 diesen riihren aber Schol. 43 und 45 hdchstwahrscheinlich von Adam her, sind in C nur versehentUch ausgejallen. 5) Vgl. IV, 16, S. 243 mit

N. 1; 40 (39), S. 276, Z. 12-17; 44 (42), S. 280, N. *. Die erste und die dritte Stelle lassen deutlich eine gewisse nacharbeitende Sorgfalt dieses Bearbeiters in B erkennen. 6) Mit Ausnahme, wie es scheint, des Saxo 46 Ch'ammaticus, vgl. oben S. XXXI, N. 1.

EINLEITUNG § 2. XLI

Wert mid Herhunft der einzelnenBestandteile klar erkennen Id/St. Was iiber den durch die tJhereinstimmung von A, B und G gesicherten Grundstock des Textes hinaus gemeinsam in B und in G, zum Teil auch in A 2. 3 enthalten ist, geht 5 auf A =^ X znruck. Da dies Adams Originalhandschrift war, werden die meisten Zusdtze darin von iJim selber her- riihren, filr viele ist dies ohne weiteres aus inneren Griinden erkennbar; da aber auch Fremde in seiner hinterlassenen Handschrift bearbeitend tdtig gewesen sind, so ist nicht ganz

10 auszuschlie/^en, da/3 sie auch einmal den einen oder anderen Zusatz darin angebracht haben konnen^. Eine solche Ver- mutung ist aber jedesw.al im einzelnen sachlich zu begriinden, die allgemeine Wahrscheinlichkeit spricht bei alien in B und in G ilbereinstiinmend icberlieferten Zusdtzen filr die Ver-

15 fasserschaft Adams. Von diesen Bestandteilen zu scheiden sind diejenigen, die nur iii einer Handschriftenklasse^ A oder B oder O, ilberliefert sind. Die Beurteilung der nur in A 2. 3 enthalte- nen Zusdtze bietet einige Schwierigkeiten, meist werden siemit iiberwiegender Wahrscheinlichkeit Adam abzusprechen sein^.

20 Bei den nur in B oder nur in G auftretenden Zusdtzen ist zwar nicht auszuschlie/]en, da/3 einer einmal nur zufdllig in der anderen Klasse ausgef alien sei und trotzdem auf A = X zuriickgehe und von Adam herrilhre; eine solche Ver- mutung wird aber stets im einzelnen (sprachlich oder in

25 anderer Weise) begrilndet werden milssen; im allgemeinen riihren die Sonderzusdtze der einzelnen Klassen, wie meist auch aus sachlichen Griinden sicher erkannt werden kann, von Fremden, nicht von Adam her.

Filr die Scholien alleiii sind danach folgende Gruppen

30 zu bilden:

1) Scholien aus A = X: 1. 3—9. 11—14. 16. 17. 22—31. 33—42. 44. 47—49. 52—56. 59—64. 66—92. 94—96. 118. 121—127. 129—148. 150. 155. 156. 158. 159, an Zahl 112. Davon siiid die Nummern 11 14. 16.

35 17 und alle von n. 96 an, mit Ausnahme von n. 124, au/3er in BG auch in A 2 oder ^ 2. 3 ilberliefert, also mit besonderer Sicherheit auf A = X zurilckzufilhren. Von der Gesamtheit der 112 Nummern sind wegen darin enthaUener personlicher Au/3erungen ^ oder aus sprachlichen oder beson-

40 der en sachlichen Griinden Adam mit gro/3er Bestimmtheit

1) Vgl. vorldufig unten S. 288, Nachtrdge zu S. 187. 2) Vgl. oben S. XXXVIII. 3) Vgl. die Zusammenstellung im Namenregister unier A(dam).

XLII M. ADAM BREMENSIS

oder W ahrscheinlichheit die jolgenden zuzuschreiben: 4 6. 8. 9. 11—13. 22—28. 30. 31. 33—38. 41. 42. 47—49. 52—55. 60. 61. 64. 67—69. 71—74. 76. 77. 80. 81. 83—87. 90. 92. 95. 122—127. 130—140. 142. 144. 145—148. 150. 155. 159, also im ganzen 80 Nummern. Dabei ist aber, entsprechend 5 den obigen allgemeinen Ausfilhrungen, hier nochmals zu be- merken, da/3 audi die anderen auf A = X zuriickgehenden Scholien stets mit gr6/3ter Wahrscheinlichkeit auf Adam zu- riickzufuhren sind, auch wenn nicht gerade im einzelnen nock besonders scMagende Grimde fur diese Annahme angefilhrt lo werden koniien.

2) Scholien aus A 2. 3: 108. 110. Ill (117)i. 120. 157. Deren Ursprung liegt vor 1100, fiir die Verfasserschaft Adams lassen sich bei einzelnen manche Grilnde anfiihren, andere Umstdnde sprechen vielleicht starker dagegen. is

3) Scholien nur aus ^ 2: 15. 18. 19. 100. 102—104. 107. 113—115. 119. 149. 152—154. Von diesen ruhren die meisten fast sicher nicht von Adam her, sie sind von einem durch Adams Werk geographisch iyiteressierten Ver- fasser, vielleicht auch von mehreren, bis um 1100 auf- 20 gezeichnet ivorden.

4) Scholien nur aus B: 43. 45. 46. 50 (B 1^). 51. 93 (B 1^). 97. 98. 101. 105. 106. 109. 112. 116. 128 (B 3^). Von diesen haben alle von n. 97 116 hier genannten nur in der S order Handschrift gestanden tend gehen samt n. 128 2s bestimmt nicht auf Adam zurilck; dagegen die Num^mern 43. 45. 50 sind hochstwahrscheinlich in C nur versehentlich aus- gefallen und stammen iyi Wahrheit aus A = X und von Adam her.

5) Scholien 7iur aus C: 2 (C 2), 10. 20. 21. 32. 57. 30 58. 65. 99. 151. Diese gehen teils auf die Urhandschrift C, teils aber auf erheblich spdtere Zeit zuriick und sind ohne Ausnahme Adam abzusprechen.

Fiir die Gesamtheit des Textes aber sind folgende Be- standteile von verschiedener Herkunft und verschiedenem 35 Werte zu unterscheiden:

1) Der Text von A 1, in Ubereinstimmung mit A 2 und A 3, iceiterhin mit BC, stellt in fast alien Fallen ohne

1) Schol. 117, S. 238, N. a zeigt, dafi das Scholion auch in der Vorlage von A 3 gestanden hat und in dieser Handschriftengruppe willkurlich 40 verkiirzt ist. Es ist also mit Einschrdnkung unter den fiir A 2. 3 gemein- samen Scholien aufzuzdklen, wenn es auch in voller Fassung nur in A 2 enthalten ist.

EINLEITUNG § 2. XLIII

jeden Zweifel den urdprilnglichen, von Adam gewollten Wort- lauf^ der ersten Fassung seines Werkes fest.

2) Eine Anzalil Sdtze und Worte^ ist mir in A im Text iiberliefert, sie fehlen in BG entweder ganz oder stehen in ^ einzelnen Handschriften BC als Scholien an den Rdndern. Diese Bestandteile sind wahrscheinlich alle, viele von ihnen sicker erJcennbar durch Adam selbst, als er a anfertigen liefi, zu dew. ursprilnglichen Text hinzugefugt worden, entweder nur dort im Text oder aujierdem noch in A am Eande.

io 3) Die Handschriften BG enthalten den alten Text in

einer Bearbeitung, die in vielen Punkten ganz gewi/S niclit von Adam herrilhrt. Die Zusdtze in BG, im Text und an Scholien, gehen inhaltlich meist sicher auf ihn zurilck, dock kann nicht ausgeschlossen werden, da^ nicht auch die

\b Bearbeiter den einen oder anderen Satz im Text oder als Scholion hinzugefilgt haben. Als gewi/3 kann man dagegen ansprechen, da/3 die Bearbeiter mit ihren formalen Ein- griffen sich nicht auf den alten A- Text beschrdnkt, da/3 sie vor den neuen Zusdtzen nicht haltgemacht haben, vielmehr

30 werden sie gerade auch^ diese Zusdtze ihrer Bearbeitung unterzogen haben. Da uns dieselben aber meist nur in einer Gestalt aus den Handschriften BG bekannt sind und soweit sie nicht in A 2 oder A 2. 3 in erkennbar besserer Fassung vorliegen, konnen wir die Verdnderungen iin einzelnen meist

35 nicht nachweisen und nur dies sag en, da/3 wir hier nirgends mit Sicherheit Adams eigenen, ursprilnglichen Wortlaut haben.

4) Alle Bestandteile, die nur iyi einer tJberlieferung (einer Klasse oder nur einer Handschrift) auftauchen, sind 30 meist mit Sicherheit Adam abzusprechen, soweit nicht im einzelnen Fall ausnahmsweise das Gegeyiteil wahrscheinlich gemacht werden kann. Das sind a) die Scholien nur in A 2 und ^ 3; b) die Scholien nur in A 2; c) die Scholien nur in B oder nur in G.

35 1) Uberlieferungsfehler wird man hier nur voraussetzen und Ver-

besseruTigen nur anhringen konnen, wenn man annimmt, dafS Adam einen in A begangenen Fehler bei Herstellung von a iibersehen hat und dareiv hat ubergehen lassen; vgl. z. B. I, 6, 8. 8, N. f. Da aber im allgemeinen alle offenkundigen Fehler von A (BC) in a (A 1 3) sorgjdltig ver-

-40 bessert sind, wird man zu dem Aushilfsmittel eigener Konjekturen nur in den dringendsten Fallen greifen diirfen. 2) Vgl. oben S.X, N. 3;

S. XI, N. 1. 3. 4. 3) Bei dem ungeordneten Zusiande ihrer Hinzu-

fiigung am Eande oder auf eingelegten Blditern miifiten gerade diese unfertigen Teile zur Bearbeitung besonders auffordern.

XLIV M. ADAM BREMENSIS

Einige oUe Ausschreiber vom 12. bis 14. Jahrhundert jjassen mit ihren Adamtexten durchaus in die aus den iins vorliegenden Handschriften hier abgeleitete Textgeschichte. Ihre Texte filgen sicJi alle in gleicher Art wie unsere Hand- schriften den gro/Sen Klassen der Uberliefenmg im allgemeinen & wohl ein, weisen aber daneben iiberall eigene Lesarten beson- ders aus A und Bestandteile (an Scholien und neuem Text) aus anderen Klassen auf, als man nach dem Hattptchar aider Hires Textes eigentlich erwarten soUte^. Fast jeder neue Aus- schreiber zeigt eine andere Mischung der Bestandteile des lo Textes, Jceiner Id/^t sich auf nur eine uns vorliegende Hand- schrift oder Textgattung restlos zurilckfilhren, selbst wenn viele und nahe Berilhrungen mit solchen bei einigen von ihnen auftreten. Bei der im ganzen hier erschlossenen Beschaffen- keit von Adams OriginalJiandschrift A = X ist es auch nur \b ganz natilrlich und noiivendig, da/S jede neue Abschrift daraus eine neue Mischung der Textbestandteile und Lesarten brin- gen 7nuf3te, darum bietet jeder Ausschreiber, der eine eigene, uns nicht erhaltene Adamhandschrift benutzt hat, einen be- sonderen Text. Bei manchen ist es deutlich, dap sie Misch- 20 handschriften in der Art von A 2. 3 gehabt haben, wo in den in der Hauptsache unversehrt gebliebenen A- Text Bestand- teile aus B oder G interpoliert worden sind. Ohne viel Auf- zdhlung von Belegstellen im einzelnen seien die Textverhdlt- nisse ei^iiger alter und wichtigerer Ausschreiber hier kurz 25> charakterisiert. Der Annalista Saxo^ hatte eine Adam- handschrift, die in der Hauptsache A- Text bot; daneben hat er aber auch Lesarten von BC und eine Anzahl Scholien, also war seiiie A-Handschrift nicht rein erhalten. Er Jiat, was vor allem ivichtig ist, das Scholion 10 (11), dazu eine 30 Anzahl ziemlich charakteristischer Lesarten von C^, also war die von ihm benutzte Handschrift aus einer A-Handschrift und einem C-Text in der Urgestalt dieser Fassung konta- miniert. Hehnold^ hatte eine Handschrift, die an vielen Stellen alien A- Text bewahrt hatte, an vielen anderen aber as jilngere Lesarten und neuen BC-Text bot. Ein bestimmtes Bild von detn Zustandekommen und der Beschaffenheit dieser Handschrift Id/St sich, zumal bei der freien, bewu/St und will- kilrlich dndernden Art der Benutzung durch Helmold, nicht

1) Eine gewisse Freiheit in der Benutzung des Textes und will- 40 kiirliche Anderung desselhen ist natiirlich stets mit in RecJinung zu stellen. 2) 8S. VI, passim zivischen S. 562 und 699; vgl. u. a. S. 608/09. 630/31. 664. 666. 679. 686 usiv. 3) Darauf hat bereits Lappenberg, Archiv

VI, 829 avfmerksam gemacht. 4) 8S. rer. Oerm. ed. 2, 1909.

EINLEITUNG § 2. 3. XLV

geivinnen. Die Ann ales Lundenses'^ haben eine aus- gesprochene B-Handschrift gekabt, die besonders an einigen Stellen char aider istische BerHhrungen mit dem Text der Soroer Handschrift (B 2) aufwies^, an anderen aber den

5 glatten Zusammenliang des A-Textes^ Jiatte oJine die Sdtze, die in BC in storender Weise eingeschoben sind. In der Historia archiepiscoporum Bremensium ist bis auf S. 14 der Ausgabe des Erpold Lindenbrog * eine eigene Adam- handschrift benutzt, die wieder eine MiscTiung von Lesarten

10 verschiedener Klassen, darunter audi A- Text an besonderen Stellen, wo er in BC so7ist getilgt ist, aufwies; dann geht der Verfasser zur ausschliepiichen Benutzung Alberts von Stade ilber und bringt alle Bestandteile an Adamtext nur mekr aus dem spdteren Chronisten. Albert von Stade ^ bietet

15 reinen G-Text, der zuweilen naher zu Cl, an anderen Stellen ndher zu C 2 stimmt ^.

§ 3. Die bisherigeri Ausgaben und die Grundsat^e der neuen.

Die Erstausgabe Adams von Andreas Sever inns Vedel 20 (Velleus) ist 1579 in Kopenhagen erschienen und oben unter B 2 eingehend beschrieben und analysiert. Die zweite Aus- gabe veranstaltete Erpold Lindenbrog aus der Handschrift des Heinrich Rantzau, Lugduni Batavorum 1595, sie ist oben unter C 2 genau beschrieben. Diese Ausgabe, ohne die 25 Scholien, mit manchen DrucJcfehlern, wiederholte Linden- brog 1609 in seinen Scriptores reruw. septentrionalium, die 1630 in neuer Auf lag e erschienen '^. Joachim Jo- hannes Maderj Helmstadt 1670, wiederholte diese Aus- gabe mit vielen weiteren Fehlern und gab ihr reichliche 30 Erlduterungen und Anmerhungen bei; dessen Textausgabe druckte J . A . Fabricius in der dritten Ausgabe von Linden-

1) 88. XXIX, 188^. 2) //, 29 (27), 8.91, N.c; auch die 1, 15 (17), 8. 21, Z. 35, N. c notierte Lesart von B 2 steht in den Ann. Lun- denses, und manche andere; aber auch einige abweichcnde, hesonders 36 A- Lesarten, wo B 2 solche nidd erhalten hat. 3) Das Kapitel II, 70

(74), 8. 135 und die 8dtze II, 11 (74), 8. 136, Z. 1-5, die in B 2 urn- gestellt sind, fehlen in den Annalen. 4) Lugduni Batavorum, 1595.

5) Benutzt in der Ausgabe von Reinerus Reineccius, Helmstadt 1587.

6) Merkwilrdig ist, da^ er III, 70 (68), 8. 217, N. d die Verderbni.s 40 unserer C-Handschriften nicht mitmacht, ferner die Textmischung aus A

und BC in III, 51 (50), 8. 194, N. r. 7) Die von Lappenberg, Archiv VI, 858/. ausgesprochenen Zweifel an der Existenz dieser Auf lag e sind nicht berechtigt, wie eine Anfrage beim Auskunftsbureau deutscher Bi- bliotheken in Berlin ergab.

XLVI M. ADAM BREMENSIS

hrogs Scriptores (Hamburg 1706J ab. Die Descriptio in- sularum aquiloiiis gesondert gab Johannes Messenius, Stock- holm 1615 heratis, dann Stephanus Johannes Stephanius, Leiden, Elzevier, 1629, in seiner Sylloge scriptorum de regno Daniae. Eine zweite Auflage des Bdndchens mit gleichem 5 Titelblatt und der Vorrede des Stephanius ist mit einem undatierten Vorwort des Typographus Lectori versehen, im Bestand der Sammlung selbst sind Anderungen vorgenommen. Ob dieser Druck also in Wahrheit auch von 1629 zu datieren ist und von Stephanius herriihrt, mu/^ dahingestellt bleiben. 10 Alle diese Ausgaben, au/^er B 2 und C 2, konnten filr un- sere neue Ausgabe gdnzlich unberilcksichtigt bleiben.

Die erste kritische Ausgabe veranstaltete J. M. Lappen- berg in den MG. SS. VII (IMQ), 267—389. Erstmalig ist A 1 benutzt iind dem Text zugrunde gelegt, erstmalig der i& Unterschied der Fassungen zur Anschauung gebrachi. In den Scriptores rerimi Germanicarum wurde diese Ausgabe ohne den Variantenapparat gleichfalls 1846 abgedruckt, 1876 mit Variantenapparat in zweiter Auflage von Waitz nach Bearbeitung durch Weiland herausgegeben, der hauptsdchlich 2c die Sacha7imerkmigen etwas ergdnzte und weiterfiihrte. Den Druck in SS. VII iviederholte Migne, Patrologia latijia CXL VI, 451 662. Ausgaben gro/Serer oder kleinerer Bruchstilcke in fremden Sammlungen sind bei Potthast I, 11 angefilhrt.

Vollstdndige Ubersetzungen erschienen mehrere in deut- 25 scher und in ddnischer Sprache. 1) C. Miesegaes, Adams von Bremen Geschichte der Ausbreitung der christUchen Re- ligion durch die harnburgische und bremische Kirche in dem benachbarten Norden. Aus dem Lateinischen mit Anmer- kungen. Bremen 1825. 2) Adams von Bremen Hamburgi- 30 sche Kirchengeschichte, ilbersetzt von J. C. M. Laurent (Ge- schichtschreiber der deutschen Vorzeit, XI. Jahrhundert, 7. Band). Berlin 1850. 3) Dasselbe, Zweite Auflage, neu bearbeifet von W. Wattenbach (Geschichtschreiber usw. Zweite Gesamtausgabe, Band 44^. Leipzig 1888. 4) Adam af Bre- 35 men, Om Menigheden i Norden under Erkesaedet i Bremen og Hamborg (78S 1072J. Tilligemed sammes Beskrivelse af de nordiske Lande. Oversat af P. W. Christensen. Kopen- hagen 1862. Eine schwedische Ubersetzung in den Schrif- ten der Stockholmer Akademie der Wissenschaften ist in 40 Aussicht genommen.

Die neue Ausgabe konnte sich an die Hauptgrundsdtze der Bearbeitung von Lappenberg durchaus anlehnen und sie

EINLEITUNG § 3. XLVII

nur bestdfigen; aber eine vollstdndige Neuvergleichung aller Handschriften war unbedingt erforderlich'^, sie fuhrte zur Aufrollung des ganzen Kornplexes wissenschaftlicher Fragen, die in den beiden ersten Paragraphen hier behandelt sind. 5 Die Folgerungen, die aus den gewonnenen Ergebnissen fur die Gestaltung der Aicsgabe zu zielien tvaren, miissen hier noch kurz dargelegt werden, um dem Versldndnis und der richtigen Benutzung des Bandes zu dienen.

Liegt das Werk eines Schriftstellers in zwei voneinander

10 abweichenden, hintereinander fertiggestellten Fassungen vor, so pflegt man der Ausgabe die letzte Fassung zugrunde zu leg en ^ die das Werk in der vom Verfasser zuletzt gewolUen Gestalt enthdlt. Dies Verfahren kann hier nicht eingeschlagen werden, iveil BG nicht auf eine von Adam abgeschlossene

15 und in dieser Gestalt gewoUte Fassung des Werkes, sondern auf eine ungeordnete Mater ialsammlung filr eine neue Fas- sung (auf A = X) zurilckgehen, weil es ferner bei vielen Bestandteilen von BG zweifelkaft ist, ob sie iiberhaupt oder wenigstens in dieser Gestalt von Adam oder von andern her-

20 rithren^. In Wahrheit ist hier eigentlich mit zwei Original- handschriften zu rechnen, a als der unter Adams Aufsicht angefertigten und Erzbischof Liemar iibergebenen Reinschrift und A =^ X als seiner ursprilnglichen Originalhandschrift, die er nach d^r Herstellung jener Reinschrift fortlaufend ver-

25 mehrt und ausgesialtet hat. Die Lesarten BG (A = X) im Verhdltnis zu A (a) konnen daher sehr verschieden gewertet werden. Adam selbst kann eine erste, von ihm zundchst ge- wdhlte Fassung, die in BG (A = X) erhalten ist, in a gedndert haben ^, es kanyi aber auch die allein in A 1 (A 1 3^

30 ].) Lappenbergs Apparat mit seinen filnf, im vierten Buck zehn

Nummern war zu einer fesien Gliederu7ig und Gruppierung der Hand- schriften dock nicht durchgedrungen; aoischeinende Begellosigkeit und Wider spruche in den Lesarten der Handschriften mufiten Erstaunen er- wecken. Davon ist zwar vieles als richtig und der iatsdchlichen Lesung

85 der Handschriften entsprechend hestdtigt warden, anderes aber erwies sich als irrig und ist hier stillschweigend berichtigt ivorden. 2) Einzelne

Worte in BC, die im A- Text fehlen, sind stets in Klammern in den Text gesetzt warden; es soil mit diesem rein form.alen Verfahren kein Urteil aber den Ursprung der Warte abgegeben werden, auch Worte, von

40 deren Hinzufiigung durch Fremde ich iiberzeugt bin, sind so wieder- gegeben. Nur Bestandteile, die den alten Zusammenhang und Sinn offenkundig star en, sind in den Apparat verwiesen warden. Lappenberg hatte solche Worte mehr nach Gefiihl bald in den Text, bald in den Apparat genommen. 3) Vgl. z. B. I, 12 (13), S. 17, N. *, dazu

45 Nachtrdge S. 287. //, 28 (26), " S. 88, N. 1 und N.3; 36 (34), S. 97, N. * und N. 6. ///, 5, S. 147, N. o.

XLVIIl M. ADAM BREMENSIS

erhaltene echte Fassung Adams in BC (A = X) naclitrdg- lich von anderen (Bremer Domherren) gedndert worden sein. Nach der Verschiedenheit der Umstdnde ergeben sich ziem- licli zaklreiche MoglichJceiten der Bewertung der einzelnen Lesarten in BC einerseifs, A 1 oder A 1 3 anderers&its ; 5 nicht immer konnten alle ausgedriickt und dargelegt, aus praktischen Grilnden konnte nur die durch A 1 und die weiteren Hilfsmittel verbiirgte Fassung a zugrunde gelegt tend als Hawpttext zur Darstellung gebracht iverden; alle Zusdtze dazu sind durch eingeklammerten Text, durch Scholien und lo durch Sternnoten wiedergegeben, ebenso die vom A-Text ab- weichenden Fassungen der BG-Handschriften entweder im Apparat oder da, wo die Abweichungen eine sachliche Be- deutung haben, durch Sternnoten. Die Scholien sind an die Stellen gesetzt worden, auf die sie sich in den wichtigeren is Handschriften und nach demp-ffenbaren Sinn beziehen, die Abweichungen der einzelnen Uberlieferungen in der Stellung der Scholien sind in der Reg el nicht angegeben, da das den Apparat ohne wesentlichen Nutzen sehr belastet haben wiirde; nur bei wenigen Scholien, die in verschiedenen Handschriften so an sehr verschiedenen Stellen stehen oder wo die Verschieden- heit der Stellung und Beziehung zum Haupttext verschie- denen Sinn ergeben kann, ist das mitgeteilt.

Die innere Zuverldssigkeit des Textes ist beinahe ilber jeden Zweifel erhaben, wo die Handschriften A und- BC 25 ubereinstimmen, Anderungen sind da nur in den dringend- sten Fdllen'^ ziddssig; dag eg en ist da, wo die Klassen aus- einandergehen, wohl meistens, aber nicht unter alien Um- stdnden, A zu bevorzugen. Auch a hatte Fehler, die tJber- einstimmung A 1 3 gegen BC beweist allein noch nicht 30 die tiberlegenheit des A- Textes. Wo A 1 allein die A-Klasse darstellt, kommt es hdufig vor, da/S diese Handschrift verderbt ist, daf^ C willkilrlich gedndert und allein B den echten Text erhaUen hat, oder da/S umgekehrt B gedndert hat und allein in C das Eichtige erhalten ist. Die Klassen und ihre Les- 35 arten miissen daher stets nach ihren inneren Eigenschaften gewertet, es mu/S von Fall zu Fall zivischen ihnen entschieden werden. Bei sachlich gleich moglichen Lesarten ist stets die von A 1 zu bevorzugen, auf Grund der oben S. XXXVII, Z. 23 bis S. XXXVIII, Z. 2 dargelegten Verhdltnisse auch gegen die 40 Ubereinstimrnung A 2. 3. BC; diese letzteren Lesarten sind in der Ausgabe aber fast stets durch Sternnoten hervorgehoben.

1) Vgl oben S. XLIII, N. 1.

EINLEITUNG § 3. XLIX

Konjekturen sind am ersten zuldssig in den Sdtzen und Satz- teilen, die nur in A 1 iiberliefert^, in A 2. 3 und BC nicht enthalten sind.

Fiir die du/^ere Gestaltung von Text und Varianten- 5 apparat sind folgende Grundsdtze befolgt worden. In den meisten Au/SerlichJceiten der Orthographie^ ist A 1 buchstdb- lich wiedergegeben; wurde aus besonderen Grilnden davon ab- gewichen, so ist dies im Apparat vermerht^. Nicht vermerht sind aber folgende generelle Abweichungen, die sich durch

10 den Abstand der Handschrift (von ca. 1200) von Adams Zeit notwendig machten. Das in der Handschrift hdufig vertretene ^ ist durch ae wiedergegeben, in alien Endungen der ersten Deklination ist durchweg ae hergestellt, auch wo A 1 (und evtl. A 2) einfaches e haben. Ebenso wurde verfahren bei

15 Worten wie aestas, aestuo, aestimo, laetus, quaero*, die in A 1 (und A 2) bald mit e, bald mil ^ oder ae geschrieben sind. Stets einfaches e nach der Orthographic der Zeit und entsprechend den Handschriften erhielten seculum, sepe, cesar, pre. Die orthographischen Varianten^ alter spdteren

20 Handschriften, ci oder ti, i oder y, e oder ^ und dergleichen sind niemals vermerht. Ei7ie Ausnahme machen nur die Eigennamen, deren verschiedene Formen fast vollstdndig mit- geteilt worden sind^.

1) Vgl z. B. HI, 39 (38), S. 182, N. h {Z. 39) und N. 3. Filr A 1-3

25 z. B. IV, 3, 8. 231, N. 4. 2) Envahnenswert ist, daft A 1 fast niemals th schreiht, stets tesaurus, catena und dergleicheii mehr. Dies ist bei- behalten, aber ganz unsicher, ob es Adams originale Schreibweise, bzw. die Schreibung von a, oder Willkilr der spdteren tjberlieferung ist. Alle anderen Handschriften schreiben thesaurus, cathena, so stand sicherlich

30 in A = X. Renus in A 1 ist oft in Rhenus korrigiert, ob vom Schreiber selbst, ist rneist nicht sicher zu erkennen. Beachtenswert sind Fehler wie Gundredus, das auf Gudredus der Vorlage, oder Truncco, das auf trucco der Vorlage schlie/^en Id/St. 3) Nur ganz bedeutungslose

Schreiberversehen in A I, Wiederholuiig von Silben beim Zeilenwechsel

35 U7id dergleichen, sind manchmnl nicht angegeben. 4) Zwischen

quaerere, suchen, und queri, sich beklagen, ist nach klassischer Weise ohne Biicksicht auf die Schreibung der Handschriften unterschieden. 5) Nur wenige allgemeinere sind zu verzeichnen. B l^ schreibt hdufig pvilegium fiir privilegium, inpetus, inquid, stets excercitus, aput.

40 Alle Zahlen sind in B \^ und jB ll> stets in Worten voll ausgeschrieben. Der Druck B 2 hat mit ddnischer Orthographic stets Villehad , Ville- ricus usw., was filr sich niemals vermerkt worden ist, wenn '> t andere GrUnde zur Verzeichnung der Variante notigten. 6) Bei . ngaben im Variantenapparat, die aus sachlichen Grilnden notwendig war en und die Lesart mehrerer Handschriften zusammenfassen, ist als Schreibung die der dltesten Handschrift oder Handschriften, B\^. G \ gewdhlt, die Ab- weichungen der jungen tjberlieferung en in diesem Punkte sind dann

Adam Bremensia. IV

L M. ADAM BREMENSIS

Im Variantenapparat voll verzeichnet wurden alle wirJc- lich den Text berilhrenden Abweichungen alter selbstdndigen, fiir die Textgestaltung unddie Textgeschichte'^wichtigenHand- schriften und Drucke^ also Al. 2. 3. Bl (= Bl^ -\- Bl^J. B 1^. B 2. C 1. 2. 3; nicht berucksichtigt sind die singular en 5 Verderbnisse der jungen Handschrift B 1^. Im vierten BucJie sind die Abweichungen B 3^~^ und B 3^*"^, die bestimmt, und B 3^~^, die vielleicht uber den Text der Sorder Hand- schrift Auskunft geben, vollstdndig mitgeteilt, dagegen von denen in B 3^~^ nur eine sehr beschrdnkte Auswahl der lo wichtigsten und derjenigen, die die Verzweigung der Hand- schriften erkennen lassen. Etwas ausgiebiger, als alte Ab- schriften der Sorder Handschrift, aber doch auch nur mit Auswahl wurden jB 4. 5 berucksichtigt. Bei der gro/Sen Zahl der Handschriften fiir das vierte Buch sind die Varianten is dort mehr als vorher auf die alleriiotwendigsten, textlich wich- tigen beschrdnkt, tint den Apparat nicht allzusehr anschwellen zu lassen. An besonderen Stellen ist auch auf charakteristi- sche Lesarten von Ausschreibern, dem Annalista Saxo, Hel- mold und anderen hingewiesen. 20

Die Kapiteleinteilung ist ausschlie/^lich nach A 1 vor- genommen^, auch wo A 2. 3. BC iibereinstimmend eine andere haben, ist diese nach den oben S. XXXVII dargelegten Umstdnden nicht als maf^gebend angenommen, sondern nur im Apparat verzeichnet worden. A 1 zdhU die Kapitel nicht ^ 25 sondern bezeichnet sie 7iur durch Initiate und (meistens) neue Zeile; ebenso verfahren A 2. 3 und CI. B 1 und C 2 (d. h. die Rantzausche Handschrift, bei Lindenbrog die Zdh- lung am inneren Rande) teilen das ganze Werk fortlaufend in 251 Kapitel, diese Form geht also wohl auf X zuriick, von 30 den in A 1 die Bilcher einleitenden Versen sind in BC nur einige in einzelnen Handschriften iiberliefert^. C 2 hat

unberiicksichtigt gehliehen oder hochstens einmal durch Klammern an- gedeutet.

1) Bei der gro/^en Zahl der Ausschreiber und der V erschiedenheit 35 ihrer Texte sind auch singuldre Verderbnisse der dlteren oder auf alien Chrundlagen beruhenden Handschriften oft sehr wichtig. 2) Nur die

von BC, bzw. A 2. 3. BC dem Text hinzugefiigten ganzen Kapitel sind als solche fortlaufend gezdhlt und in die Reihe der von A 1 gebotenen ein- gefiigt worden, daher sind im zweiten und vierten Buch mehr Kapitel 40 gezdhlt als A 1 hat. 3) Es ist moglich, daf^ sie in den andere7i Texten durch Schuld der Uberlieferung verloren sind (sicher liegt es so in A 2. 3^, aber auch moglich, da/3 Adam die Einteilung des Werkes in Biicher und deren Bezeichnung durch die Verse erst in a konsequent durchgefiihrt hat. In A X hatte er vielleicht ursprunglich nur eine durchgehende Kapitel- 45

EINLEITUNG § 3. LI

doppelte KapitelzaMung J am du^eren Rande die von B 2, am inneren die der Rantzauschen Handschrift. In dieser Ausgabe hier sind neben der zugrunde gelegten Einteilung von A 1 alle anderen mitgeteilt, die von Lappenberg am 5 Rande, die der anderen Handschriften und dlteren Drucke im Apparat^. Dies geschah, weil gerade die Kapiteleinteilung filr die Erkenntnis des Verhdltnisses der Handschriften zu- einander von Wert ist, und um das Auffinden von Stellen nacTi Zitaten in dlterer, noch durchaus nicht ilberholter Lite- 10 ratur wie Dahlma7in, Geschichte von Ddnemark I, und Lap- penberg, Geschichte von England I, zu erleichtern. Audi die Satzeinteilung ist in der Ausgabe moglichst nach A 1 ein- gerichtet, sofern sie nicht dort, was vorkommt'^, dem richtigen Sinn und Verstdndnis vollkommen widerspricht; die Ab- 15 weichungen der wichtigeren Handschriften wurden mitgeteilt, weil verschiedene Satzeinteilung manchmal verschiedenen Sinn ergibt und diese Gliederung ilberhaupt wichtig filr deri Zu- sammenhang der Uberlieferungen und filr das Verstdndnis des Textes ist. Die Interpunktion wurde nach den Erf order- ed nissen des Sinnes eingerichtet, manchmal auch gegen die fiber einstimmung alter Handschriften, was dann vermerkt wurde ^.

Die Sachanmerkungen^ verfolgen denZweck: 1) die nicht

immer deutlichen Meinungen Adams zu erldutern und in

25 ihrem Sinne klarzustellen, zu zeigen, wie er zu seinen An-

einteilung, in die dann vielleicht noch Ansdtze zur Bucheinteilun^ nach- trdglich von ihm eingetragen worden sind.

1) Dabei bedeutet beispielsweise: Cap. XCIX. B 1. 0(1). 2; Cap. XLVII. B 2. (C 2), folgendes: B 1 und C 2 (die Rantzausche Hand-

30 schrijt) beginnen hier Kap. 99, C 1 beginnt ein neues Kapitel, gibt ihm aber keine Ziffer (es ist auch nicht das 99. in CI); B2 beginnt Kap. 47 seines zweiten Buches, C 2 folgt ihm darin am duperen Rande. 2) Vgl. z. B. II, 11 (9), 8. 68, N. h. k. In A I herrscht das Bestreben, die Perioden in viele kleine Sdtze mit grof^en Anfangsbuchstaben zu zerlegen,

36 wobei oft die selbstdndig gemachien Teile grammatisch gar kein eigenes Dasein fiihren konnen. 3) Vgl. z. B. 1, 12 (13), *Sf. 16, N. d. IV, 5,

S. 233, N.l. 4) Viele sind aus der vorigen Ausgabe von Lappenberg iibernommen und durch (L) gekennzeichnet, andere stammen aus dem Buche von Kohlmann und sind mit der Kennzeichnung (K) versehen. Diese tjber-

40 nahme und Kennzeichnung bedeuten aber stets nur, dafi der weseniliche Gedanke oder Nachweis der Anmerkung von Lappenberg oder Kohl- mann herrilhren; eine Nachpriifun^ des Sachverhalts, oft mit Ergdnzung und Berichtigung der Angaben durch mich, hat in alien Fallen slatt- gefunden, so dafi die Fassung dieser Noten, wie sie vorliegen, ebcnso wie

45 die oiler andern mir zuzuschreiben ist. Es sollte nur das urspriingliche Verdienst von Lappenberg und Kohlmann um diese Nachweise nicht verschwiegen werden.

IV*

LII M. ADAM BREMENSIS

gahen gekommen ist (z, B, zu semen Berechnungen im ersten Buche), auf seine Quellen und ihren Einflu/S hinzuweiseny sein Verfahren als Schriftsteller, seine Neigungeii oder Ab- neigungen, seine Irrtiimer zu beleuchten; 2) die Bestandteile des Werkes zu sckeiden, im einzelnen an Ort und Stelle sack- 5 lich zu begriinden, ivarum diese Angabe oder Lesart Adam nicht angehoren Jcann, woJil aber jene, und so in schdrfer eindringender Weise, als bisher moglich ivar, eine kritisch- sachliche Wertung vieler einzelner Nachrichten anzubahnen; 3) hie und da auf andere Quellen init gleicJien oder charak- 10 teristisch abweichenden Angaben hinzmveisen, die filr die einzelnen Nachrichten neueste oder beste Literatur in freier Auswahl zu nennen. Vollstdndigkeit in dieser Beziehung wird durchaus nicht erstrebt, etwas mehr Raum als den deutschen VerhdUnissen glaubie ich den dem deutschen Leser 15 wohl oft weniger bekannten ddnischen und nordischen Dingen und der sie erlduternden Literatur widmen zu dilrfen.

§ 4. Adams Leben.

Als Verfasser des vorliegenden Werkes nennt sich A. mi- nimus sanctae Bremensis ecclesiae canonicus^, Helmold 20 /, 14^ nennt ihn magister Adam. Eine Urkunde^ Erz- bischof Adalberts vom 11. Juni 1069 schreibt und> unter- schreibt^ Adam magister scolariim Bereits der erste Her- ausgeber Vedel hat zweifellos mil Eecht den niemals an- gefochtenen Schlup gezogen, da/S der von Helmold genannte 25 Adam der Verfasser des Werkes sei.

Adam sagi von sich, da/3 er als proselitus et advena^ von Erzbischof Adalbert unter die Bremer Kanoniker auf- genommen, da/3 er i^n 24. Jahre Adalberts, also zivischen An- fang Mai 1066 und Ende April 1067, nach Bremen ge- 30 kommen sei^, da/3 der Erzbischof ihn personlich geliebt habe'^.

1) PraefatioS. 1. 2) SS. rer. Gertn. ed. 2,S. 30. 3) Ham-

hurgisches UB. I, n. 101, 8. 96 ff. 4) scrips! et subscripsi, bei den

anderen Zeugen heifit es interfui et subscripsi (alle vor Adam) oder nur subscripsi (alle 7iach Adam). Die Originalitdt und eigenhdndige Her- 35 stellung der Urkunde durch Adam la fit sich sehr ivahrscheinlich ?nachen, wie ich kilnftig an aiiderer Stelle zeigen werde. 5) Praefatio 8. 1.

Man vergleiche auch Adams Bemerkung III, 56 (55), 8. 202, Z. 6 uher die invidia, quam in advenas habent (die 8achsen), ein Tadel, der sicher- lich mit auf eigenem Erlehen des Autors heruht. Als Gegenaufierung von 40 der anderen 8eite ist die gereizte Bemerkung des 8chol, 151 zu betrachten, die sogleich naher zu untersuchen ist. 6) ///, 4. 8. 146. 7) ///,

65 (64), 8. 212.

EINLEITUNG § 3. 4. LIII

Wenn er Epilog V. 20 von iuvenilibus ausis spricht, so ist dieser Bescheidenheitsfloskel wohl haunt mehr zu entnehmen als nur, dap er eben nicM in hoherem oder gar hohem Alter gestanden hahen kann. Im Anfang seines Bremer Aufent- 5 haltes sei er zu Konig Svend Estridsen gegangen^, der ihn giltig aufgenotuw,en und von dem er seJir vielen, fast den meisten Stoff filr sein Werh erhalten habe. Dap Adam beim Tode Erzbischof Adalberts nicht in Goslar anwesend, soyidern offenbar in Bremen war, ergibt III, 65 (64)^.

10 Adams vermutlicJie Heimat, aus der iJin Erzbischof Adal-

bert berufen hat, hat man in Thilringen^ oder Obersachsen, neuerdings auch in Lothringen^ gesucht. Ich glaube viel eher Ostfranken vorschlageii zu konneji, teils aufGrund von eigenen, seit langem angestellten sachlichen Erwdgungen, teils auf

15 Grund von sprachlichen Untersuchungen, die auf meine Bitte Herr Professor Edward Schroder in Gottingen ausgefuhrt hat. Sachlich ist auf folgendes hinzw.veisen. In dem nur in G (G 2; G 1 hat vorher aiifgehort) uberlieferten Scholion 151 (145), S. 270 hei/^t es: scriptor huius libelli fuit ex Ger-

20 mania superiori, unde vocabula pleraque sive nomina pro- pria . . . nobis corrnpit. Die Nachricht rilhrt sicherlich von dem Bearbeiter der Urfassung G vo7i 1085 i^. her und verdient alien Glauben^. Germania superior liegt nach Isidor^, Ety- mologiae XIV , 4, 4 iuxta septentrionalem oceanum, im

25 Gegensatz zur Germania inferior circa Ehennm; diese De- finition kann der niederdeutsche, bremische Geistliche bei seiner Aussage nicht im Sinne gehabt Jiaben. Viel besser pa/St Honorius Augiistodimensis, Imago raundi'^ : ADanubio usque ad Alpes est Germania superior .... Versus occa-

30 1) ///, 54 (53), S. 198/. Adams Ausdrucksweise kann hier wohl

nur so gedeidet werden, da/3 er zum Konig nach Ddnemark gegangen ist, schwerlich so, da/3 er ihn etwa bei einer der Zusammenkilnfte mit Erzbischof Adalbert in Schlesivig oder an der Eider gesprochen hat. 2) S. 212, Z. 11 ff. AnscJieinend ist aber Adam doch einmal in

35 Goslar gewesen, vgl. Ill, 28 (27), 8. 171, Z. 6 mit N. 2. 3) Vgl.

Kohlmann 8. 5. 4) Hauck, KG. Deutschlands III »• *, 947, N. 1.

5) Als Konsequenz dieser Erkenntnis und Ansto/3nahme des Urhebers der Urfassung G ist anzusehen, wenn G vielfach, aber durchaus nicht konsequent, niederdeutsche 8prachformen an Stelle der oberdeutschen von

40 AB aufweist. Vgl. dariiber kiinftig die unteyi 8. LV, N. 4 genannte Arbeit von Edward 8chr6der. 6) Hans Philipp, Die historisch-

geographischen Quellcn in den etymologiae des Isidorus von 8e.villa. II (Textausgabe und Quellenangabe), i08 (Quellen und Forschungen zur alien Geschichte und Geographic, herausg. vo7i W. Sieglin, Heft 20,

45 Berlin 1913). 7) 88. X, 132.

LIV M. ADAM BREMENSIS

sum Elieno, versus aquilonem Albio flumine terininatur. In hac est regio Sue via . . . ; hec et Alemannia . . . appel- lata; hec et Eetia dicta ^ . . . Est in ea Noricus, que et Bavaria . . . Est et orientalis Erancia, cui coniungitur Thuringia, quam sequitur Saxonia. Ab Albia fluvio est 5 Germania inferior. Wenn Honorius hier zur Germania superior neben anderen Gebieten audi Sachsen (westlich von der Elbe) rechnet, so kann der in Bremen schreibende Ver- fasser des Scholion 151 zum mindesten dieses nicht mit zu seiner Germania superior gerechnet liabeyi. Es bleiben die lo ilbrigen Gebiete, von denen nach Honorius z. B. Lotliringen ausdrucklich ausgeschlossen ist^. In der Hauptsache ist die Germania superior des Honorius das eigentliche Silddeutsch- land und Mitteldeutscliland; zur Entscheidung bieten sich aus Adams Werk einige bisher dafilr nicht verwertete Stellen. 15 Die wichtigste ist wohl die beriihmte ilber das Herzogtum des Bischofs von Wurzburg III, 46 (45), 3. 188. Adam wiirde schwerlich auf Verfassungszustdnde in einem recht fern- liegenden Bisium so ausfuhrlich Bezug genommen haben, ivenn er nicht wenigstens in dessen Nachbarschaft^ zu Hause 20 gewesen ware. /, 10 (11), S. 11 nennt Adam au^er Bonifaz und Willibrord als Missionare Deutschlands drei Manner, die in Oberdeutschland gewirkt haben, Gallus in Alemannien, Emmeram in Bayern und Kilian in Franken^. Die Stelle weist einen gewissen Anklang an Kap. 1 der Passio altera 2s Kiliani auf^, vielleicht hat Adam diese einmal gelesen. Ge- loisse Ankldnge an das Chronicon Suevicum universale^

1) Alemannia und Retia konnen im Zusammenhange ivohl als andere Namen fiir Suevia odcr als Namen von Teilgebieten davon auf- gefafit werden. Germania superior umfaf^te dann nach Honorius Schwa- 30 ben, Bayern, Ostfranken, Thiiringen und Sachsen. 2) Auch durch die Sprache wird es oAisgescMossen, vgl. unten S. LV. 3) Der Aus-

druck dicitur S. 188, Z. 18 spricht wohl am ersten dafilr, dafi Adam nicht in Wurzburg selbst, eher in einem benachbarten Bistum seine Heimat hatte. Dafi die Nachricht verfassungsgeschichtUch nicht ganz genau ist 35 (vgl, S. 188, N. 4), Idfit sich wohl nacJi keiner Richtung hin mit Sicher- heit verwerten. Denn welcher mittelalterliche Autor hat sich in verfassungs- mdf^igen und ilberhaupt sachlich-technischen Dingen ganz genau ausge- driickt? 4) Gewiji hat die Mission in Deutschland vor Bonifaz hauptsdch- lich in Siiddeutschland gewirkt; aher wiirde z. B. ein meif^nischer oder loth- 40 ringi'Jcher Geistlicher so besonders auf diese siiddeutschen Missionare hingewiesen haben wie Adam? 5) Adam 8. 10, Z. 25 his 8. 11, Z. 2, vgl. Acta Sanctorum^ Juli II, 615: (Columbano gaudet Italia), Gallo dita- tur Alemannia, Kiliano Teutonica nobilitatur Francia. 6) Vgl.

unten 8. LX, N. 3. Eine Handschrift des Chron. 8uevicum uni- versale ist in Wiirzburg oder dort wenigstens erreichbar gewesen; es ist

EINLEITUNG § 4. LV

leg^n den Gedanken naJie, dap er auch dieses einmal gelesen hat. Die Gesamtheit dieser Indizien ld/3t eine Heimat mit eintm gewissen oherdeutschen GesicJdskreis in der Ndhe des Wilrzburger Bistums vermuten. Adam ist im Jahre 1066/67 6 nach Bremen geJwmmen, 1065 hat sich der Bamberger Klerus mit einer Bitte um Hilfe an Erzbischof Adalbert gewandt und in seinern Schreiben ^ auf Idngere enge Beziehungen ^ zwischen ihne7i Bezug genommen. In Bamberg bestand> eine der bluhendsten Schulen der Zeit'^, an der Adam sehr wohl sein

10 umfangreiches Wissen und seine ausgedehnte Kenntnis klassi- scher Autoren erwerben konnte, von der ihyi Adalbert eben ans diesem Grunde als magister scolanim nach Bremen be- rufen haben kann. Eine Herkunjt Adams eyitweder aus dem Bamberger Bistum nnd vielleicht direkt von der Bamberger

15 Schule oder vielleicht auch aus Wilrzburg glaube ich als am meisten wahrscheinlich vermuten zu dilrfen.

Damit lassen sich die Ergebnisse der von Edward Schro- der angestellteyi sprachlichen Untersuchung * der Namens- formen sehr gut vereinigen. Danach sind 'durch die Sprache

20 aufJer Baiern und Aleynannien auch Nordthiiringe7t und Obersachsen, Niedersachsen und, das mittelfrdnkische Gebiet ( Ripuarien und Nordfranken) mithin auch Lothringen ausgeschlossen. Zwischen Rheinfranken (Sildhessen), Ost- franken und dem eigentlichen Thuringen haberi wir die Wahl,

25 und dabei scheint es mir nicht gleichgultig, da/3 Adam von dem yiachbarschaftlichen Ursprung der Werra tmd der Saale Kunde hat (I, 2) und, wie ich schon hier vorausschicke, die Unterweser seiner neiien Heimat konsequent ,Werra' nennf. Schroder schldgt also nach der dann jolgenden sprachlichen

30 Einzeluntersuchung 'Ostfranken ^ oder Thuringen als Heimat

im Chronicon Wirziburgense, SS. VI, in gro/^en Teikn wortlich aus- geschrieben.

1) Codex Udalrki n. 29, Jaffe, Monumenta Bambergensia S. 56/. 2) Es hei/3t in dem Schreiben: tociens rebus perditis, tociens desperatis

35 praesentissimarn in vobis opem, singulare in vobis cxperti sumiis prae- sidiiim. Auch auf die von Adam II, 68 (66), S. 128 und III, 7, S. 148 bezeugten Beziehungen zwischen Adalbert und Bischof Suidger von Bam- berg kann in diesem Zusamm.enhange hingeiviesen werden. 3) Vgl. H older- Egger, Lamperti Opera, Praefatio c. I, p. XL 4) Herr Pro-

40 fessor Schroder veroffentlicht seine Ausfuhrungen in den Hansischen Ge- schichtsbldttern fiir 1918. Ich durfle sie bereits im Manuskript einsehen und benutzen und spreche Herrn Professor Schroder dafiir und fiir seine gesamte Bemuhung um die Sache auch hier den besten Dank aus. 5) Fiir Ostfranken spricht nach den Mitteilnngen von Herrn Professor-

45 Schroder 7wch, dafi dort der Name Adam auch im frilheren MitteUilter

LVI M. ADAM BREMENSIS

vor, mit hesonclerem Hinblick auf das Gebiet der obeisfzn Werra. Ein iveiteres Argument clafilr liefert iJini noch die Fdlschung D. Kar. I, n. 245. Diese h'Jnne oms spracJilichen Grilnden schwerlich vor der ziveiten Hal ft e des 11. Jahrhm- derts, eben, Adams eigener Zeit, eiitstandeii sein, sie weise 5 konsequent (viel konseqiienier als Adam selbst) oberdeutsche, ostfrankische Namensformen auf, ihr Urheber raiisse aits der Gegend der Werra imd des Baches Kosten (Quistina), I. Nbb. zum Main, BA. Lichtenjels, stamwxn. Vermutlich hatle dieser Mann eine einfluPreiche Slelhmg in Adalberts Karizlei, lo vielleicht hat er seinen Landsmann Adam (der gleichfalls von der Werra stammte) nach sich gezogen.

Verbindet man also die Argiiynente sachlicher und sprachlicher Natur miteinander, so kann man am ersten wohl mit WahrscheinUchkeit vennuten, dap Adam in den i5 Gebiet en zwischen detn oberen Lauf des Mains und dem oberen Lauf der Werra, an den Sildabhdngen des Tharinger Waldes oder in Oberfranken seine Heimai hatte, dap er viel- leicht aus Bamberg nach Bremen gekommen ist.

1st Adams erste Originalhandschrift A = X von fremder 20 Hand bearbeitet und die Urhandschrijt C ohne Adams Mit- wirkimg durch einen Bremer Domherrn vielleicht schon am 1085 1090 hergestellt worden, so mufS Adam damals ivohl bereits tot gewesen sein. Eine Art ergdnzenden Beweis dafiir liefern die Scholien, in denen die Ereignisse nirgends weit 25 iiber die Zeit des Haupttextes hinab verfolgt und dargestellt werden^. Am iveitesten reichen die nach Uberlieferung und Sprache sicher von Adam herriihrenden Scholien 81 86 (85 87) tmd 110 (136), die die Darstellung der Ereignisse in Schweden gegen den Text berichtigen und bis gegen 1080 30 fortfilhren, also damals oder nicht lange danach geschrieben sein werden. Bis etwa 1081 1085 also kaim Adam noch mit der Hinzufilgnng von Scholien beschdftigt gewesen sein, weiter Idfit sich keine Spur von ihm nachweisen, er ist wohl

ofter vorkommt, wahrend er sonst in Deutschland in dieser Zeit sehr selten 35 ist und erst spdier gebrduchlich wird.

1) Freilich wollte ja Adam eine Fortsetzung seines Werkes fiir die Zeit Liemars zundchst nicht schreiben, Epilog V. 33 37, die /Scholien sind dem Sinne nach Ergdnzungen und Berichtigungen des alien Textes und beziehen sich auf die in ihm dargestelUen Ereignisse. Aber wdren 40 sie lange nach der ersten Darstellung geschrieben worden, so miipte man bei ihrer Masse und ihr em Umfang doch ofter einmal eine unwillkilrliche Bezugnahme auf spdtere Ereignisse in ihnen finden, die jetzt niir in den sogleich zu behandelnden Fallen nachzuweisen ist.

EINLEITUNG § 4. 5. LVII

Iriihzeitig gestorben. Den .12. Oktober als Todestag eines ma- gister Adam nennt das Biptychon Bremense'^ ohne Angabe eines Jahres.

§ 5. Die Quellen and die Entstehiings^eit 5 des Werkes,

Adam hat au/^erordentlich viele Quellen benntzt-, nicht tvenige nur fur eine einzige Angabe, die sie ilim jilr seinen Gegenstand boten, Lebensbeschreibungen, Ghroniken und An- nalen, geographische ScJiriften, Briefe, einzelne Urhunden,

10 Urkundensa7nmlungen, HrchenrechtUche Quellen und ande- res der Art mehr; dazu viele Schriftsteller, denen er Sen- ten0en oder stilistische Wendungen entnahm, die ihm aber gelegentlich auch die eine oder andere sachliche Angabe lieferten.

15 Von Lebensbeschreibungen hat er die Vita Anskarii^

gehabt U7id ausgiebig, aber nicht immer richtig^, benutzt; filr Bonifatius wahrscheinlich mehr ere Viten, wohl die erste und die dritte; dann die Vita Karoli von Einhard, die Vita Liud- geri^y Badbodi^, Bimberti, Vita und Miracula Willehadij

20 Vita Willibrordi'^, Admn hat diese Lebensbeschreibungen er- sichtlich hochgeschdtzt und mehrfach^ ihre Angaben, wo sie von denen ariderer Quellen abweichen, bevorzugf. Von Ghro- niken und Annalen nennt und benutzt er an einer Stelle (I, 3) die Historia Francorum des Gregor von Tours. Aufjallend

25 grof^ ist die Zahl der von ihm genannten Quellen dieser Art, ilber die sich etwas Sicheres nicht aussagen Idfit, die wir ent- iveder gar nicht mehr haben oder auf dere?i uns vorliegeiide

1) Archiv des historischen Vereins filr NiedersachseM 1835, S. 304. Die Mitteilnngen von J.H. v.Seelen, Brem.- rind Verdische MerJcwiirdigkeiten

30 VI. Sammlung S. 4.11 f. (bei Pratje, Die Herzogtiimer Bremen und Verden. Seckste Sammlung, Bremen 11 Q2) aus einem Briefe eines gewissen Kel- pius vom 4. Mai 1716, dafi Adam dem Bremer Kapitel einen Wald hei Ramelsloh geschenJct habe, von einem, Grabstein mit A und dhnliche mehr, haben nicht die geringste zuverldssige Grundlage und sind ganz

35 unglaubwilrdig. 2) Untersuchungen uber die von ihm benutzten Quellen bringenJ. Asmussen, De fontibus Adami Bremensis commentarius, Kiliae 1834, dann Lappenberg, Archiv VI, 110 827; Kohlmann S. 15 21. 3) Die Stellen, an denen Adam die hier zu behandelnden Quellen direkt genannt hat, sind leicht durch das Namenregister feslzustellen. Hier

40 werden nur die Stellen der Benutzung ohne Ziiierung, soiveit das einen Wert hat, zusammengestellt. 4) Vgl. z. B. S. 21, N. 2; S. 22,

N. 1; S. 27, N. 5-7, und ofter. 5) S. 232, vgl. S. 13. 6) /, 38

(40), S. 41, N. 3. 7) S. 13, 232; vgl. S. 176, lY. 7. 8) Vgl.

S. 12, N. 1. 9; S. 13, N. 10.

LVIII M. ADAJM BREMENSIS

Formen die Aussagen Adams nicht passen'^. Von den An- nales Corbeienses f'comijotus a Corbeia delatus /, 35 (37 )j mu/j er cine etwas reichere Fassung gehabt haben als die in der erhaltenen Handschrift vorliegt^, M it den Annates FuU denses stimmt er oft ivortlich ilberein und zitiert sie als die & Historia Francorum; er hat die Contiiiuatio Batisbonensis gehabt, bei seiner jreien Benutzungsweise ist aber filr die Handschrift, die ihin vorgelegen hat, nicht viel zu schlie/^en^. Aber an zwei Stellen^ gibt er als Aussage der Historia Fran- corum an, was in den Annalen nicht steht, und er behauptet lo ausdrilcklich^ , sie hdtte bis zum Tode Ludwigs des Kindes, 911, gereicht, iv'dhrend er die Annalen im, Haupttext letzt- malig 891 benutzt^ und die Begerisburger Fortsetzung nur bis 897, die Altaicher bis 901 reicht. Am wahrscheinlichsten ist wohV, da/3 Adam ein hauptsdchlich auf den Annales i5 Fuldenses beruhendes, um wenigen, anderswoher stammenden Stoff vermehrtes und etwas weitergefilhrtes Geschichtswerk hatte. All vier Stellen^ behauptet Adam, daft er ein Werh von Einhard, neben dessen Vita Karoli, benutzt habe, das er an einer Stelle (I, 32 (34 )j Gesta Saxonum nennt, als 20 dessen Inhalt er an anderer Stelle (Schol. 1) bella Saxonum bezeichnet. Seine Auszilge aus dem Werke stimmen gro^ten- teils wortlich mit der Translatio s. Alexandri ilberein, nach I, 32 (34) hdtte es auch ilber einen Wettstreit der Heiligen

1) Zur V ereinfacJiung des Druckes sind unten alle Stellen, die 25 sich in noch erhaltenen Schriften ivortlich oder nahezu wortlich fiiiden, stets Petit gesefzt, auch icenn als sicher angenommen 7vird, daft Adam selbst seinen Text nicht gerade den tins vorliegenden Quellen entnom- rnen hat. So ist gegeyiiiher den Ann. Fuldenses, Corbeienses, der Translatio s. Alexandri verfahren. Borgisdruck ist nur da angewendet, 30 wo Adam Idngere Erzdhlungen, z. B. der Vita Anskarii, ganz kurz mit eigenen Worten wiedergibt. 2) I, 51 (53), S. 52, N. 1. 3) Da

er die Continuatio Ratisbonensis benutzt hat, miiftte er (bzw. seine Quelle, in der die A^in. Fuldeyises ausgeschrieben ivaren) eine Handschrift der Klasse 3 (nach Kurze) gehabt haben. 4) /, 15 (17), 8. 20, 35

N. 6. 8; /, 28 (30), S. 34, N. 5. Es ist hier nur auf Stellen Bezug ge- nommen, wo sicher oder anscheinend Mifiverstdndriisse oder miftverstdnd- liche Ausdrucksweise Adams nicht vorliegen. 5) /, 52 (54), S. 52 N. 1.

6) In Schol. 9 (10), S. 49 ist die Contin. Batisbon. bis zum Jahre 896 benutzt, vgl. ebda. N. 8. 1) So scJion Lappenbcrg a. a. 0. S. 114 f., *o

S. 111. Daf3 Adam sich vielleicht nur Exzerpte aus den Ann. Fuld. gemacht hdtte und durch deren Benutzung mannigfache Irrtilmer und Verwirrungen von ihm z,u erkldren war en, ist darum unwahrscheinlich, weil seiner ganzen Zeitrechnung im ersteyi Buche oft ziemlich deutlich erkennbar die Ann. Fuld. zugrunde liegeyi, von denen er also dauernd •*& ein vollstdndiges Exemplar zur Hand gehabt haben muft. 8) Schol. 1,

S. 4; /, 3, S. 6; /, 7 (8), S. 9; I, 32 (34), S. 36.

EINLEITUNG § 5. LIX

Alexander und Willehad gehandelt. Da der hi. Alexander 851 nach Sachsen (Wildeshausen) gekommen, Einhard aber 840 gestorhen ist, kann dieser unmoglich ein solches Werk ge- schrieben haben. Daft Ada^n durch allerhand eigene Mift- 5 verstdndnisse'^ das Werk Einhard fdlschlich zugeschrieben habe, glatibe ich nicht, ebensowenig, daft er I, 32 (34) Inhalt der Miracula Willehadi irrtilmlich als solchen der Gesta Saxonum angegeben habe^. Er miiftte danach ein Werk gehabt haben, das zti Unrecht den Namen Einhards als Ver- io fassers trug, das im ersten Teile mit dem ersten Teile der Translatio s. Alexandri ziemlich identisch ivar und dann zu Wundertaten des hi. Alexander %md besonders einem Wett- streit zwischen ihni v.nd dem hi. Willehad ilberging. Viel Wesentliches aus der Schrift ist uns anscheinend nicht ver- 15 lorengegangen^. Mit der Chronik des Eegino von Prilm^ weist Adam gewisse Beriihrungen auf, die aber zu gering sind, als daft man positiv behaupten konnte, er habe sie ge- kannt. Annales cesarum^, Gesta Franconim® sind nicht nachzuiveisen, ebensowenig Gesta Angloruni'^, aus denen

20 1 ) Ndmlichf daft er aus dem, Meginhart der Translatio einen M (agister).

Eginhart gemacht hahe und dergleichen mehr. In der Ahlehnu7ig dieser An- nahmen folge ich A. Wetzel, Die Translatio s. Alexandri, Kiel 1881, dessen Schrift im ubrigen voll phantastischer und dilettantischer Hypothesen ist. Daft man dieFrage, oh Adam eine Schrift: Gesta Saxonum oder dhnlichen

25 Titels, vorgelegen habe, filr eine o§ene ansehen kann, hat auch G. Waitz zu- gegeben, GO A. 1881, I, 706, wo er im Ubrigen mAt Eecht Wetzels Schrift scharf ablehnt. 2) Lappenberg ivies aiif die Miracula Willehadi Kap. 12 und 13 (SS. II, 387/.) hin, wo die Heiligen Alexander und Willehad in einem gewissen Wettstreit miteinander Kranhe heilen. Ich sehe weder einen

30 Anlaft, aus dem Adam, der eben (I, 31, S. 36, N. 3) die Miracula Wille- hadi vorgehabt hat, hier den Namen Einhard durch V erwecJiselung hdtte hineinbringen sollen, noch scheint mir auf den kurzen Tatsachenbericht dieser Kapitel Adams Ausdruck: dulci calamo prosequitur, zu passen. 3) Einige Stellen sprechen auch textlich dafilr, daft Adam, nicht den Text

35 der Travslatio hatte; I, 7, S.^, N. o; 1 (8), S. 9, N. m. Zu beachten ist auch die Stellung der Worte: Nam et f'rondosis sustinens omnia bei Adam (S. 9, Z. 13— 17^ und in der Translatio. 4) Vgl S. I, N. 7;

S. 28, N. 2; S. 41, N. 9. Kohlmann S. 17, N. 7. 5) /, 38 (40), S. 41.

6) 7, 37 (39), S. 40. 7) S. 43, 84. li. Pauli, Karl der Grofte in

40 northumbrischen Annalen (Forsch. z. deutsch. Gesch. XII, 137 160^, hat Nachrichten aus englischen Quellen zusammengestellt, die er auf northumbrische Annalen des 8./9. Jahrhunderts zuriickfiihrt und mil Adams Gesta Anglorum in Zusammenhang bringt. Nach ihm (S. 145^ ist das Ende dieser Jahrbiicher 875 anzusetzen, nach Plummer, Two of

45 the Saxon Chronicles parallel, vol. II, Introduction § 66 68, § 70, p. LXVIIIff. sind in den angelsdclisischen A nnalen-Handschriften D und E und bei Simeon von Durham zwei Gruppen norlhumbrischer Nach- richten nachzuweisen, deren erste von 733 806, die zweite von 900—958

LX M. ADAM BREMENSIS

Adam richtige Nachrichten fiir das 10. Jahrlmndert bringt, Eine Schrift eines Abies Bovo von Korvey, aus der Adam ein Stilck mitteiU^, ist verloren. An einigen Stellen Id/St Adams Ausdruckstveise ver7nuten, daji er einen Katalog der romischen Pdpste n7id Kaiser oder eine Jcleine Papst- und & Kaiserchronik^ geliabt hat. Einige Ankldnge an das Ghro- nicon Suevicum universale^ sind vielleicht so zu erkldren, da0 er dieses in seiner Heimat gekannt und einiges dxiraus geddcJdnismdpig iviederholt hat.

Von Brief en bringt Adam in A ein Stuck aus einem m Brief e des Ansgar^; in BC hat er in Schol 69 (70), S. 160/., ///, 75 (70 Anhang), 76 (70 Anhang), 8. 221 zivei Briefe Alexanders II. tmd einen Adalberts im Wortlaut nachgetra- gen, von denen er den ersten in III, 17 (16) bereits in A zu seiner Darstellung verweyidet hatte. Das capitiilum Rhabani u (le f aiiia Ebonis anibigua ^ ist vielleicht der Brief des Hraba- nus Maurus an Ileribald.

Ferner hat Adam sicher mehrere kanonistische Quellen gehabt^. Eriviesen ist seine Kenntnis Pseudo-Isidors diirch Anfilhrvmg eines ganzen Saizes aus ihm, II, 81 (77), S. 139, 20 dazu die Nachtrdge S. 288. ///, 33 (32), S. 175 nimmt er auf canon um decreta Bezug, die sich bei Pseudo-Isidor finden; dap er sie selbst dort eingesehen hat, wird aber hier durch den Zusammenhang der Stelle nicht unbedingt erfor- dert. So gut wie sicher hat Adam ferner das decretnm des 25 Bischofs Bur chard von Worms'^ benutzt; die III, 57 (56) genannten canones finden sich in 7idchstvervjandter Fassung bei Benedictus Levita, vgl. S. 203, N. 5. Als Quelle eigener Art ist der Liber f rat emit atis Bremen sis ecclesiae^ zu nennen.

30

reicht. Weder Pauli hrifigt fiir seine northumhrischen AnnaUri Parallelen zu den Nachrichten Adams, noch finden sich solche in den angelsdchs. Annale7i-Handschrijten D und E oder sonstwo; der Zusammenhang der AdamscJien Gesta Anglorum 7nii northumhrischen Annalen, jedenfalls in der Gestalt, wie uns solche vorliegen, hleiht also ganz unerwiesen. L. Theo- zh pold, Kritische Untersuchungen ilher die Quellen zur angelsdchsischen Geschichte des achten Jahrhunderts (ID. Gotlingen 1872^, besonders S. 70 83, hat die Adamschen Gesta Anglorum und ihr Verhdltnis zu den northumhrischen Quellen nicht herilhrt.

1) /, 39 (41), S. 42, vgl. N. 2. 2) /, 50 (52), S. 50, N. 1. 6; 40

77/, 1, /Sf. 142, N. I. 3) 7, 52 (54), S. 52, iV^. 5. 6; 77, 24 (21), S. 82, N. 3. Vher einen Anklang an die Passio altera Kiliani siehe ohen S. LIV, N. 5. 4) 7, 33 (35), 8. 37. 5) 7, 22 (24), S. 28, N. 8.

6) Vgl. Lappenherg, Archiv VI, 802—805. 7) S. 30, ^.4; S. 54,

N. 2. 8) Aufler Schol. 37 (38), S. 112 vgl. S. 63, .V.7; 8. 88, N. 4. 45

EINLEITUNG § 5. LXI

Urkundliche Quellen verschiedener Art hat Adam in reichem Ma/Se herangezogen. Eine ziisammenfassende Quelle war ihm der Liber donationum Biemeusis eccloBiae, den siclierlich nocli Ansgar'^ nack detn Master des dltesfen Kor-

5 veyer Traditionshuches hat anlegen lassen. An einzelnen Stucken zitiert^ er viele Papsturkunden ; er ist fiir die Kritik der Hamburger Papsturkunden^ ein nicht unwichtiger Zeuge *. Andere Papsturkunden sind von ihm ohne direkte Zitierung benutzt, darunter anscheinend in den auch uns vorliegenden

!o Formen J.-E. f 2760, Nikolaus /., Curschmann n. 5, unten 8,21, N.4', 29, N,2', J.-L. f 3549 (in Wahrheit edit), Sergius III., Curschmann n. 12 a, unten S. 52, N.2; dazu sicherlich noch J.-E. 2553, vgl. S. 20, N. 9. Andere Formen als die uns vorliegenden von Hamburger Papsturkunden

15 hatte Adam, anscheinend oder sicher fiir J.-L. f 3461, Ste- phan v., Curschmann n. 9, vgl. unten S. 47, iV. 1; fiir J.-L. f 3537, Sergius III., Curschmann n. 11, imten S. 49, N. 1. 2, S. 50, N, 7; J.-L. f 3562, Johann X., Curschmann n. 14, unten S. 55, N. 4; J.-L. 3835, Johann XV., Curschmann

20 71.18, unten 8. 89, iV. 4; J.-L. f 4119, Benedikt IX., CurschwMnn n. 21, unten 8. 142, N. 2. Zweifelhaft ist der Sachverhalt bei J.-L. 3612, Leo VII.. Curschmann n. 15, unten 8. 61, N. 6: J.-L. f 4038, Benedikt VIII., Cursch- mann n. 20, unten 8. 107, 'N . 7. Besonders schwierig zu be-

25 urteilen sind die Zitoie und Regesten aus J.E. 2759, Niko- laus I., Curschmann n. 4 a. b, unten 8. 33, N. 2. 3 ; J.-L. 3641, Agapet II., Curschmann n. 17, unten 8. 64, vgl. N. 3.

Von Kaiserurkunden^ hatte Adam die Bremer Fdl- schung auf den Nanien Karls des GrOfden, D. Kar. I, n. 245,

80 1) Dies hemerJct Herr Professor Breftlau unier Hinioeis mif den von

Edward Schroder sprachlich gefuhrten Narhvjeis des Hinaufreichens der Kor- veyer Traditionen in die Zeit derGrilndung des Klosters, MIOG. XX, 27 52, S. 4:5 ff. 2) Die von Adam direkt zitierten Papsturkunden und die betref- fenden Stellen sind im Wort- und Sachregister , Artikel privilegia, aufge-

35 fiihrt, darum hier nicht nochmals zusammengestellt. 3) Vgl. F. Cursch- mann, Die dlteren Papsturkunden des Erzhistums Hamburg. Hamburg und Leipzig, 1909. Dazu die Besprechungen von M. Tangl, N. Archiv XXXV, Q21fJ.; A. Brackmann, Gdttinger Gelehrte Anzeigen 173, 1911, II, 501 509; G. Bonwetsch, Zeitschrift des Vereins fiir Hamburgische

40 GeschicMe. N. F. XV, 85—88; XVI, 337/7. 4) FAngehende Unter-

suchungen ilber die Urkunden Gregors I V. und Nikolaus^ I. (Curschmann n. 1. 4:), Agapets II. (ehenda n. 11) und Johanns XV. (ebenda n. 18 j verdffentliche ich kiinftig an anderer S telle. 5) Die von Adam direkt

zitierten Kaiserurkunden und die betreffenden Stellen dazu sind im Wort-

45 und Sachregister, Artikel precepta, zusammengestellt.

LXII M. ADAM BREMENSIS

iinten /, 12 (13), und eine Aufzeichnung aus der Zeit Karls des Gro/3en (und anderer Kaiser ?) , die die Beschreibung des Limes Saxoniae enthielf^, II, 18 (15b), S. 73/. Ferner be- nutzte er Reg. imp. I^, n. 928, die gefdlschte Stiftungsurkunde Ludwigs des Fromm.en filr Hamburg, unten /, 14 (15), & 8. 18/.; 7, 16 (18), 8. 23 mit N. 3, und Beg. imp. I^, n. 1372, die gefdlschte UrJcunde Ludwigs des Deutschen filr Eamelsloh, 8. 27, N. 4; 8. 29, N. 1. Eine verlorene UrJcunde Ludwigs des DeiUschen 7iennt er /, 35 (37), 1.9.33, vgl.N.6''^, seine Angaben ilber die 8tiftung von Heesling en 11,13 (11), 8. 70 ic^ beruhen wohl auf DO. Ill, 24 a, vgl. die Nachtrdge 8. 287. Die in 8cJiol. 5 (6), 8, 29 erivdhnte Zustimmung Ilein- richs III. und des Marlcgrafen von Flandern zu dew^ Tausche Adalberts filr Thourout hann in der betreffenden Tausch- urkunde ausgesprochen gewesen sein. Nirgends zeigt Adam i^ eine sichere Kenntnis von den zahlreichen Urhmden Ilein- richs IV. filr Adalbert, viehnehr III, 45 (44), 8. 188 (vgl. N. 1) und III, 61 (60), 8. 206 (vgl. N. S) eine deutlicJie UnJcenntnis der bereits gegebenen Urkunden filr Lorsch und Korvey^. 2a

Urkunden von Hamburger Erzbischofen oder filr solche hat Adam mehrfach benutzt: II, 6 (5), 8. 65/. (vgl. 8. 66, N.l) eine solche des Erzbischofs Brun von Koln filr Ham- burg; die Urkunde Hamburgisches UB. I, n. 102 hat ihm tvohl ofter als Quelle gedient, vgl. 8.17, N. 4; 8. 54, iV. 1; 25 8. 217, N. 2. Verlorene Hamburger Urkunden si^id vermut- lich an den 8. 168, N. 4. 5; 8. 215, N. 4 bezeichneten 8tellen benutzt.

Besondere Quellen hat er filr seine geographischen und ethnographischen Mitteilungen und Anschaiiungen gehabt 3o und genanni^. Angaben auf diesem Gebiet lieferten ihm

1) Vgl. die NacTitrdge 8. 287 ilher die zuletzt dem Gegenstand ge- widmete Arbeit von 0. Schuchhardt. 2) Dagegen ist mit dem privi- legium in Schol. 6 (7) die Urkunde Nikolaus' I., J.-E. | 2760, Cursch- mann n. 5, gemeint. 3) Man konnte an Adams Worte III, 67 (66), 35

S. 214 denken: Quae tamen omnia rex accipiens una cum preceptis tulit etiam . . . Vielleicht waren von diesen neu erteilten Urkunden nocJi keine Abschriften vorJmnden, die Adam hdtte benutzen konnen. Aber sicker ist auch, daft er iiber die neuesten Verleihungen nicht unterricMet und in die eigentliche Politik der Erzbischofe Adalbert und Liem-ar und 40 der neben ihnen etwa einftuftreichen Kreise (des Domkapitels) nicht eingeweiht war. 4) Die Siellen direkter Zitierung sind auch fur die hier und die weiterhin genannten Schriftsteller durch das Namenregister fest- zustellen, hier sind darilber hinaus nur noch wenige groftere wortUche Be- nutzungen und Ankldnge verzeichnet. **

EINLEITUNG § 5. LXIII

Orosius, Solinus, Martianus Capella, Macrobius, Beda, Sal- lust, auch aus Dichtern wie Lucan, Horaz, Vergil und aus dem Vergilkomnientar des sogen. Servius'^ gewinnt er hier- hergehorige Mitteilungen. Paulus diaconus ist nur in den

5 Scholien angefilhrt, int A-Texte anscheinend nicht benutzt^, Tacitus ist in dem spdten, nicht von Adam herriihrenden Scholion 128 (124) genannt.

Gro/S ist die Zahl der ProsaschriftsteUer und Dichter, denen Adam Sentenzen entlehnt, die er als Muster fiir seinen

10 Stil benutzt hat^. Von Jdassischen Schriftstellern steht nach der Hdufigkeit der Benutzung an erster Stelle woJil Sallust^, dann folgen etwa Vergil^, Lucan^, JuvenaV, Horaz^, Te- renz^, Persius^^. Unsicker ist das Verhdltnis zu Cicero, aus dessen: De finibus bonorum et malorum ein Satz ohne Nen-

15 nung des Autors zitiert wird^^, an dessen Schrift: De orator e ein zweifelhafter Anklang^'^ und zu dessen Reden Pro Mu-

1) S. 256, iV. 5; 8. 265, N. 5. 2) Vgl S. 277, N. 4. 3) Urn

den Nachweis dieser Vorbilder hat sich neuerdings vor allem Ph. Kohl- mann erhebliche Verdienste erworben; einige weitere von Adam nach-

20 geahmfe und mit ganzen Sdfzen henutzte Schriftsteller sind erstmalig in dieser Ausgabe nachgewiesen. Die Kohlmannschen, mit (K) bezeichneten Zusammenstellungen sind aber hier bei weitem nicht voUstdndig wieder^ gegeben. Parallelen aus Schriften, die Adam sicher nicht gelesen hat, wie Cicero, Ad Atticum, sind ebensowenig aujge.nommen wie Vergleiche

25 von zwei oder drei Worten ohne jede charakteristische Fdrbung, wie digna relatu, impar viribiis, sedes habebant und dergleichen, was bei jedem lateinischen Schriftsteller vorkommt oder vorkominen kann und zum Ver- stdndnis Adams nichts ergibt. Manchmal sind auch bedeutendere An- kldnge iibergangen, wenn zu dem gleichen Kapitel wichlige sachliche An-

30 merkungen zu machen waren und eine Belastung des Raumes mit allzuviel Anmerkungen vermieden werden mu/3te. Die rein stilistischen Parallelen konnen also aus der Liste bei Kohlmann uberall vervollstdndigt werden. 4) Zitiert III, 56 (55), S. 201, benutzt (Catilina und Jugurtha) zu hdufig, als da/3 eine Aufzdhlung notig ware. 5) Die Aeneis ist sehr hdufig

35 benutzt, auch mit ganzen oder halhen Versen; aus den Georgica ist eine grof.iere Stelle zitiert im Schol. 134 (129), S. 253, benutzt sind sie viel- 'leicht II, 6 (5), 8. 65, N. 5 (und III, 17 (16), S. 159, N. 11 1). 6) Ganze Oder halbe Verse werden angejilhrt I, 28 (30); //, 80 (76); ///, 17 (16), aS^. 159, N. 4. Kleiner e Entlehnungen sind sehr hdufig. 7) Er wird

40 nicht genannt, aber in unzweideutiger Weise mit ganzen oder halben Versen benutzt I, 42 (44), S. 45, N. 1; ///, 38 (37), S. 181, N. 3; ///, 65 (64), *8'. 212, N. 4. Vgl S. I, N.3; S. Ill, N. 3; S. 203, N. 4. 8) Ein

Zitat aus den Oden findet sich in Schol. 122 (118); vgl. S. 150, N. 3, ein Vers aus den Episteln III, 62 (61), S. 208. Unsichere Ankldnge an die

45 Satiren S. 2, N. 6; S. 179, N. 3. 9) Namen aus seinen Komodien

siehe III, 39 (38), 8. 181. Unsichere Ankldnge Praefatio 8. 2, N. 2; ///, 37 (36), 8. 180, N. 2. 10) Sat. Ill, 118 ist unten III, 62 (61), *Sf. 207 angefilhrt. 11) ///, 28 (27), 8. 172, N. 1. 12) 8. 203, N. 4.

LXIV M. ADAM BREMENSIS

rena und Pro Plancio je eine unsichere Parallele ^ von Kolil- 'mann verzeichnet vjorden sind. Eine wirJcliche Kenntnis von Schriften Ciceros Jcann damit ivolil nicht far eriviesen gelten. Das gleiche gilt fur die Berilhrungen mit der Thehais des Statins^ und, mit Ovid'^. Von kirchlichen Schriften und % JSchriftstellern hat Adam nehen der Bihel, aus der er nach Kohlmann S. 19 hesonders den Psalter bevorzugt hat, und dem Breviarum Romanum^ noch Ambrosius, De officiis ministrorum geJcannt, dann Pseudo-Augustin^j Sermo 220 (oder 257J, Gregors des Gro/]en Moralia^^ Dialogi'^, Homilia 10 29^, von Hieronymus^ Epistola 6, 18, 60, die Historia ecclesiastica tripartita Cassiodors, die Schriften des Sulpi- cius Severus^^ i'tber den hi. Martin. Naturlich hat er auch die sachlich benutzten Quellen vielfach stilistisch nachgeahmt ivie Orosius^^ tmd die Annates Fuldenses, dazu etwa die n Translatio S. Viti^^, die Vita Willibrordi^^ tmd Willehadi^^.

Als personliche Getvdhrsmdnner nennt er in erster Linie Konig Svend Estridseyi von Ddnemark, aus dessert Munde er einen grofien Teil des Stoffes filr sein Buch gesammelt habe. Dann I, it! (59) einen qiiidam episcopusDanorum^^; 20 ///, 22 (21): quidarn nobilis homo de ^^ordalbing^s; Schol. 123 (119): Bischof Adahvard den J linger en; IV, 27: aUquis christianorum ; Schol. 1A2 (138): quidam stipatores Adal- wardi episcopi. Sehr oft beruft er sich in den ersten bei- den Biichern auf die miindliche Tradition in der Bremer 25 Kirche.

Fragt man, ivie Adam diese grope Zalil von gewi/S mit erheblicher Milhe zusammengebrachten Quellen verwertet hat,

1) Vgl 8. 183, N.4:;S. 205, A^. 4. 2) Vgl 8. 88, A^. 2. 3) Lappen- 30 berg hielt Kenntnis des Ovid nicht filr ivahrscheinlich, 8. 120, N 5. Die 8tellen 8. 144, N. 8 und 8. 215, Z. 24/. konnen sie auch nicht sicher er- weisen. 4) Zu 8. 60, Z. 15/.; pauperem seculi et modicum, ver- gleiche man Brev. Rom. Pars IV, 11. Nov., lectio VIII: Martimis hie pauper et modicus; zu 8. 96, Z. II: oculis ac manibus in celum tensis ehenda (Ad Laudes et per Horas, 4j; Oculis ac manibus in coe- lum semper intentus ; zu den letzteren Worten vgl. auch unten 8. 126, 35 Z. 16/.; piis operibus celo semper intentus. Zu 8. 88, Z. 8/. und N. 3 vgl. noch Brev. Bom. ziim Schluji ilher den hi. Martin: palmam tamen martyrii non amisit. 5) III, 65 (64), aS'. 212, A". 1. 6) Vgl 8. 2, N. 3; 8. 32, N. 1. 7) 8. 2, N. 8; 8. 43, N. 6. 8) 8. 43, A^. 5. 9) 8. 69, N. 5; 8. 90, N. 2; 8. 181, A^. 4; 8. 204, A. 6. 10) Vgl. 40

8. 2, A. 1; 8. 61, A. 2; 8. 88, A. 3; 8. 146, A. 1; 8. 203, Z. 17. 11) Vgl. 8. 4, A. 2; 8. 20, A. 7; 8. 47, A. 5 usiv. 12) Vgl 8. 117,

A. 6. 13) 8. 176, A. 7. 14) 8. 198, A. 2. 15) Die Vermutung Biereyes 8. 20, dieser sei Ratolf von 8chleswig geivesen, hat nicht die mindeste sachliche Grundlage; vgl v. Liliencron S. 18/. 45

EINLEITUNG § 5. LXV

so ist einstimmig von der Forschung^ zum Ausdruck ge- bracht und mit gerechter Anerkennung betont worden, dap er die iJim zur Verfugung stehenden Angaben in vollig sachgemd/Ser Weise bemctzt, da/3 er eine weit iiber dem DurchscJmitt der

s mitielalterlichen GeschicJdswerke steliende Darstellung ge- schaffen hat, die, ivie man sagen mufJ, in alien Hanptpunkten wohlbegrundet, vorsichtig abgeivogen, gut disponiert ist. Das schlie,6t nicht ans, dap jede einzelne Angabe von ilim der K.ritik unterliegt und falsch sein kann. Zumal in den ersten

10 beiden Bucheryi arbeitet er mit vielfach sehr nnsiclieren An- gaben und Uberlieferungen, die den dlteren deutschen Quellen und, fur die Geschichte des Nordens, den jeweiligen heimi- schen Quellen weichen milssen^. Fliichtigkeit und Un- genauigkeit der Auffassiing bei ihm selber sind durchaus

15 nicht auszuschliefien^ , dazu ist er nicht ohne Neigung zu jehlerhaften Entstellungen nach bestimrnter Ricfdung: die Grope und die Erfolge Hamburg s und seiner Erzbischofe als der Trdger der Mission zu iibertreiben liegt ihm, stets nahe; am besten erkennt man aus der Vergleichung mit der Vita Anska-

20 rii, wie oft und wie leicht er deren ihm vorliegende Angaben, und sicherlich auch die anderer Quellen, nach dieser Bichtung iibertreibend entstellt hat. Aber das ist ihm selber durchaus nicht bewufJt gewesen; er hat nach seiner Absicht stets mog- lichst vorsichtig so geschneben (I, 61 (63), S. 59 j, ne men-

25 tiri velle dicamnr.

Zur Bestimmunq der Zeit, tvann Adam geschrieben hat, bietet sein Werk nicht viele, aber doch ausreichende Anhalts- punkle. II, 26 (24), S. 86 erwdhnt er Ronig Svend, Estridsen von Ddnew.ark mit den Worten: qui hodieque superest,

30 //, 28 (26), S. 88: qui nunc in Dania regnat. II, 43 (41), S. 103 aber sagt er von ihm: din memoiandiis et qui . . . tenuit, sjoricht also von ilim als einem Verstorbenen, ebenso

1) Vgl. meine tJbersicht: Neuere Literatur ilber Adam von Bremen. Zeitschr. des Vereins fiir Lilheckische Geschichte und Altertumskunde

35 XVI (1914), S. Ill 121. 2) Fiir die schwedische und ddnische Ge- schichte sucht vielfach L. Weibull, Kritiska Undersokningar i Nordens Historia omkring ar 1000. Lund 1911, zu erweisen, dap Adam und andere alte chronistische Quellen allein zuverldssige Angaben gegeniiber den Sagas bieten, die viel mehr, als bisher erkannt, Dichtungen seien.

40 Doch haben Weibulls Methode und einzelne Behauptungen vicl Wider- spruch erfahren. Wieweit ein dhnliches Verfahren in der norwegischen Geschichte, wo Adams Angaben besonders oft von der jetzt ublichen Dar- stellung abiveichen, am Platze ware, konnte vielleicht noch untersuchi werden. 3) Vgl. z. B. S. 114, N. 4.

Adam Bremensis. »

LXVI M. ADAJVI BREMENSIS

IV, 25, S. 257: sepe recolendus. Zivischen II, 28 (26) und II, 43 (41) hat er also die Nachriclit voni Tode des Ddnen- konigs erhalten. Da dieser am 2S. April 1074 gestorben ist'^, so ist Adam, im Sommer oder Herbst 1074 mit der Arbeit am zweiten BucJie besclmjtigt gewesen. Einen weiteren An- i halt gevMhrt dann die Bemerhmig III, 51 (50), S. 194, ilber Butue und Heinrich, die Sonne Gottschalks von Mecklen- burg: magno iiterqiie exeidio Sclavis genitus. Das/mufi vor Kenntnis der Tatsache von Butues Tod geschrieben sein, der am 8. August friihestens des Jahres 1074, eher wohl 1075 lo erjolgt ist^\ Endlich der Epilog V. 54 nimmt auf Liemars V ermittlerrolle ^m Sachsenkriege im Jahre 1075 Bezug. Man kann also annekmen, da/3 Adam wohl bald nach Adalberts Tode sein Werk begonnen und zunachst die ersten beiden Bilcher vielleicht 1074 vollendet hat, daft er im Jahre 1075 is oder auch 1075 ^ind 1076 das dritte und vierte Buch, mit neuer Anrede an den Erzbischof zu Beginn des dritten Buches, geschrieben und dann das Ganse ihm dargebracht hat^. Von etwa 1076 bis etwa 1081, spdtestens vielleicht 1085, hat er dann in seiner Originalhandschrift die Hauptmasse der Scholien nachgetragen, die im einzelnen oben bestimmi worden sind.

20

Beim Abschlu/S einer langjdhrigen und, ich darf wohl sagen, fnilhevollen Arbeit er inner e ich mich dankbar an Os- wald Holder -Egg er, der mir vor Jahren den Auftrag dazu gegeben hat. Gro/Sen Dank schulde ich Herrn Professor as Bref^lau filr fordernde Teilnahme beim Abschlu/J der Arbeit und an den Korrekturen, ebenso Herrn Professor Edward Schroder filr seine Mitarbeit an der Heimatfrage, die ich oben in § 4 verwerten durfte. Durch einzelne Auskilnfte und Hilfeleistungen unterstiltzten mich die Herren M. CI. Gertz 30 in Kopenhagen, H. Hirsch in Wien, A. Hofmeister und

1) Alle Jieutigen Historiker, Deutsche und Ddnen, nehmen 1076 als Todesjahr an, alle ddnischen Quellen (Ailnoth, Annalen, Chroniken, Totenbiicher usw.) setzen den Tod einstimmig in das Jahr 1074. Den ndheren Nachweis und die Bewertung der Zeugnisse hringe ich kilnftig an anderer Stelle. 2) Vgl. 8. 194, N. 3. 3) Eine tjberreichung des Werkes 35 in Abschnitten, etwa erst des ersten und zweiten, dann des dritten und vierten Buches, icdre moglich, ist aber aus den Wendungen Adams in der Praefatio, in III, 1 und im Epilog nicht mit Sicherheit zu entnehmen und im ganzen nicht wahrscheinlich.

EINLEITUNG § 5. LXVII

E. Per els in Berlin, Ph. Kohlmanii in Bremen, f A.Leskien in Leipzig. Die zahlreichen Handschriften des Werkes wur- den mir, Idngere Zeit vor Aushruch des Krieges, von alien in BetracM kommenden Bibliotheken in entgegenkommend- 5 ster Weise nach Leipzig gesandt tind ich dnrfie sie hier be- nutzen, ich spreche dafilr sowie filr zahlreiche spdtere Aiis- kilnfte den Herren Vorstdnden und Beamten der Stadtbiblio- thek in Hamburg, der kgl. Bibliothek in Hannover, der kgl. Bibliothek in Kopenhagen, der Universitdtsbibliothek in 10 Leiden, der k. k. H of bibliothek in Wien, der herzoglichen Bibliothek in Woljenbuttel auch hier den besten Dank aus. Besorideren Dank schulde ich der Leitung und den Herren Beaynten der kgl. Bibliothek in Kopenhagen und der k. k. Hof bibliothek in Wien.

Leipzig, den l.Juli 1917.

Bernhard Schmeidler.

VERZEICHNIS

WIEDERHOLT UND ABGEKURZT ANGEFUHBTER QUELLE N UND BUG HER.

Bier eye, W., Beitrdcje zur Geschichte Nordalbingiens im 10. Jahrhundert. Berlin 1909.

Bjornbo, A. A., Adam af Brernens Nordensopfatidse. Aarboger for nordisk Oldkyndighed og Historic 1909, ;S'. 120 244. Atich ge- so7idert ersckienen, Kopenhagen 1910.

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I860.' Wimmer, L., De danske Runemindesmaerker. I, 2: De Historiske

Runemindesmaerker. Kopenhagen 1893 1895.

Beatissimo^ patri et electo celitus archiepiscopo Hamma- burgensi^ Liemaro A. minimus^ sanctae Bremensis ecclesiae canonicus integrae devotionis parvum munus.

Cum in numerum gregis vestri'^, pastor euangelice,nuper«-i

5 a decessore^ vestro colligerer, sedulo operam dedi, ne pros-

elitus et advena^ tanti muneris beneficio ingratus existerem.

Mox igitur ut oculis atque aiiribus^ accepi ecclesiam vestram^

antiqui honoris privilegio nimis extenuatam* multis egere

constructorum manibus, cogitabam diu, quo laboris nostri^

10 monimento exhaustam viribus matrem^ potuerim iuvare. Et

ecce occurrit» mihi plurima interdum legenti vel audienti^

facta ab antecessoribus vestris^, quae turn ^ sui magnitudine,

turn ecclesiae huius necessitate videantur digna relatu. Sed

quoniam rerum memoria latet et pontificum loci hysteria'^

15 non est tradita litteris, fortasse dixerit aliquis aut"-'^ nihil

hvSoria i2 L^Lftf rr^^fi'J'iTx'" Bremensium ; C 1 : Incipit Hammaburgensis ayscona. Ad oegtnnt bex II, 16 (14) m%t der Aufschrift: ExceiDtum de eesti^ nnnti. 20 ^r"^ Haraabuxgensis sive Bremensis ecclesiae. b) Hambu?geSi nfmburg S ? Animus ^i'jt'aSf S?^' '''''Z^''' ^r dieMweichungmior^I^'^rVeZ ZslSafvL^ « 2ihoftl^ R^f^ f'^^'^Sand: Aimundus. Nach der Vorrede desAdawdip%htholI^!!f^/ ^art^o/omews Cypraeus Slesuicensis in seiner Abschrift

runt, Bib; occurrunt\B2. 0 2. % nostris Tib 2 n o!L nT^' *orr pccur-

30 hinter literis C 2. n) ut A 1. ^ ^ ^ ' ™^ histona

Smne Us auf dasjahr 936 damit zuruckwcisend. Siehe das Wm-t- und Sachiegister. 2) Tab 1, 7: proselytis et advenis; Ezech. 14, 7: de

.. WnZ TT\V^V'T''-u^^''^r^- (^)' 3) ^^^'^*^«^- ^^^' ^I' 170; Herat.

ol ; T'.i ^ < lA^^bus atque oculis. (K). 4) F^Z. unten III, 69 (68) :

rrr fii?fi7\ '^\^'''V °^^'^? extenuata videatu?. 5) Vql. unten

i//, 68 (67): exhaustae matri. 6) Sallust, Catil. 53, 2: Sed mihi

"V;^ 7 fr''^ """^^^ audienti . . lubuit adtendere. (K). 7) Sehr stark

40 rec?. ^t^r^e ^. \): ut quasi in diebus nostris aut hominum actio cessa-

Adam Bremensis.

1

2 M. ADAM BREMENSIS

eos dignum memoria fecisse in diebus suis, aut, si fecerant* quippiam, scriptorum, qui hoc posteris^' traderent, diligentia caruisse. Hac ego necessitate persuasus^ appuli me ad scribendum^ de Bremensium sive Hammaburgensium serie presulum, non alienum credens meae devotionis officio sen 5 negotio vestrae legationis, si, cum sim filius ecclesiae, sanctissi- morum patrum, per quos ecclesia exaltata et christianitas in gentibus dilatata ^ est, gesta revolve. Ad quod nimirum valde arduum et viribus meis*' impar onus*^ eo maiorem flagito veniam, quoniam^ fere nullius^, qui me precesserit^, lo vestigia* sequens ignotum iter quasi palpans^ in tenebris^ carpere^ non timui, eligens^ in vinea Domini'' pondus'' diei ferre et aestus quam extra vineam ociosus^ stare. Tuo igitur, sanctissime presul, examini audacter incepta committo, te™ iudicem simulque defensorem implore, sciens tibi pro is sapientia tua nihil dignum posse deferri, qui decurso mun- danae prudentiae stadio" ad studium divinae philosophiae maiore^ gloria nunc ascendisti, terrena despiciens ^ et sola meditansP celestia. Cumque doctrina et veritate, hoc est verbo et exemplo pastorali, facile *^ multos excellas, preci- 20 pua est in virtutibus tuis humilitas, quae omnibus te com- munem faciens mihi quoque fiduciam dedit, qua balbuciens audeam cum philosopho loqui et Saul inter prophetas^ videri. Scio tamen aliquos, ut in novissimis"^ rebus fieri

a) fecerint B lb. 2. b) trad. post. B 2. c) meis fehlt A 1. d) opu3 B 1. 25 e) quo BC. f) nuUus A 1. g) precessit C. h) palpans fehlt A 1.

i) Eligens Al. k) pondus aliquod fere (von zweiter Hand korr. ferrej diei Bl^; potius aliquod pondus diei ferre B 2. 1) stare ocios. C. m) ut A 1. n) studio B2. o) mai. nunc asc. gloria C p) eel. med. C q) facere Bl*^.

r) novis BC. 30

verit aut fortassis nil dignum, quod memoriae fuerit commendandum, egerint, aut, si res dignae memoratu gestae sunt, nullus ad haec litteris mandanda idoneus inventus fuerit . . . Hac itaque de causa tisiv. tjber Adam und JRegino vgl. KoMmann S. 11 und EinUitung § 5.

1) Vgl. unten II, 8 (7): Qua necessitate rex persuasus. 2) Terent. 35 Andria, Prol. V. 1 : Poeta . . animum ad scribendum adpulit. (K). Sulpicius Severus V. Martini Prol. (31igne, PL. XX, 160^.* Ego enim cum . . animum ad scribendum appuli. 8) Gregor. 3Ioralia super lob XXIX, 18 (Migne, PL.LXXVI, 490;.- ecclesia . . in . . gentibus dila- tata ; vgl. ehenda XXIX, 14. (K). 4) Kolilmann vergleicht Solinus 40 Praefatio 5 fed. Mommsen"^, S. 2): quoniam quidem vestigia monetae veteris persecuti . . eligere maluimus quam innovare. 5) loh 12, 26 : Palpabunt quasi in tenebris. (K). 6) Horat. Satir. I, 5, 95 : Car-

pentes iter. (L). Vgl. Lucan. Pharsal. VI, bid ; ludic. 19, 14. fK). 1) Matth. 20, \ 2: portavimus pondus diei et aestus ; MaUh.20,1 12. (LJ. 45 Matth. 21, 39 usw.: extra vineam. (K). 8) Gregor. Dial. J, 5 (Migm, PL. LXXVII, 111): terrena despiciens . . ad sola coelestia flagra- bat. (K), 9) 1. i^e^r.lO, 12; 19, 24: Num et Saul inter prophetas? (L).

PRAEFATIO. 3

consuetum est, adversarios mihi non defuturos, qui dicant haec ficta et falsa veluti somnia Scipionis a Tullio medi- tata; dicant etiam, si volunt, per eburneam portam Maronis ^ egressa. Nobis propositum est non omnibus placere, sed

5 tibi, pater, et ecclesiae tuae. Difficillimum est** enim in- vidis placere. Et quoniam sic aemulorum cogit improbitas, fateor tibi, quibus ex pratis defloravi hoc sertum, ne dicar^ specie veri captasse mendacium. Itaque de his, quae scribo, aliqua per scedulas dispersa collegi, multa vero mutuavi'^

10 de hystoriis et privilegiis Romanorum, pleraque omnia'^ seniorum, quibus res nota est, traditione didici% testem habens veritatem nihil de meo corde prophetari^-^, nihil temere definiri; sed omnia, quae positurus sum, certis robo- rabo^ testimoniis, ut, si mihi non creditur, saltern auctori-

15 tati fides '^ tribuatur. In quo opere talibusque ausis^sciant omnes, quod nee laudari cupio ut historicus nee improbari^ metuo ut falsidicus^; sed quod bene ego non potui, melius scribendi ceteris materiam reliqui.

Ab introitu igitur^ sancti Willehadi, cum Saxonia tota

20 et armis subacta Francorum et divino cultui mancipata est, ordiens in tuo salutari ingressu pono metam* libelluli, simul omnipotentis Dei misericordiae supplicans, ut, qui te populo suo diu erranti et afflicto pastorem instituit'", annuat etiam tua opera tuisque diebus ea, quae" inter nos prava sunt,

25 corrigi et correcta perpetuo conservari. Ad hoc" quae in gentium conversione a decessoribusP tuis strennue dudum incepta sunt, a te, qui hereditariam predicandi legationem possides in totam septentrionis latitudinem^, mature perfici

a) enim est B2. b) dicat J.1. c) mutuatus B2; de hyst. mutuavi C.

30 d) omn. fehlt Bl>^; pier, quasi omn. Bl^. e) didici. Testem Al. CI; chchei

et testem £ !». f) propalari C2. g) narrabo Al; roborata B2. h) fides

fehlt C2. i) es folgt nochmals cupio durchstrichen Al. k) falsiloquus B2.

1) igitur fehlt C. m) constituit BC. n) quae sunt int. nos corrigi prava et

correcta B2; quae int. nos sunt prava C. o) haec B2. p) predecess. C.

35 1) Vergil Aen. VI, 894/1 (L). Aus der elfenheinernen Pforfe kom-

men die falschen Trdume. 2) Ezech. 18, 2 : prophetantibus de corde suo; V. 17: prophetant de corde suo. (K). 3) Vergil. Aen. II, bSb: pro talibus ausis. (L). Vgl. unten J/, 62 (60); Epilog F. 20: parcens iuvenilibus ausis. 4) Verg. Aen. 7,278: metas . . pono. (K). 5) Eine

40 Urkunde Alexanders II. fur Liemar mit Verleihung der Legation usw. ist vom 2. Eebruar 1073 datiert, J.-L. f 4765, Curschmann n. 25 (L). Nach Curschmann 8.10ff. ist die Urkunde freie Fdlschung ohne echte Grundlage; nach Meyer von Knonau, Jahrb. II, If)?, N. 83, milfSte eine echte Urkunde Alexanders wegen dieser Worte Adams vorhanden geioesen

-*5 sein, doch spricht die diplomatische Untersuchung nicht dafur, audi Adams Ausdruck: hereditaria legatio nicht. Liemar loar 1075 in Rorn (N. Archiv XXXVI £, S04:/f'.j, doch hat Adam diese Praefatio sicher friiher geschrieben.

4 M. ADAM BREMENSIS

concedat lesus Christus dominus noster, cuias regni non est finis ^ per omnia secula seculorum. [Amen*].

I. Historiam Hammaburgensis ecclesiae scripturi*, quo- niam Hammaburg^ nobilissima quondam^ Saxonum civitas erat, non*^ indecens aut vacuum fore^ putamus, si prius de & gente Saxonum et natura eiusdem provintiae ponemus ea, Schol. 1. quae doctissimus virEinhardus^ aliique non obscuri auctores^ Einh. ^•^^'^'«»*- reliquerunt ^ in scriptis suis. Saxonia, inquiunt\ pars non modica est Germaniae et eius, quae a Francis incolitur, duplum in lato putatur habere, cum ei longitudine possit esse consimilis. la Positio eius recte metientibus trigona^ videtur, ita ut pri- mus angulus in austrum porrigatur usque ad Renum^ flumen, secundus vero inchoans a maritimis Hadelohe^ re- gionis longo secus Albiam limite protenditur in orientem usque ad Salam fluvium. Ibi"^ est angulus tercius. Itaque i5 ab angulo in" angulum babes'^ iter octo dierum preter eam partem Saxoniae, quae trans Albiam supra incolitur a Sorabis^, infra autem a Nordalbingis. Saxonia viris, armis et frugibus* inclita; excepto quod raris intumescit

Schol. 1. Einhardus* ex capellanis Karoli^ imperatoris 20 vitam eius descripsit et bella*'' Saxonum (Bi^. C).

a) Amen Bl^. 2. C, fehlt Al. J51a; Explicit prologus setzt Bl^ in rot hinzu.

1: a) scriptori Al. b) Hamburgh Bl. c) quondam fehlt B2. d) an (ante) Al. e) forte £1*. f) Einardus Bl^; Eynardus Bl^; Eginhardua B2. 2h g) actores J51a. h) relinquer. J5 2; in scr. suis reliq. C. i) inquid £1".

k) Rhenum BC. 1) Hadeloge Bib; Hadeloe C. m) ibi Bl<^. n) ad B2.

o) habet JS2; habens C2.

Schol. 1: a) Bi^: Eynhardus unus ex Gacellanis Car. magni vit. eius et bella oontra Sax. descr. b) Caroli Bl^. C2. 3a

1) Luc. 1, 33: et regni eius non erit finis. (K). 2) Gan2 dhn- Hch ist die Beschreibung Spaniens bei Orosius Advers. paganos I, 2, <? 19^., ed. Zangemeister S. 26/".; Hispania . . trigona est . . Huius angulus prior 2isw. 3) Auch die Descriptio civitatum bei Zeu/^, Die Deutschen und die Naclibarstdmme S. 600 Icennt Sorben auf dem rechten 35. JElbufer zwiscJien Heveldern und Daleminciern, in qua regione . . habent civitates L. Ann. Fuld. SOQ: in Sorabos super Albim fluvium habitantes. Bekannter sind die Sorben itn engeren Sinne zwiscJien Elbe und Saale, vgl. E. 0. Schulze, Die Kolonisierung und Germanisierung der Gebiete zwischen Saale und Elbe. Freisschrift der Jablonoioskischen 4* Gesellschaft n. 33 (Leipzig 1896;, S. 19. TJnten Schol. 18 (19), nicht von Adam; Zeu/3 S. 642/'. 4) Ganz dhnlich ist unten II, 21 (18)

die Beschreibung von Sclavania: regie . . armis, viris et frugibus opulentissima usw. 5) Hier unterscheidet Adam (nach der Uber-

lieferung ist das Scholion von ihm) ebenso wie sonst vi. E. deutlich Ein- 45" hards Vita Karoli und das (ihm zugeschriebene) Werk: Gesta (Bella) Saxonum.

LIB. I, CAP. I— III. 5

€ollibus^, tota fere* declivis in planitiem consideratur ; sola caret vini^ dulcedine; alia omnia fert usui necessaria. Ager ubique fertilis, compascuus et silvestris; qua Thuringeam^ accedit aut Salam vel Renum^ fluvios®, ibi prorsus opimus. 5 Ceterum iuxta^ Fresiam^ palustris, et aridus propter^ Albiam, degenerat aliquantum^; iocunda^ ubique nee minus^ oportuna provinciam rigat"^ amnium" copia".

II. Nobilissimi Saxoniae fluvii sunt Albis, Sala,Wisara*, qui*^ nunc Yissula^-2 vel Wirraha*^ nuncupatur^. Is in Thu-

10 ringiae^ saltu fontem habet, quemadmodum^ et Sala. Deinde'^ mediam cursu pertransiens Saxoniam in vicinia^ Fresonum sortitur occasum. Yerum maximus Albis, qui nunc Albia nomen habet, etiam'^ Romanorum ^ testimonio predicatur. Cuius ortum* ferunt trans Bohemiam^ mox

15 Sclavos"^ dirimit a Saxonibus. luxta Magdeburg" in se recipit Salam fluviura, nee longe ab" Hammaburg^^ ipse Albia mergitur^ in occeanum. [Quartus'" ex magnis Saxo- niae fluminibus est Emisa, qui^ Westphalos* a reliquis illius provinciae dirimit populis. Isque oritur in saltu Podar-

20 burnensi"; currit autem per medios Fresonum terminos in occeanum'" Britannicum^].

III. Quaerentibus autem, qui mortales ab initio Saxo- niam coluerint^-^ vel a quibus haec^ gens prime finibus

a) vero BC. b) iuri, viel spdter, wie es scheint, korr. uini, J. 1; so J. 1".

25 c) Thuringiam jBlb. C; Thiringiam B2. d) Rhen. BC. e) fluuius Al. 1".

f) luxta ceterum J.1. la. g) Frisiam B2. h) prope C2. i) aliquantulum B2.

k) loc. B2. C. 1) mirum Bl. CI; mirum quum (cum) B2. C2. m) riget B2.

C2. n) animum 4 1*. ^ la. o) copiam Al. 1*.

2: a) Visurf (ris) Bl^. 2; Visutris getilgl, am Rande von miderer Hand YisuTgia, 30 J5ib; Wisura C. ^ b) Qui 41. la. c) Wissula Bl; Visura B2; Wisura qui et

Wirraha nuncup-^C. d) Wirracha Bl. e) ncup. (noncup.) Al. f) Turing.

CI. g) queadm (quemadmodo) Al. h) deinde B.C2. i) vicino Bl. C.

k) et B2. I) Boemiam Al. B2, vom Schreiber korr. Bohem.,4.1. m) Scauos

Al. la; Slaves usw. immer B2. C2. n) Magdeburgli B2, mit Korrektur in J31a; 35 Magdaburg C. o) ab fehlt Al. 1*. p) Haraburgti if 2. q) mergit Al. 1«,

der Schreiber von A 1 Idfit das Abkiirzungszeichen fur ur am Wortende oft aus. r) das

eingeklammerte nur BC, fehlt A 1. la. s) que Bl. t) Westualos C2. u) B2;

Patherburn. J? la; Patheburn. Bl^; Padarburn. C stets. Vgl. unten 7,50(52); //,

47 (45). V) Brittann. B 1.

40 3: a) coluerunt A la. Bl^\ (7 2. b) geus hec . . sit egr. C.

1) Luean. Pharsal. II, 396 /f.; collibus . . infcumuit; IV, 11: Colle tumet . . solum, (K). 2) Einhard V. Karoli Kap. 15 neunt

die Visula (Wissula B2), die Weichsel; Adam nimmt das irrtilmlich fur einen Namen der Weser (latein. A^'isurgis/ (L). 3) Lucan.

45 Pharsal. II, bl f.: Fundat ab extremo flavos aquilone Suevos Albis et indomitum Rheni caput. (L). Unten IV, 21 bezieht Adam diesen Vers zweifelnd aaf die Gota-Elf in Schiveden, ohne da(i er sich aber direkt widerspricht, wie Kohlmann S. 59 meint. 4) Vgl. die ganz

dhnliche Beschreibung des Laufes der Elbe unten II, 22 (19) Ende.

■50 5) Sallust lug. 17, 7: Sed qui mortales initio Africam habuerint, . . uti . . interpretatum nobis est . . dicam. (L),

6 M. ADAM BREMENSIS

egressa sit, compertum^ est nobis ex multa leccione vete-

Ps 104 13 ^^"^ istam gentem sicut omnes fere populos, qui in orbe

i.'par.'ie* sunt, occulto Dei iudicio non semel 'de regno ad populum

^^' alterum"* fuisse translates, et ex nomine victorum provincias

quoque vocabula sortitas. Quippe, si Romanis credendum 5.

est scriptoribus, primi circa Albiam^ et in reliqua Germa-

nia^ Swevi* habitarunt, quorum confines^ erant illi^, qui

dicuntur Driade^, Bardi*, Sicambri, Huni, Wandali, Sarma-

tae, Longobardi^, Heruli, Dacae, Marcomanni^, Gothic,

Nordmanni^ et Sclavi. Qui propter inopiam soli natalis lo-

contentionesque domesticas aut, sicut dicitur, causa' minu-

endae multitudinis ^ a loco suo egressi totam simul Europam

inundaverunt'' et AflPricam^. De antiquitate vero Saxonum

meminit Gregorius Turonensis"^ et Orosius" ita: Saxones^,

'^sl, 10. ' inquitP, gens ferocissima, virtute et agilitate'i terribilis, in occeani'' i&

littore habitat, inviis inaccessa paludibus, quae periculosam tunc

Romanis finibus eruptionem^ meditans a Valentinian o * imperatore

oppress a est; deinde^ cum occuparent Gallias Saxones, a Sya-

^^^lY'i^J' ^v'lo"^-^ ^ duce Romanorum, victi sunt^', insulae eorum captae.

Igitur Saxones prime circa Rhenum'' sedes'' habebant [et 2a vocati sunt Angli^], quorum pars inde veniens in Brittan- niam^ Romanes ab ilia insula^ depulit; altera pars Thurin- giam oppugnans tenuit illam^ regionem; quod^ breviter conscribensEinhardus'^-^ tali modo suam ingreditur Historiam.

a) Sueui BC. b) fines .4 1. la. c) illi iehlt BC. d) Driade die. £1; 25 die. Driades B2.C. e) Langobardi C2. f) Martomarng Al; Martomarug

A la. g) Goti Bl^. h) Normanni et Slaui B2. i) min. mult, caussa

B2.C2. k) mundavenint A 1. 1) Afric. B2.C2. m) Turonis Al; thoro- nensis, vom Schreiber korr. turon., £ 1*; Tur. fehlt C. n) Oros. (Horos. CI) et

Greg. Turon. (Tur. fehlt C) BC. o) Saxonum C2. p) inquiunt BC. q) agilia, 30 sogleich korr. agiliatate, A 1. r) ocean, hier Al. s) Al. B2 ^^ Oros.;

irrupt. ^1. C. t) Valentiano, ano verbessert auf Basur, JB la. u) Deinde BC. v) Siagr. B 1. C. w) sunt et ins. BC. x) Een. Ai. B1&, korr. Khen., A 1.

y) das eingeklammerte nur BC, fehlt Al. z) Britann. Bl^.2. C. a) depulit

ins. C. b) eam C2. c) Quod BC. d) Einardus £la; Eynardus .Bib. 35

1) compertum est oft hei Sallust, z. B. Catil. 2. 2 ; 14, 7; 32, 2. KoJd- mann S. 32, iV. 4. 2) Siehe die soeben (S. 5, N. 2>) angefiihrte

LucansteJle II, 51/". 3) Orosius J, 2, !^ 53 (ed. Zangcmeister S. 22):

deinde Germania est, ubi plurimam partem Suebi tenent. 4) Vgl. Lucan. Fharsal. I, 447. 49—51. 64/'. ; Vos quoque . . bardi. Et vos . . 40 druidae (driadae codd. V. P. U. C.) . . petitis Romam Rhenique feroces Deseritis ripas. (K). Wie und woher Adam die folgenden Namen zusammetigebracht hat, vermag ich niclit zu ermitteln. 5) VgJ. Sallust Tug. 19, 1 : Phoenices . . multitudinis domi minuendae gratia. (K). 6) Da/? del' von Gregor II, 18 genannte Syoyrius Sieger in dem II, 19 er- 45 zdhlten Kampfe (i. J. 4G9j geivesen sei, ist niciit richtig und sagt Gregor nicht. 1) Am unteren Bhein sa/3cn Sachsen im 4. und 5. Jh , vgl,

L. Schmidt, Gesch. der deutachen Stdmme bis zum Ausgang der Volker- wanderung, II, 1 (1911), 38//'.; 44/f. 8) Uber die Gesta Saxonum siehe die Einleitung § 5. Die Translatio S.Alexandri ist gedruckt SS. II, 67 iff. 60

LIB. I, CAP. Ill— VI. 7

IIII. Saxonum gens, inquit, sicut tradit antiquitas, ab Anglis ^^^^lexanlri Britanniae* incolis egressa per occeanum^ navigans Germaniae littori- bus studio et necessitate quaerendarum sedium appulsa est in loco, qui vocatur Haduloha^, eo<i tempore, quo Theodericus^ rex Fran- 5 corum contra Hirminfridura ducem Thuringorum generum suum dimi- cans terram eorum crudeliter ferro vastavit^ et igne. Ets cum iam^^ duobus preliis ancipiti pugna incertaque victoria miserabilii cede suorum decertassent, Theodericus^ spe vincendi frustratus misit legatos ad Saxones, quorum dux erat Hadugato^; ut»i audivit causam

10 adventus eorum, pollicitisque^ pro victoria cohabitandi sedibus conduxit eos^ in adiutorium. Quibus secum quasi iam proP libertate et patria fortiter dimicantibus superavit adversarios, vastatisque indi- genis et ad internicionem pene<i deletis terram eorum iuxta pollici- tationem suani victoribus delegavit. Qui earn sorte dividentes, cum

15 multi ex eis in bello cecidissent, et pro raritate eorum tota ab eis occupari non potuit, partem illius, eam^^ maxime, quae respicit orien- tem, colonis tradebant singulis^ pro sua sorte sub tributo^^ exercen- dam; cetera vero loca ipsi possederunt.

Y*. A meridie quidem Francos habentes et partem Thuringo-

20 rum, quos precedens hostilis turbo non tetigit^*, alveoque fluminis Unstrote dirimuntur. A septentrione vero Nordmannos, gentes fero- cissimas. Ab^ ortu solis Obodritos^^; et^* ab occasu Frisos. A quibus sine intermissione vel federe vel concertacione necessaria finium suo- rum spacia^ tuebantur. Erant enim inquieti nimis et fiuitimorum

25 sedibus infestis, domi vero pacati et civium utilitatibus placida benignitate consulentes.

VI*. Generis quoque ac nobilitatis suae providissimam curam

habentes nee facile ullis^ aliarum gentium vel sibi inferiorum conu-

biis^ infecti propriam et sinceram tantumque*' sui'^ similem gentem

30 facere conati sunt. Unde habitus quoque ac magnitudo corporum

comarumque color, sicut® in tanto numero hominum^, idems pene

4: a) Brintann. A 1; Brit||tan. Bla. b) ocean. Mer A 1. c) J? -= TmnsL; Hadoloha Al; Hatheloe C. d) Eo ABC. e) Theodor. Bl^; Thiedric. £2. CI; Thideric. C2; Thiotricus TransL; Theodericus Frutolf. f) vastasset Bl; vastav. 85 ferro et igne B2. g) et BU.C. h) iam fehlt Al. i)inirab. 0 2.

k) Theodric. B2; Thiedric. CI; Theodoric. C2. 1) Hadugatus C; Hadngoto

Transl. m) et ut B 2. n) que fehlt B 1^. 2. o) eos fehlt B 2. p) pro

fehlt A 1. q) fere Al. r) maxime earn jB2. s) singuli verderbt Transl.

t) trib. redactis exerc. £1.

40 5: a) kein neues Kapitel in BC. b) detegit Bl<^. c) ab CI. d) Oho-

dittos ^1; Obodricos £1"; Obotritos JB 2. C2. e) et fehlt B 2. f) spacia fehlt CI. g) infensi B2.

6: a) Cap. V i?. C2; kein neues Kapitel in CI. b) conniibiis B.C2. c) ct tantum Transl. Tacitus. d) sibi BC. e) tamquam Transl.; quamquam Tacitus. 45 f) horn, videri potest, idem J51. g) idem est pene B.

1) ullis pene omnibus (S. 8, Z. \) stammt aus Tacitus Ger- mania Kap. 4.

8 M. ADAM BREMENSIS

Vffl. Tmmi. omnibus. Quatuor igitur dififerentiis gens ilia consistit, nobilium ' scilicet et liberorum, libertoruma- atque servorum. Et id legibus fir- matum, ut nulla ^ pars in copulandis coniugiis propriae sortis terminos transferat; sed nobilis nobilera ducat uxorem et liber liberam, libertus coniugaturc Hbertae et servus ancillae. Si vero quispiam horumd 5 sibi non congruentem^ et genere prestantiorem ^ duxerit uxorem, cum vitae suae dampno componat^. Legibus etiam ad viudictam male- factorum optimis a b utebantur s. Et multa utilia^^ atque secundum legem naturae honesta in morum probitate studuerunt habere; quae eis ad veram beatitudinem promerendam proficere^ potuissent, si jo ignorantiam creatoris sui non baberent et a veritate culturae illius non essent alieni.

YII*. Coluerunt^"^ enim eos, qui natura non erant dii^, inter quos precipue^ Mercurium venerabantur, cui certis diebus humanis quoque hostiis litare consueverant. Deos suos neque<^ templis inclu- 15 dere neque ulla humani oris<^ specie assimilare ex magnitudine et dignitate celestium arbitrati sunt; luces ac^ nemora consecrantes deorumque nominibus appellantes secretum illud sola reverentia con- templabanturg. Auspicia et sortes quam maxime observabant. Sor- tium consuetudo simplex erat. Virgam^ frugiferaei arbori decisam 20 in surculos amputabant, eosque uotis quibusdam discretes super candidam vestem temere^ ac fortuito^ spargebant, Mox si publica consultation fuit, sacerdos populi, si privata, ipse paterfamilias pre- catus deos celumque suspiciens iex^ singulos . tulit, sublatos^ secun- dum impressam ante notam interpretatus est. Si prohibuerunt, nulla 25 de eadera re ipsa die consultatio ; si permissum est, eventuum adhuc fides exigebatur. (8). Avium voces et volatus interrogare proprium erat illius gentis,

Equorum quoque presagia ac motusP experiri hinnitusque ac fremi- tus observare. Nee ulli auspicio maior fides, non solum apud plebem, 30 sed etiam apud jDroceres habebatur. Erat et alia observatio auspici- orum, qua gravium bellorum eventus explorare solebant. Eius quippe

a) libertinorum Al; libertorumque B2.C2. b) ne ulla B2. c) J. 1.

B2; coniungatur Bl.C =^ Transl. d) horum prestantiorem fehlt B2, fehlte in der Soroer Es., da Vedel die Liickenhaftigkeit seines Textes bemerkte. e) congruente 35 A 1. f) componat legibus. etiam A 1. B. CI. g) uteb. C2 = Transl. h) alia -B2. i) sufficere JB2.

7: a) Cap, VI. B2. (C2); kein neues Kapitel in Bl. C. b) Noluerunt, der Miniator hat N statt C gemalt in Al. c) maxime Transl. Tacitus. d) neque

in tempi. B2. e) horis £la; fast als ein Wort humanioris geschrieben in Bl^. 40

f) et JB lb. C2. g) contemplantur A 1. h) Virga A 1. i) fructifere (rae)

BU. 2; fructiforQ Bib. k) timere A 1. 1) fortuitu CI. m) fuit consult. BC. n) Ite A 1, mit groP gemalter Initiale bei Beginn neuer Seite (5'). o) Adam

= Tacitus; sublatisque Transl. Frutolf. p) motus Adam. Frutolf; monitus Transl.

Tacitus. 45

1) Coluerunt pro iudicio habere (S. 9, Z. S) stammt aus Tacitus Germania Kap. 9. 10. 2) Galat. 4, 8: iis, qui natura non

sunt dii, serviebatis. (K).

LIB. I, CAP. VI-VIII. 9

gentis, cum qua bellandum fuit, captivum quoquo modo interceptum Vg?. Traml. cum a electo popularium suorum patriis^ quemque armis committere et victoriam huius vel illius pro iudicio habere. Quomodo autem certis^ diebus, cumc aut^ inchoatur luna aut^ impletur, agendis re- 6 busc auspicatissimum^ initium crediderints*^ aliaque innumerabilia vanarum supersticionum genera, quibus implicati ^ sunt, observaverint, pretereo. Haec vero ideo commemoravi i, quo prudens lector agnoscat, a quantis errorum tenebris per Dei gratiam et miserieordiam sint liberati, quando eos ad cognitionem sui nominis lumine verae fidei

10 perducere dignatus est. Eranf^-^ enim, sicut omnes fere Germaniam incolentes, et natura feroces et cultui demonum dediti veraeque ^ religion! contrarii neque divina neque humana iura^^ vel" polluere vel transgredi inhonestumo arbitrabanturi^.2. Nam et frondosis arbo- ribus fontibusqueP venerationem exhibebant. Truncum quoque ligni

13 non parvae magnitudinis in altum erectum sub divo<i colebant, patria eum lingua Irminsul*" appellantes, quod Latine dicitur universalis columpna, quasi sustinens omnia. Haec tulimus excerpta ex scriptis Einhardi^ de adventu, moribus et supersticione * Saxonum, quam adhuc Sclavi et Sueones^ ritu paganico

20 servare videntur.

YIII*. Qualiter autem gens dura* Saxonum pervenerit^ (9). ad cognitionem divini nominis ^ aut quibus predicatoribus ad christianae religionis normam^ pertinxerit^, explicare lo- cus^ quaerit, si prius® de bello Karoli^, quod'' cum Saxonibus

25 a) cum electo jehlt Al. b) patris Bl. c) cum rebus tehlt Al. d) aut

fehlt B2. e) vel B. CI. f) auspiciat. £1. 01. g) crediderunt C2. h) im- pliciti C. i) commemoratu Bl<^; commemoravit, t von zweiter Hand getilgt, BV>. k) Initiale und neue Zeile bezeichnen den Anfang eines neuen Kapitels in CI. 1) Adam = Transl.; nostraeque Einhard. m) iura arbitrab. Adam = Einhard;

30 iura transgredi inlicitum vel inhonestum putantes. Transl. Frutolf. n)\e\fehltC2. o) honestum JBl. p) que fehlt Al. q) dio B2. r) irrae insul £la; irmen- sul Bl^; Irmindsul B2. s) Einardi B 1 ; fehlt B2. t) supersticionibus A 1.

8: a) Cap. VI. Bl.C (1). 2; Cap. VII. B2. (C2). b) pervenerit hinter

nominis C. c) J. 1. CI; pertigerit B. C2. d) lucus A 1. e) de bello prius C. 35 f) Carol. C 2.

1) certis crediderint aus Tacitus Ger mania Kap. 11. 2) Erant arbitrabantur geht auf Einhard V. Karoli Kap. 7 sarilck. 3) Uber die supersticio Sueonum vgl. IV, 25 ScJdu/3, 26. 4) Vgl. Poeta Saxo a. 772, V. 13, Poetae IV, 1, 7: Saxonum . . pectora dura; Alcuin Versus

40 de Sanctis Eboracensis ecclesiae V. 47, Jaffe Bihl. VI, 83 : gens . . Du- ritiam propter dicti coguomine Saxi (dazu Anmerhung von Watten- bach: Isidor Orig. IX, 1, 100: Saxonum gens . . appellata, quod sit durum et validissimum genus hominum^. (L). Verg. Aen. V, 730; Lucan. Pharsal. IX, 439: gens dura. (K). 5) Vgl, Translatio

45 s. Viti c, 1, SS. II, 577; Jaffe BibliotJieca I, 4: Qualiter denique Saxones ad fidem atque ad agnitionem veritatis converti potuerint. 6) Vita Willeh. Kap. 3, SS. II, 380: religionis normam. (L). Ebenso V. Ans- karii Kap. 27, SS. rer. Germ. S. 58. 7) Die folgenden Sdtze bis feli- citate (S.IO Z. 6j sind Adams Eigenfum; da/3 sie in einem verlorenen Stiick

10 M. ADAM BREMENSIS

longo* tempore profligatum est, mentionem facimus et belli causas simul connectimus. Thuringi vel Saxones itemque ceterae, quae circa'' Rhenum^ sunt, nationes ex*^ antique Francis tributariae leguntur^. Quibus deinde a regno eorum deficientibus Pippinus®, genitor Karoli^ bellum intulit, quod 5 tamen filius^ peregit maiore^ felicitate. De quo idem scrip- f.7l>;-.c.7. tor Heinhardus^'2 brevi epilogo meminit dicens : Susceptum est igitur bellum adversus^ Saxones, quod magna utrinque^ ani- mositate, tamen maiore Saxonum quam Francorum dampno per continuos triginta tres^i annos gerebatur. Poterat siquidem citius 10 finiri, si Saxonum hoc perfidia pateretur.

(10). IX ^. Omnibus igitur, qui resistere solebant, profligatis et in

suam potestatem redactis ea conditio a rege proposita et ab illis suscepta est, ut abiecto demonum cultu relictisque patriis cerimo- niis^ christianae fidei sacramenta susciperent et^ Francis adunati i& unus cum eis populus*^ efficerentur, tractumque per tot annos bellum ita constat esse finitum. Nunc autem spiritales^ animarum triumphos ad scribendum succinct! predicatoribus^ de his, qui ferocissimos Germaniae populos ad divinam religionem perduxerint^, tale sumamus exordium. 20

(11). X^. Primus omnium, qui australes Germaniae partes,

ydolorum cultui deditas, ad cognitionem divinae ac christi- anae religionis adduxit, Winifridus^ erat, natione Anglus*^, verus Christi philosophus, cui^ postea ex virtute cognomen- turn [erat*^] Bonefacius^. Et quamvis alii scriptorum vel 25

a) longo proflig. est tempore C. b) iuxta B2. C. Helm. c) Renum

Al. Bib, jcorr. Ehen., A 1. d) et ex B 2. e) Pipinus B 2. f) Carol. B lb. C 2. g) fil. eius maiori felic. peregit. C. h) maiori BC. i) Einardus Bl; Egin-

hardus 7? 2 ; Einhardus C. k) adversum £C. 1) utrimque J51. m)XXXC2,

9: a) kein neues Kapitel in BC. b) ceremon. B2. C2. c) a JBl*. d) effi- 30 ceretur populus £2. e) animarum spirituales £2. f) de hiis (his B2) predicat. BC. g) perduxerunt C2.

10: a) Cap. VII. Bl. 0(1). 2; Cap. VIII. B2. (02). b) erat Winifr. O.

c) angl9 (angelus) B \f^. d) erat nur BC, fehlt Al; cognom. ex virt. erat Bon.

BC. e) Bonifacius £2. O. 36

der Gesta Saxonum eine Grundlage geliaht hdtten, Id/^t sich niclit er- weisen und ist unwahrscJiewlieh.

1) Ygl. Gregor von Tours Histor. Francorum IV, 14, SS. rer. Merovinq.II,lbl; Ann. Fuld. 737 (ed. Kurze S.S): Carlus Saxones tributarios fecit. (L). Vgl. audi Ann. Fidd. 740. 742. 748. 758 ikler 40 die Sachsen, und Gregor von Tours 11, 27, a^. 89 iiber die Thoringi. 2) V. Kar. Kap. 7 (darans die Gesta Saxonum?). In der Translatio s. Alexandri steht die StelJe S. 676, Z. 6—9, Z. 24/r. _ 3) VglSallust lug. 5, 4: Scipione, cui postea Africano cognomen ex virtute fuit. (K). V. Bonifatii tertia Kap. 5 (ed. Levi son, SS. rer. Germ. S. 82, ZAQJ: 45 nomenque illi propter sua bona opera Bonifacius inposuit; Levison, Praefatio S. LVl, N. 1.

LIB. T, CAP. VIII-X. 11

Galium in Alemannia* velHemmerannum^ in Baioaria*' sive Kylianum*^ in Francia® seu^ certe Willebrordum ^ in Fresia priores verbum Dei asserant^ predicasse, hie tamen omnes alios, uti Paulus apostolus^, studio' ae predieationis labore 5 antevcnit. Ipse enim 2, ut in Gestis suis ^ legitur, apostolicae sedis auctoritate^ fultus legationem ad gentes suscepit Teuto- numque^ populos, apud quos nunc et summa imperii Romani^ et divini cultus reverentia \iget ac floret, ecclesiis^ doctrina virtulibusque illustravit. Quorum"* etiam provincias in episcopa-

lotus^ distribuens seorsum" Francos cis" RhenumP-'^, Hessones'i ac Thuringos, qui Saxonum confines^ sunt, primitivo quodam laboris sui fructu ^ Ghristo et ecclesiae copulavit. Tandemque a Fresonibus, quos iam ante ad fidem converterat, illustri mar- tyrio coronalus est. Gesta eius'^ plenaria^^ manu a discipulis

15 edita"* sunt, qui^ eum ferunt* agonizasse cum^^ aliis L et 755. amplius commilitonibus suis, anno ^^ ordinationis suae XXXYII; Schol. 2.

Schol. 2, Sedente tunc^^ Paulo papa T. (C2).

a) Allemannia JSla; Alemania 51b. 2. b) Hemmeramnum Bl^; Hemme- ranum B2; Heimerammum CI; Heimerauiinum 02. c) Begiiaria B, rgl.

20 unten II, 21 (18); Bawaria CI; Bauaria C2. d) Kilianum £!». 2. C2; Chi-

lian. Bl^. e) Franconia B2. C. f) siue BU. g) Wilebr. Sla; Wille-

brodiim JBlb; Villebrodum B2. h) asserans Bl<^; asserant hinter priores C.

i) stud, et lab. predicat. BC. k) Theuton. BC. 1) Ecclesias B2.C2.

m) Quarum B2. n) seorsim Bl^. 2. o) eis J.1. p) Ren., korr. Rhen., A I.

25 q) Saxones^l; Hassones B2. r) eius a discip. plenaria mauu edita BC.

8) quae B2. t) ferunt eum C.

1) 1. Cor. 15, 10: abundantius illis omnibus laboravi. (L). 2) Adam hat aus mehreren QuelJen einen einheitlichen Bericht her- gestellt, der sich im einzelnen nicht genau auf hestimmte Stellen zuriick- 30 fuhren Id/^t. Besondere Uhereinstimmwngen iveisen die folgenden Noten nach. 3) Adam scheint die Vita prima und teriia Bonifatii

gelesen zu haben; siehe JV. 4, 6, 8, 12. Aber die folgenden ISdtze (his copulavit Z. \2) Tdingen audi einigerma/3en tvortlich an die Ann. Fuldenses 719. 746 an. 4) VgJ. V. Bonifatii tertia Kap.4,

35 ed. Levison, SS. rer. Germ. S. 81. 5) Vql. V. Willehadi Kap. .5

(Mide, SS. 11, 381/ (L). 6) Vgl. V. Bonifatn prima Kap. 7,

ed. Levison S. 38; ebda. Kap. 8, S. 44. 7) Die Austraster nennen

die Ann. Fuld.119. 8) Vgl V. prima S. Ai: Burchhardo . . eccle-

sias in confinibus Franchorum et Saxonum atque Sclavorum . . depu- te tavit. 9) Sallust CatiL 35, 3: fructu labons. (K). Sap. 3, 11. 15. 10) Dieser Ausdruck scheint anzudeuten, da/3 Adam eine Hs. mit meh- reren Viten des Bonifaz gesehen hat. 11) Diese Angahe findet sich in der Vita tertia Kap. 12, Levison S. 88; vgl. dessen Fraefatio S.LVI und N. 1. Aber vgl. auch Simeon von Durham (Pauli, Forschungen 45 zur Deutschen Geschichte XIL, 151 ; vgl. auch SS. XIJI^ 154j: martyrio coronatus est cum quinquaginta tribus. 12) Diese Zahlen (bis DCCLV*"sj stammen aus der Vita prima auct. Willibaldo, Levison S, 55. 13) Das ist ein Irrtum, da Paul I. von Ibl lQl regierte.

12 M. ADAM BREMENSIS

755. ipse est annus dominicae incarnationis DCCLY*"^, Pippini* iimioris^ XIIII"^^ K

(12). XI *. Post passionem sancti Bonifacii Willehadus, et ipse

r. iFi7/. c.1.2. Angligena, fervens^ amore martyrii properavit in Fresiam.

Ubi consistens ad sepulcrum beati martyris^ paganos 5

c.3.4. facti penitentes suscepit et credentium multa milia* bapti-

zavit. Deinde cunctam in circuitu ^ provintiam cum discipulis

perlustrans ydola confregisse populosque ad culturam veri Dei

euangelizasse dicitur^. Tunc et gentilium zelo fustibus per-

cussus et gladio legitur ad iugulandum proscriptus; licet lo

gratia Dei maioribus eum predestinaret titulis, suae*' tamen

C.5. voluntatis et studio^ nihilominus*^ erat® ad martyrium^ Post

haec missus in^ Saxoniam a Karolo^ rege primus omnium

doctorum maritimas et boreales Saxoniae partes ac^ Trans-

albianos populos*^ ad christian am fidem^ provocavit. Septem 15

annos^ predicasse dicitur eandem^ regionem usque ^ ad

783. annum rebellionis Saxonum^ XII'""°", cum'" Widichind^ per-

Ann. u .17 . secutionem^^ movens in christianos Francorum terminos usque ad

V.Will.c.Q. Renum^ vastabat. In qua persecutione discipuli sancti Wille-

a) Pipini B2, b) iun. regnant is XIIII. Bl. C. 20

11: a) Cap. VIII. 51. C(l)2; Cap. IX. B2. (C2). b) dicitur feMt Al. c) sua tamen voluntate C'2. d) nilailminus, mit leichten Varianten der Schreibung und

Abkurzung, B.Cl. e) piger erat ad £1; ad martyr, piger erat C; impiger

u'iXrde einen Sinn gegeben haben. [Hat Adam etwa nihil omiserat gesnkrieben, was leicht zu niliilomin- erat verlesen iverden konnte? H. Br. J f) am Rande in Bl^: 25

De sancto Willeliado primo Brem -nsium episcopo. g) a Karolo regi {Car. rege C2) in Saxon. C. li) et B2. i) provoc. fidem C. k) earn B2. C; in ea regione Bl. 1) Sueonum, vom Schreiber korr. Saxonum, Al. m) Cum Al. n) Widu- chrad J51a. CI; Viducrad J5 2; Widiocliratti Bl^; Widucliind C2. o) Ren., mit under er Tinte korr. Ilhen., Al; so B 1^.2. C 2. 30

1) Diese Zahl hat Adam mit Hilfe der Ann. Fiildenses er- reclmet, dabei aher deren eigene Angaben iiher das Todeyahr des Bonifaz (754; episcopatus XXXVI) venoorfen und die der Vita an- genommen. 2) Dei'artiges liest man nirgends in der Vita Wille-

Jiadi. 3) Bonifaz ist bekanntlich in Fulda hegrahen. Die V. Willeh. 35 Kap. 2 hat: ad locum Dockynchirica, . . ubi et domnus Bonifacius episcopus . . martirio coroiiatus fuerat. 4) quam plurimam

cater vam die Vita. 5) Die Vita Kap. 5 hat die Worte: per-

transiens cunctam in circaitu diocesim in anderem Zusamnienhange. 6) Vgl S. 35, N. 6. 7) Diese Angabe beruht aufder der V. WiUeh. Kap. 6, 40 (/a/? Atrebauus clericus, ein Schiller Willehads, in Thiatmaresgaho ('Z)i^^- marschen) ermordet ivorden sei. 8) V. Willeh. Kap. 8: septem annis prius fror seiner Bischofsiveihe) in eadem presbiter est detnoratus parrochia. 9) Adam setzte anscheinend nach der V. Willeh. Kap. 5. 6 (mit Mi/SverstdndnisJ den gro/]en Sachsenaufstand ins Jahr 783 und 45 errechnete aus den Ann. Fold., da/S dies das 12. Jahr des Aufstandes sei. Daher nahm er die Worte der Ann. Fuld. (cum Widich. vasta- bat) von lis hierher zu 783, er hat so abermals (rgl. N. I) die Zeitrechnung der Vita der der Annalen vorgezogen. 10) persecut. christianos aus der V. Wilkhad. Kap. 6, SS. II, 381, 53 382, 6. 50

LIB. I, CAR X. XL 13

hadi* quidam Bremae, multi^-^ per Fresiam^, ceteri^ irsLUS v.Wili.c.G. Albiam passi leguntur. Unde confessor Dei maius^ adhuc lucrum expectans^ de conversione plurimorum dicitur® se- cundum euangelicum preceptum de civitate in q iv it a, t e m. Matth. 10,23.

5 fugisse^-*, dispersisque^ sociis^ ad predicandum^ ipse Romam^ v'.^^^'dg'.Vis. venisse cum Liudgero^*®. Ubi sanctissimi papae Adriani con- solatione relevati, Liudgerus^ in montem Gassinum re- v. Liudg.i, is. cessit"^ ad confessionem sancti Benedicti, Willehadus in v.wiu.c.i. Galliam repedavit*^ ad sepulcrum sancti Willebrordi ^•'^. P^ ^^^^^ ^

loltaque^ bienniumP uterque reclusi contemplativae vitae operam ^. ^w^^fi^- dabant, adprime^ orantes ^ pro persecutoribus et gente ~ '* Saxonum, ne iactum in eis semen verbi Dei inimicus homo Aiatth.13, 26, zizaniis oppleref, impletumque in^ eis est, quod Scriptura dicit: *Multum valet deprecatio iusti assidua\ Haec dc iac.5,16.

15 Yita eius ad sensum excerpta protulimus. Transacto igitur biennio '', quod^^ est anno Karoli* XYIII., Widichind'^, incentor 785. rebellionis ^^, ad fidem Karoli* venit baptizatusque^ est ipse cum Ann.Fuld, aliis Saxonum magnatibus, et tunc demum Saxonia subacta in ^2 provintiam redacta est. Quae simul in octo episcopatus

20 divisa Mogontino^^ et Coloniensi archiepiscopis est sub-

a) Will, sancti 0 2. b) quidam C2. c) Fris. B2. d) magis Bl\

e) legitur B2. C. f) confugisse B2. g) disp. ad predic. sociis C. h) locis Al. i) Rom. cum Liudgero (Luidgero C 2) venisse C. k) Ludgero^l. 1) Ludger. £l'i, Uhh jBlb; Luidger. C2. m) recessit tehlt CI. n) repedavit hinter sancti C.

25 o) Villebrodi B2. p) biennio C. q) ad primum ^1. r) impleret Al.

s) est in eis B.Cl; in eis fehlt C2. t) Carol. B lb. 2. C 2. u) Widechindus B 1 ; Vitechind B 2 ; Wituchind C 1 ; Widekind C 2. v) que fehlt C. w) Magontino jBlb; Moguntino 5 2. C 2.

1) Die V. Willeh. nennt drei. 2) Atrebauus clericus a. a. 0.

30 3) Dieser Ztisaiz (vgl. audi N. b) ist tendenpsios und unverstdndiq ; die V. Kap. 7 hat: cognoscens nullam sibi tunc temporis praedicandi oportunitatem inesse. 4) 2. Macch.b,S: fugiens de civitate in civi- tatem; vgl. 3Iatth. 2S, S4:. (K). 5) Vita Kap.l: discipuli eius, qui propter metum persecutionis passim dispersi fuerant. 6) Fon

35 Willehad hei/3t es in seiner Vita Kap. 1, daft er duobus fere annis, von Liudger in der seinen J, 18. 19, da/3 er duos annos et menses sex wegen des groften Widukindschen Auf stands Sachsen gemieden habe und nach Bom gekommen sei; Adam hat das homhiniert und zu- sammengezogen. 7) ad locum, qui dicitur Aftemacha V. Willeh.

40 a. a. 0., vgl. Bauck, KG. Beuischlands III^-\ 947, JV. L 8) JDiese

Worte (adprime assidua) finden sich in keiner der beiden Viten. 9) Die zivei Jahre, die oben Z. 10 genannt sind. 10) V. Willeh.

Kap. 5: anno . . Domiui 781°, regni vero . . Karoli 14™o; die u-ei- teren dortigen Angaben (Kap. 5. 6, s. oben S. 12, N. 8) und die ebeu

45 genannten zwei Jahre ergeben 785, Karls 18. Jahr. Die Vita und die Ann. Fuld. stimmen hier in der Sache und den Worten ilberein. 11) V. Willeh. Kap. 8: perfidiae incentor. 12) Vgl unten S. 14, Z. 22 f., die Worte in divisa (aufter octo^ beruhen auf der Urkunde.

14 M. ADAM BREMENSIS

iecfca. Cuius exemplar divisionis, quod ex precepto regis in Bremensi ecclesia servatur, cognosci potest his^ verbis^:

(13). XIP. In nomine domini Dei^ et salvatoris nostri lesu

D.Kar.2A5. Qhristi. Karolus^ divina ordinante providentia rex. Si domino Deo exercituum ^ succurrente in bellis victoria potiti^ in illo 5 et non in nobis gloriamur, et in hoc^ seculo pacera et pro- speritatem et in futuro perpetuae^ mercedis retributionem iios promereri confidimus. Quapropter noverint omnes Christi fideles, quod Saxones, quos° progenitoribus nostris ob suae pertinatiam perfidiae semper indomabiles^' ipsique Deo et lo nobis tamdiu rebelles, quousque illius^, non nostra virtute ipsos et bellis vicimus'^ et ad baptismi gratiam Deo annu- ente^ perduximus, pristinae libertati donates et omni nobis debito censu solutes pro amore illius, qui nobis victoriam contulit, ipsi tributaries et sublegales™ devote addiximus. i5 Videlicet ut, qui nostrae potestatis iugum hactenus ferre detrectaverunt, victi"^ iam, Deo gratias, et armis et fide domino ac° salvatori nostro lesu Christo et sacerdotibus eius omnium suorum iumentorum et fructuum tociusque culturae^ decimas ac nutriturae divites ac pauperes legaliter constricti 20 persolvant. Proinde omnem terram eorum antique Roma- norum more in provintiam redigentes et inter episcopos certo limite'5 disterminantes septentrionalem illius partem, quae ef piscium ubertate ditissima et pecoribus alendis habetur aptissima, pio Christo et apostolorum suorum principi Petro 25 pro gratiarum actione devote optulimus. Sibique^ in* Wig- modia in loco Bremen vocato super flumen** Wirraham^ ecclesiam et episcopalem statuimus cathedram. Huic par- rocliiae X pages subiecimus, quos etiam abiectis eorum antiquis vocabulis et divisionibus in duas redegimus^ pro- 30 vintias, his nominibus^ appellantes, Wigmodiam et Lorgoe.

a) hiis cogn, potest C

12: a) Cap. IX. Bl. C (1). 2; Cap. X. B2. (C2). b) Dei felilt C 2.

c) Carol. B2. C2. d) pot. sumus, in BC gegen die SatzkonstruTction. e) seculo hoc B2. f) perpetuo, (vom Schreiber?) korr. perpetue, ^1; perpetuo J. la. 35

g) quos a prog. B2. C. h) domabiles Al. !». i) illiu3 in nostra, von

gleichzeitiger oder wenig jungerer Hand gedndert in in illius et non in nostra, A 1 ; in illius, non in nostra J. !«. k) uincimusJ.1. 1*. 1) amante, von anderer Hand korr. annuente, Bl^; annuante CI. m) subiugales BC. n) iusti A 1.1^.

o) et (7 2. p) culture ac nutriture decimas Bl. q) lumite, korr. lum. (lim.), 40

Al. r) est 0 2. s)sibiqueCl. t)ut.4.1. u) ft ^ 1. v)*Wirraam -Bla; Virraam B2', Wizaram ^ 1^. w) redigimus B2, x) appell. nom. C2.

1) Vgl. die einleitenden Bemerkungen zu der Ausgabe DD. Kar. I, n. 245. Die ErMdrung der Ortsnamen dieser Urkunde im Namenregister ist wortlich aus dem T>on H. Hirsch bearbeiteten Namenregister des ersten 45 Bandes der Diplome der Karolinger iibernommen. 2) 2. Reg.b, 10:

Doiniuus Deus exercituum, und oft. (K).

LIB. I, CAP. XI. XII. 15

Insuper ad prefatae constructioiiem ecclesiae in supradictis D./iar. 245. pagis LXX mansos cum suis colonis offerentes tocius huius parrochiae incolas decimas^ suas ecclesiae suoque provisori fideliter persolvere hoc^ nostrae maiestatis precepto iubemus, 6 donamus^ et confirmamus. Adhuc etiam summi pontificis^ et universalis papae Adriani precepto nee non et Mogon- ciacensis® episcopi Lullonis omniumque qui affuere^ ponti- ficum consilio eandem Bremensem ecclesiam^ cum omnibus suis^ appendiciis Willehado, probabilis vitae viro, coram Deo

10 et Sanctis eias commisimus. Quern etiam primum eiusdem ecclesiae 111° idus lulii^ consecrari fecimus episcopum, ut populis divini semina verbi secundum datam sibi sapientiam fideliter dispensando et novellam banc ecclesiam canonico ordine et monasteriali competentia utiliter instruendo interim

15 plantet et riget^, quousque precibus sanctorum suoram exo- ratus incrementum^ det omnipotens Deus. Innotuit etiam isdem^ venerabilis vir serenitati nostrae eam quam diximus parrochiam propter barbarorum infest antium pericula seu